Donnerstag, 26. November 2015

Geheimnisse der wahren Heiligkeit

IL208-Z.21.5

Der Heilige, der bei dieser höchsten Schlussfolgerung aller Heiligkeit angelangt ist, ist der einzige wahrhaft und gänzlich vernünftige Mensch. Er allein zieht all die Schlussfolgerungen, all die Konsequenzen des großen leitenden Grundsatzes für jedes menschliche Leben; er allein kommt im vollkommenen Maße zu dem Ziele, zu dem er geschaffen ist. Er allein hat die Vollendung jedes Zieles gesehen, und das Ziel jeglicher Vollendung; er allein erfasst die unendliche Weite des großen Gebotes, in allem Gott zu sehen, zu lieben und zu suchen (Ps (118) 119,96).

Und wenn er durch zahllose Entbehrungen und Zusammenbrüche hat hindurchgehen müssen, fühlt er, dass er nichts von seinem Wesen in diesen Martern verloren hat; dass nichts von dem, was leben muss, verloren ist. Im Gegenteil, sein Leben, sein wahres Leben ist entlastet, befindet sich in seiner Reinheit und seiner Freiheit. Es ist ein Bad, in dem der Leib seinen Schmutz zurückgelassen, es ist ein Schmelztiegel, in dem das Gold seine Schlacken abgestreift hat.

Das hier ist wieder eines von den Geheimnissen der wahren Heiligkeit. Ihre Buße versteht selbst das Notwendige zu opfern, doch ohne etwas, was zum Leben gehört, zu schädigen. Wie gesund sind die Abtötungen der Heiligen vor allem für die Seele und auch für den Leib! 

Die diabolischen Übertreibungen führen immer zur Vernichtung dessen, was erhalten bleiben sollte, und zur Erhaltung dessen, was vernichtet werden sollte. Der Heilige trifft von Gott geführt immer das Rechte, er zerstört zur rechten Zeit, und baut weise auf. Er ist auf vorzügliche und in vollkommener Weise der vernünftige Mensch.

(Dom François de Sales Polien, IL, 20151126)



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