Montag, 26. März 2012

"Kapitel"

Aus den Consuetudines - (Kap. XXIX)

(Fortsetzung)
Die übrigen Tage, an denen Kapitel * ist, wartet man von den Kalenden des November bis zur Fastenzeit mit der Prim, bis man in einem Buch lesen kann. Zur gleichen Stunde, in der man von Ostern bis zu den Kalenden des Oktober (= Sommerhalbjahr) zur Prim läutet, läutet man von diesen Kalenden bis zur Fastenzeit (= Winterhalbjahr) zur Terz, das heißt, wann die Sonne anfängt, die Bergspitzen zu bestrahlen. Im Winter widmet man sich im Zeitraum von der Prim bis zur Terz bzw. im Sommer von den Metten bis zur Prim geistlichen Übungen.
Den Handarbeiten widmet man sich im Winter zwischen Terz und Sext und im Sommer zwischen Prim und Terz. Wir wollen jedoch, dass diese Arbeiten durch kurze Stoßgebete unterbrochen werden.

Der gleiche Zeitabstand verläuft im Winter zwischen Sext und Non, wie im Sommer zwischen Terz und Sext. Sie werden durch einen solchen Zeitraum voneinander getrennt, dass man in ihm eine Tagzeit des kanonischen Stundengebetes oder zwei des marianischen Stundengebetes verrichten kann. Den bald längeren, bald kürzeren Zeitraum zwischen Sext und Non widmet man im Sommer der Ruhe. Die Zeit zwischen Non und Vesper widmet man den Handarbeiten. Und beim Arbeiten ist es immer erlaubt, seine Zuflucht zu kurzen Gebeten und Stoßgebeten zu nehmen. Die Zeit zwischen Vesper und Komplet ist den geistlichen Übungen geweiht.

* Unter "Kapitel" verstehtman im Mönchtum allgemein die Versammlung der Mönche an bestimmten Tagen im Kapitelsaal. Der Name kommt daher, weil man hier ein "Kapitel" aus den Evangelien oder der Ordensregel vorliest.

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