Montag, 20. Mai 2013

Mystica Theologia

Die höchste menschenmögliche Erkenntnis, die mystica theologia ist für Dionysius grundsätzlich eine intellektuelle Tätigkeit:

Ihm zufolge, und darin geht er auch mit dem Aquinaten konform, bedeutet Gotteserkenntnis, auch in ihrer höchsten Form, nie eine Absage an den Verstand.

Der Areopagite gilt ihm aber als Theoretiker des Über-Natürlichen. Und so schöpft er reichlich aus diesem Autor, wo es um Aussagen zur Transzendenz, dem „Über-Steigen" des göttlichen Wesens geht.

(Vgl. Claudia Barthold in Dionysius Carthusianus, 32f)


Sonntag, 19. Mai 2013

Positive Theologie

Dionysius schöpft aus der Gedankenwelt des Areopagiten:

Eine zentrale metaphysische Konzeption besteht in dem neuplatonisch geprägten Modell eines Stufenkosmos mit hierarchischer Ordnung.

Diesen Entwurf verbindet er in seinen theologischen Darlegungen mit der aristotelisch-thomasischen Analogiekonzeption. Bekanntheit erlangt hat Pseudo-Dionysius mit seinem Ansatz einer theologia negativa.

Darin folgt Dionysius Carthusianus seinem Lehrer, insofern er die Verneinung aller Begriffe für Gott als angemessenste Denkform erachtet. Doch faktisch spielt bei ihm die negative Theologie keine nennenswerte Rolle, sondern er fokussiert den positiven Aspekt der Gotteserkenntnis.

(Vgl. Claudia Barthold in Dionysius Carthusianus, 32f)


Samstag, 18. Mai 2013

Der Namenspatron

Wie die scholastische Epoche überhaupt hegt Dionysius Carthusianus große Wertschätzung für den spätantiken Autor, den er als seinen Namenspatron verehrt. Dem damaligen Kenntnisstand entsprechend identifiziert er Pseudo-Dionysius mit dem Paulusschüler aus der Apostelgeschichte und weist ihm von daher hohe Autorität zu.

Gegen Ende seines Lebens verfasst Dionysius einen Kommentar zum Gesamtwerk des Pseudo-Dionysius. Auch mit dieser Kommentierung wandelt er in den Spuren seiner scholastischen Meister, des Thomas von Aquin, des Albertus Magnus und aus der Frühzeit der Scholastik des Hugo v. St. Viktor.

(Vgl. Claudia Barthold in Dionysius Carthusianus, 32f)



Freitag, 17. Mai 2013

Scholastik

Der Theologe Dionysius lebt geistig aus der scholastischen Tradition. Diese verkörpert für ihn insbesondere Thomas von Aquin.

Er ist „der Lehrer, der unter den scholastischen Lehrern an Heiligkeit, Erleuchtung und Autorität herausragt". Am häufigsten unter den scholastischen wie thomasischen Werken wird die Summa Theologiae zitiert.

Doch kommen bei Dionysius auch andere Vertreter der Hochscholastik zu Wort, wie Albertus Magnus, Heinrich v. Gent, Alexander v. Haies, Bonaventura, sowie Wilhelm v. Auvergne, Ulrich v. Straßburg, Petrus v. Tarantaise, Richard v. Middletown, Thomas v. Straßburg, aber auch Duns Scotus.

(Vgl. Claudia Barthold in Dionysius Carthusianus, 32f)


Donnerstag, 16. Mai 2013

Ungeschaffene Güte

Auch wenn Dionysius weitgehend auf die Zelle seiner Kartause beschränkt ist, nimmt er innigen Anteil am Geschehen in Kirche und Welt.

Allen Gliedern des mystischen Leibes, „vom obersten Hirten bis zum Letzten der Herde", fühlt er sich als Nachahmer des himmlischen Vaters in der Liebe verbunden:

„Da also alle in die göttliche Güte in der vernunftbegabten Kreatur die lebensspendende Wärme, durch die man geistlich lebt, nämlich die Liebe, nährt und bewahrt, steht fest, dass Gottes Güte in Wahrheit die Nahrung des Menschen ist, bei der die lebensspendende Wärme die aufrichtige und heilige Liebe und geistliche Freundschaft ist, wodurch die Gläubigen Gott anhängen und untereinander verbunden sind und wegen Gott füreinander sorgen und mit ganzer Bereitschaft einander Fürsorge entgegenbringen und Hilfe leisten und sich mit allem Bemühen gegenseitig lieben und schützen. Die ungeschaffene Güte verbindet ihre wahren Liebhaber so fest mit sich, dass sie ihretwegen auch miteinander in reiner und untrennbarer Verbindung stehen und sich in aufrichtiger Liebe zugetan sind.“

(Vgl. Claudia Barthold in Dionysius Carthusianus, 32f)



Mittwoch, 15. Mai 2013

Zur größeren Nähe Gottes

Dionysius  weist auch in seiner Abhandlung über das Kartäuserleben dem Studium der Theologie einen zentralen Platz zu; die kontinuierliche und disziplinierte Beschäftigung mit der Hl. Schrift, wertvollen theologischen Werken, aber auch mit philosophischer und naturwissenschaftlicher Thematik, führt den Menschen in größere Nähe zu Gott, lässt seine besten Fähigkeiten zur Anwendung kommen und leistet zudem anderen Menschen in verschiedenen Formen der Wissensvermittlung
einen wichtigen Dienst.

(Vgl. Claudia Barthold in Dionysius Carthusianus, 32f)



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