Donnerstag, 18. Dezember 2014

Wenn mein Geist abgelenkt ist:

Jedes Mal, wenn ich dessen bewusst werde, 
ihn mit Ruhe und Demut sammeln 
zu ihm, von dem ich weiß und glaube, 
dass er trotz allem da ist, 
ganz aufmerksam auf meine Liebe; 
mich darüber hinaus in den Armen von Maria 
ganz klein machen 
– aus meinem Elend einen Anspruch 
auf seine unendliche Barmherzigkeit ableiten.

(Dom Jean-Baptiste Porion, Kartäuser;
Die Spiritualität der Großen Stille, Münsterschwarzach 2014)


Mittwoch, 17. Dezember 2014

Geduld, Demut

Wenn ich nicht meditieren kann: 
Geduld üben. 
Mit Demut und Liebe wachen 
(dabei darauf Acht geben, 
nicht einzuschlafen oder in eine 
sterile Leere zu fallen). 
Meine Unfähigkeit in Würdigung der 
unauslotbaren Transzendenz Gottes 
anbieten.

(Dom Jean-Baptiste Porion, Kartäuser;
Die Spiritualität der Großen Stille, Münsterschwarzach 2014)


Dienstag, 16. Dezember 2014

Blick in die tiefste Tiefe

Den Blick auf das Innere des Glaubens werfen, 
in die tiefste Tiefe meines Herzens, 
um im Geist zu suchen 
und um dort in Ruhe 
den göttlichen Gast zu entdecken, 
die große Wirklichkeit, 
von deren lebendiger und handelnder Gegenwart 
– nach seinem Wort – 
ich fest überzeugt bin.

(Dom Jean-Baptiste Porion, Kartäuser;
Die Spiritualität der Großen Stille, Münsterschwarzach 2014)


Montag, 15. Dezember 2014

In großer Ruhe

Wenn ich nicht von Beginn des Gebetes an 
durch das Licht der Gnade ergriffen wurde, 
die mich innig mit Gott verbindet,

dann mehr oder weniger oft 
Pausen totaler Stille machen – mich dort aufhalten 
in einer großen Ruhe und innerer Leere.

(Dom Jean-Baptiste Porion, Kartäuser;
Die Spiritualität der Großen Stille, Münsterschwarzach 2014)


Sonntag, 14. Dezember 2014

Weil Gott mich liebt

Weil Gott mich liebet, glaube ich, 
dass er mir über seinen Sohn, im Heiligen Blut, 
alles gegeben hat, 
um diesen Souveränen Guten zu erreichen, 
der meine ganze Liebe einfangen soll, 
die er selbst ist.

(Dom Jean-Baptiste Porion, Kartäuser; 
Die Spiritualität der Großen Stille, Münsterschwarzach 2014)


Samstag, 13. Dezember 2014

Die erste Kartause (La Grande Chartreuse)


Die erste Kartause (La Grande Chartreuse)
  
Es wiesen – laut Legende – sieben Sterne
den Mönchen einst den Weg ins Felsental.
Der Pfad hinauf war ungebahnt und schmal
und die Umgebung rau genug, um ferne

vom Lärm und Trug der Welt, in reinem Schweigen
fortan mit Gott dem Herrn vereint zu sein,
das ganze Leben ihm allein zu weihn
und sich zu seinem Lobe zu verneigen.

Im Licht der Sonne funkelten die Gipfel
der Alpen. Und die grünen Tannenwipfel
des Waldes legten schützend eine Hülle

um diesen Ort. Nichts unterbrach die Stille
und ihren Frieden als der Chorgesang,
der Nacht für Nacht hinauf zum Himmel drang.
 
© Arnd Herrmann




 * * *
Die Gedichte von Arnd Herrmann, die auf diesem BRUNONIS-Blog immer wieder eingestreut vorkamen und weiterhin erscheinen werden, erhalten ab heute eine eigenen Seite - rechts, in der Spalte oben, unter SEITEN. Hier können die Leser ohne große Mühe alle Gedichte des Autors Arnd Herrmann finden. 




Geleit für die Seite „GEDICHTE von Arnd Herrmann“ auf dem Blog BRUNONIS

Das ganze Jahr über besuchen Fromme und Neugierige die Kartause Marienau. Manche sind angezogen von etwas Numinosem, etwas Geheimnisvollen, das sich, wie sie finden, um das Kartäuserleben rangt. Andere wissen schon etwas von diesem verborgenen Leben der Mönche und würden gerne mehr erfahren, sehen und vielleicht erleben.

Einer dieser „frommen Besucher“ der Kartause Marienau, ist der evangelische Theologe Dr. Arnd Herrmann. Schon oft besuchte er die schöne Landschaft Oberschwabens, um sich von seinem beruflichen Alltag zu erholen. Dabei hielt er sich auch in der nahen Umgebung der einzigen deutschen Kartause Marienau auf. Er umwanderte schon oft das Kloster und durfte manchmal an der Vesper der Mönche von der Empore aus teilnehmen.

Dr. Herrmann versteht es, seine Empfindungen, seinen Glauben und sein Erleben in Gedichtform so niederzuschreiben, dass er damit, so denke ich, viele Menschen anzusprechen vermag. Hin und wieder empfange ich dankbar seine Gedichte und ich darf sie auf diesem Blog veröffentlichen.

Die Leser, welche sich das eine oder andere Gedicht kopieren möchten, mögen beachten, dass auf jedem Text ein Copyright liegt. Wenn also das Bedürfnis besteht, die Gedichte Dr. Herrmanns an anderer Stelle wieder zu veröffentlichen, bitte ich, sowohl das Copyright zu beachten als auch den Fundort (BRUNONIS - http://josbrunonis.blogspot.de/) anzugeben.



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