Mittwoch, 23. Juli 2014

Bruno der Kartäuser - Brief an Radolf, Propst in Reims (12/15)

Bruno fragt: Was fällt dir so schwer? Sein Vergleich mit den weltlichen und zukünftigen Gütern zeigt doch, dass man durch Verzicht mehr gewinnt als verliert. Weltliche Güter und Reichtum sind trügerische Werte. Radolfs Würde als Propst ist gefahrvoll, sein Dienst, eine Herrschaft, ist eine Gefahr zur Ungerechtigkeit. Sie kann den Verlust der Liebe Gottes und der Gottesfreundschaft mit sich bringen.

-XVI- Was fällt Dir dies so schwer? Es bedeutet doch keinen Verlust und keine Minderung an Gutem, eher bringt es Dir selbst als dem, dem Du es erfüllst, Gewinn und Vorteil.

Trügerischer Reichtum darf Dich nicht abhalten, denn er vermag unserer Armut keine Abhilfe zu schaffen. Auch nicht die Stellung des Propstes, die man ohne große Gefahr für die Seele nicht ausüben kann. Denn - mit Verlaub! - es ist ebenso skandalös wie unrecht, fremdes Gut, dessen Verwalter und nicht Besitzer Du bist, für den eigenen Nutzen zu gebrauchen. Wenn Du Dir aus Verlangen nach Glanz und Ruhm einen großen Hausstand hältst, wird die Dir zustehende Pfründe kaum ausreichen. Musst Du dann - auf welche Weise auch immer - dem einen nicht wegnehmen, was Du dem anderen gibst? Das aber ist sicher mit Wohltätigkeit und Freigebigkeit nicht gemeint. Denn ohne Gerechtigkeit kann von Freigebigkeit keine Rede sein.

Ja, ich möchte Dich auch überreden, Dich von der göttlichen Liebe nicht dadurch abbringen zu lassen, dass Du dem erzbischöflichen Hause dienst. Gewiss, der Erzbischof hält viel auf Deine Ratschläge und verlässt sich auf sie, zumal man nicht leicht guten und nützlichen Rat findet.


Dienstag, 22. Juli 2014

Bruno der Kartäuser - Brief an Radolf, Propst in Reims (11/15)

-XV- Glaube nicht mir, sondern dem Propheten, mehr noch: dem Heiligen Geist, wenn es heißt: „Legt Gelübde ab und erfüllt sie dem Herrn, eurem Gott. Ihr alle ringsum bringt Gaben dem, den ihr fürchtet und der den Fürsten den Mut nimmt. Furchterregend ist er für die Könige der Erde" (Ps 76 [75],12 f). Höre darauf, es ist die Stimme des Herrn, die Stimme Deines Gottes, die Stimme dessen, der zu fürchten ist und der den Fürsten den Mut nimmt, die Stimme dessen, der auch furchterregend ist für die Könige der Erde. Der Geist Gottes schärft dies alles aus keinem anderen Grund ein, als um Dich zu drängen, das versprochene Gelübde einzulösen.


Montag, 21. Juli 2014

Bruno der Kartäuser - Brief an Radolf, Propst in Reims (10/15)

Die damalige Stellung eines Propstes lässt sich kaum ohne äußerste Gefahr für die Seele ausüben, wie viel mehr kirchliche Dienste in der heutigen Zeit.

-XIV- Es gibt also nur Eines für Dich zu tun, lieber Freund: möglichst schnell Deine Verpflichtung einzulösen, damit Du Dir nicht für das Vergehen dieses so gewichtigen und schon so lang andauernden Betrugs den Zorn des Allmächtigen zuziehst und damit auch schlimme Strafen. Wer von den Mächtigen dieser Welt lässt sich ungestraft von einem Untergebenen um den versprochenen Dienst betrügen, besonders wenn dieser ihm wert und teuer ist?


Sonntag, 20. Juli 2014

Ausstellung "500 Jahre Heiligsprechung St. Bruno"

Unter vielen anderen, sind auch diese beiden Kunstwerke, derzeit in der Correrie, dem Museum der Großen Kartause, ausgestellt.


Samstag, 19. Juli 2014

Bruno der Kartäuser - Brief an Radolf, Propst in Reims (9/15)

-XIII- Du erinnerst Dich doch? Wir, nämlich ich, Du und Fulcujus Monoculus waren damals zusammen im Garten hinter Adams Haus, wo ich gerade als Gast weilte. Wir sprachen, glaube ich, eine Zeitlang über die trügerische Lust um die vergänglichen Güter dieser Welt sowie über die Freuden der ewigen Herrlichkeit. In glühender Liebe zu Gott versprachen und gelobten wir, ja trafen wir bereits Vorbereitungen, möglichst bald diese vergängliche Welt aufzugeben, „das ewige Leben zu ergreifen" (1 Tim 6,12) und das Mönchsgewand anzulegen. Wir hätten diesen Plan auch ganz bald durchgeführt, wenn Fulcujus damals nicht nach Rom hätte abreisen müssen. Wir verschoben ihn bis zu seiner Rückkehr. Da diese sich in die Länge zog und auch noch andere Umstände eintrafen, erkaltete der Eifer, verglühte das Feuer.


Freitag, 18. Juli 2014

500 Jahre Heiligsprechung St. Bruno

Am 18. Juli 2014 wird um 18:30 in der Correrie, dem Kartäuser-Museum der Grande Chartreuse, eine Ausstellung eröffnet, die den Titel trägt:
 
„Ein Weg zur Heiligkeit“
Werke von Carmelo Zimatore und Diego Grillo zeigen
„Szenen aus dem Leben des Heiligen Bruno“.


Am Samstag den 19. Juli 2014 findet um 10:30 in der kalabrischen Kartause von Serra San Bruno aus Anlass dieses Jubiläums eine öffentliche Heilige Messe statt. Sie wird zelebriert vom Prior der Kartause Dom Jacques Dupont. Ebenfalls wird die Reliquienbüste des heiligen Bruno zur Verehrung ausgestellt.

Siehe auch 
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