Dienstag, 5. Mai 2015

Der große Grundsatz

IL089-Z.8.2a

Was meinen Verstand betrifft ist er das erste Prinzip für die menschlichen Handlungen. Der Geist sieht und urteilt. Er sieht, was er tun muss und was er meiden muss; er sieht die Mittel zum Tun, und er urteilt, ob die Mittel im rechten Verhältnis zum Ziel stehen. Ich bin zur Ehre Gottes geschaffen. Die Geschöpfe sind die Werkzeuge, die zur Förderung dieser Ehre in meine Hände gelegt sind. Das ist der große Grundsatz. Welch praktische Verpflichtung legt diese fundamentale Wahrheit meinem Verstande auf? Sie legt ihm die Verpflichtung auf, auf Gott als das einzige wesentliche Ziel meines Lebens zu schauen. Auf ihn zu schauen, sage ich, ihn im Auge zu behalten, zu wissen und mich zu erinnern, dass seine Verherrlichung das große Ziel ist, das alles in meinem Lebenswandel beherrschen, alles beeinflussen, alles leiten muss.

Sie legt ihm die Verpflichtung auf, die Geschöpfe als das zu betrachten, was sie in Wirklichkeit sind, das heißt, als Mittel, Gott zu verherrlichen.

(Dom François de Sales Polien, IL, 20150505



Montag, 4. Mai 2015

Welche Pflichten ergeben sich für mich aus diesen großen Grundsätzen des ‚Vater Unser‘?

IL088-Z.8.1

Denn es ist einleuchtend, dass sie die Regel meines Lebens sein müssen. Mein Leben muss sich ihnen angleichen und muss deren Anwendung im Handeln sein. Um zu handeln muss man wissen, muss man wollen, und muss man tun. Wissen, wollen und tun sind die drei Bestandteile einer vollständigen menschlichen Handlung. Ich habe also gleichzeitig eine dreifache und eine einfache Verpflichtung: dreifach, weil sie meinen Verstand, meinen Willen und meine Handlungen berührt; einfach, weil diese drei Dinge nicht voneinander getrennt werden dürfen.

(Dom François de Sales Polien, IL, 20150504



Sonntag, 3. Mai 2015

Donnerstag, 30. April 2015

Vater unser 10/10

IL087-Z.7.8

Die siebente Bitte:
Sondern erlöse uns von dem Bösen!
Ein letztes Hindernis außer der Sünde und der Versuchung sind die andern Übel der Seele und des Leibes, die mich der notwendigen Mittel für meinen Fortschritt berauben. Sie können also ein Hindernis für mein Ziel sein, und ich bitte um deren Beseitigung nur soweit, als sie die Verherrlichung Gottes und mein wahres Glück vermindern können. Das ist das Vaterunser, der vollkommene Ausdruck meines Gebetes, und der ebenso vollkommene Ausdruck meiner Pflichten. Unser Herr hat darin in großen Zügen die Grundlagen jeglichen Gebetes und des ganzen geistlichen Lebens niedergelegt.

(Dom François de Sales Polien, IL, 20150430)

Mittwoch, 29. April 2015

Vater unser 9/10

IL086-Z.7.7

Die sechste Bitte:
Führe uns nicht in Versuchung!
Nach der Sünde ist das ernsteste Hindernis das, was zur Sünde führt, es ist die Versuchung. Die Versuchung ist das Hindernis, das vom Wege des göttlichen Willens ablenkt. Ich bitte Gott, dass er mich vor ihr beschützen oder mich davor bewahre, in sie zu fallen, weil sie ihrer Natur nach ein Hindernis und immer eine Gefahr ist.

(Dom François de Sales Polien, IL, 20150429)

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