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Donnerstag, 29. Oktober 2015

Das Kloster Marienheide in Wollstein


. . . der Monastischen Familie von Bethlehem.

„Die zwölf Schwestern versammeln sich am Morgen in der Kirche und begrüßen mit Psalmen und Lobpreis den Tag. Weihrauchduft erfüllt den Raum. Der sphärische Gesang der Ordensfrauen schafft eine besondere Gebetsatmosphäre. Ihre weißen Gewänder mit den spitzen Kapuzen hüllen sie fast vollständig ein. Die Spiritualität der Bethlehemschwestern speist sich aus der westlichen wie aus der östlichen Tradition der Christenheit.“

„Die Schwestern sitzen und stehen, sie knien und verneigen sich so tief, dass ihre Stirn den Boden berührt. „Wir beten nicht nur mit dem Kopf, sondern ganzheitlich. Die Ikonen sind etwas für unsere Augen, wir hören und singen schöne Musik, wir riechen den Weihrauch und bewegen uns mit dem ganzen Körper. Das ist eine ganz andere Art, vor Gott zu sein. Das tut gut.“ Tagsüber steht die Tür zur Kirche immer offen. Besucher können das Gebet der Schwestern stets mitverfolgen, allerdings nur von der Empore aus. Der eigentliche Kirchenraum bleibt den Nonnen vorbehalten. Sie leben in strenger Klausur.“


Aus einem Bericht des Bonifatiuswerkes im „Bonifatiusblatt“.

Für die Genehmigung
zur Veröffentlichung der folgenden Fotos
danke ich dem Bonifatiuswerk.



Copyright Bonifatiuswerk, 
alle Fotos: Alfred Hermann.


Kloster Marienheide
Klausur - Strikte Grenze
© Alfred Hermann
Kloster Marienheide
Stille und Einsamkeit
© Alfred Hermann
Kloster Marienheide
Ein Bretterzaun als Klausurmauer
© Alfred Hermann
Kloster Marienheide
Die Gästeschwester
© Alfred Hermann
Kloster Marienheide
Stiege zum Bet- und Studierzimmer
© Alfred Hermann
Kloster Marienheide
In der Klosterkirche
© Alfred Hermann
Kloster Marienheide
Essensschalter in der Eremitage
© Alfred Hermann

Die Fotos gehen auf diesen Bericht im Bonifatiusblatt 3_2015 zurück:




"Monastischen Familie von Bethlehem, der Aufnahme Mariens in den Himmel und des heiligen Bruno“ 




Sonntag, 12. April 2015

Bedingungslose Liebe

Un amour absolu

"Vor neun Jahren ist meine kleine Schwester dem Mariä-Himmelfahrt Kloster im Heiligen Land beigetreten. Ihre Entscheidung hat mich sprachlos gemacht, doch dann habe ich sie akzeptiert. Ich habe sie oft besucht und dieses stille Leben, gefüllt mit Gebeten, Einsamkeit und Liebe kennen gelernt. Es hat mich so sehr berührt, dass ich es teilen wollte. Zum ersten Mal haben die Nonnen eine Kamera in ihrem Kreis zugelassen."

Das Osterfeuer erhellt die Gesichter und die Kleidung der Nonnen

Israel
ca. 30 KM von Gaza
Bet Gamal
Mariä-Himmelfahrt
Kloster der
Monastischen Familie von Bethlehem.

Der FILM
fast eine Stunde
französisch
mit deutschem Untertitel.

Montag, 18. August 2014

Miek Pot – die falsche Kartäuserin

Am 14. August 2014 war Miek Pot bei Beckmann in der ARD (Mediathek, ca. ab Min.33). In dieser Sendung, wie auch in fast allen Artikeln über sie, wird sie als eine ehemalige Nonne beschrieben, die 12 Jahre in einem Kloster der Kartäuser gelebt habe. Auch bei Beckmann wurde sie so angekündigt. Doch, dass sie Kartäuserin gewesen sei, ist eine falsche Darstellung, ja eine Lüge, gegen die sie wider besseres Wissen, keinen Einspruch erhob. Auch auf ihrer eigenen Homepage und in vielen eigenen Artikeln bezeichnet sie sich als ehemalige Nonne der Kartäuser. Somit schmückt sie sich selbst mit falschen Lorbeeren und belügt alle ihre Hörer, Leser und Zuschauer.

Warum stellt sie sich ins Licht, wenn sie vorgibt, eine Kartäuserin gewesen zu sein? Der Orden der Kartäuser ist fast tausend Jahre alt und wurde von Bruno von Köln gegründet. Über Jahrhunderte hat sich diese Ordensgemeinschaft den Ruf erworben, ein strenges, diszipliniertes, entbehrungsreiches und kompromissloses Leben zu führen. Besonders in der jüngeren Geschichte zeigt sich auch, dass nur wenige Menschen bereit sind, dieser Berufung, in der Einsamkeit ein gottgefälliges Leben zu führen, folgen. Somit geht den Kartäusern ein wenig der Ruf des Elitären voraus. - Außerdem gibt es so viele Ausschmückungen des Kartäuserlebens, die mit der Wirklichkeit nichts gemein haben; etwa die Mär von den Kartäusern, die in ihren eigenen Särgen schlafen oder, dass dieser Orden ein „Schweigeorden“ sei, was es, genau genommen, in der katholischen Kirche gar nicht gibt.

Was jedoch wahr ist: die Kartäuser sind entschiedene Gottsucher. Im Schweigen und in Einsamkeit, aber auch in ihrer Arbeit und den gemeinschaftlichen Übungen ist es ihr Sinnen, Gott die Ehre zu geben. Nur wegen ihm selbst, wegen dem Herrn Jesus Christus, tritt ein Katholik in einen Orden ein und erst recht in die Kartause. Hier gibt es nur wenig Ablenkung und Zerstreuung. Der Mensch wird auf sich selbst zurück geworfen, muss sein eigenes Elend, seine eigene Kleinheit erfahren und, was noch wichtiger ist, aushalten, und sich selbst Gott ohne Bedingungen unterwerfen. Das Kartäuserleben ist ein entschiedenes Leben des Gebetes und der Kontemplation. Er, Christus, will dieses Leben formen und umgestalten.  Somit wird ein Kartäuser quasi von Berufswegen zum Spezialisten für Gebet, Kontemplation, Schweigen und Einsamkeit. Wollte Miek Pot einfach nur davon profitieren, dass sie sich stets als ehemalige Kartäuserin bezeichnet?  - Nun gut, dass sie keine Kartäuserin war sondern „Bethlehem-Schwester“ fällt vielleicht wirklich nur denjenigen auf, die sich ein bisschen auskennen. Kommen wir deswegen zu dem entscheidenden Punkt.

Wenn jemand wie Miek Pot, über zwölf Jahre Erfahrung im Klosterleben besitzt und dazu noch in einem mit strenger Klausur, wenn sie ein Buch über dieses Leben schreibt und in Zeitungen und Zeitschriften über sich berichten lässt und im Fernsehen auftritt, aber höchsten in einem Nebensatz von Gott redet, kaum von Jesus Christus, - dann frage ich mich, ob sie nicht etwas entscheidendes verpasst hat. Das wichtigste im Mönchsleben, im Leben einer Nonne, kommt bei ihr kaum vor. Sie spricht über das Schweigen und die Einsamkeit und vergisst die göttlichen Personen. Miek Pot ging nicht ins Kloster um Gott zu dienen, ihn anzubeten und zu verherrlichen, auch nicht um fürbittend für andere Menschen vor Gott zu stehen; allein, sie wollte Erfahrungen machen.

Miek Pot hat im Jahr 2011 im Lübbe Verlag ihr deutsches Buch herausgegeben „In der Stille hörst du dich selbst. Meine 12 Jahre in einem Schweigekloster“.  Bereits der Titel weißt darauf hin: es geht um die Erfahrung von Stille, um gemachte Erfahrungen und um den esoterischen Begriff „Schweigekloster“. Der Verlag tut sein übriges dazu und schreibt „Angezogen von der Aussicht auf Stille tritt sie in den Kartäuserorden ein“ um weiter fortzufahren „Fast zwölf Jahre verbringt sie im Schweigen, einem Seinszustand, den sie als inspirierende Versenkung und Weg zu sich selbst empfindet“. Welche besseren Voraus-setzungen bedarf es also, dieses Buch als Bestseller in den Esoterikabteilungen der Buchläden, auch und gerade der Klosterbuchhandlungen, anzubieten um ein Verkaufsschlager zu werden?

Die Suche nach Stille und „Rettung aus einem ausschweifenden Leben" hat die gebürtige Niederländerin Miek Pot einst ins Kloster geführt. Im Jahre 1987, schreibt sie, sei sie in ihr „Kartäuserinnenkloster" eingetreten, das zur „katholischen Kirche" gehöre. Sie gehörte aber einem 1950 entstandenen Orden an, der sich zwar zum Teil an der Spiritualität der Kartäuser orientiert, mehr noch aber auch an der Lebensweise des östlichen Mönchtums. Die Schwestern nennen sich, und werden allgemeinhin so genannt: „Bethlehem-Schwestern". Offiziell ist ihr Name „Monastischen Familie von Bethlehem, der Aufnahme Mariens in den Himmel und des heiligen Bruno".

Schon während ihres Geschichtsstudiums, das sie eher als eine Party ansah, denn als ernsthaftes Studium, spürte Miek Pot den Drang, sich mit Spiritualität zu beschäftigen. Sie übte Zen in einem Trappistenkloster und ging für ein Jahr in ein Benediktinerinnenkloster ihrer Heimat, dessen Schwestern ihr aber zu alt erschienen, um selbst dort einzutreten. Die „zahlreichen Gesangsstunden und die täglichen Freizeitmomente", die sie mit Menschen verbringen musste, die sie sich „nicht selbst ausgesucht hatte", empfand sie als „Einschränkung auf meinem Weg nach innen".

Während ihrer Zeit in der Monastischen Familie von Bethlehem lebte Miek Pot in zwei verschiedenen Gemeinschaften. Eingetreten war sie in das heute nicht mehr bestehende Kloster in „Marche-les-Dames" in den Ardennen, unweit von Namur. Aus gesundheitlichen Gründen schickte man sie in ein südfranzösisches Haus in der Nähe der berühmten ehemaligen Zisterzienserabtei „Le Thoronet".

Der Leser des Buches erfährt manch interessantes Detail aus diesem Leben in der Stille, fragt sich aber, ob sie alle stimmen können. Die Schwestern im Noviziat wurden durch die „Johannes-Brüder“ in Theologie unterrichtet. Diese seien mit ihrer „förmlich vor Rom-Hörigkeit triefenden Theologie“ „katholischer als der Papst" gewesen. Interessant auch, dass sich die Nonnen ihre Haare nicht schneiden durften und ihr selbst die Haare bis zum Gesäß reichten; - wohl angelehnt an einen Brauch im östlichen und frühen Mönchtum, wo man die Rasur bei Mönchen nicht kennt. Tatsächlich dürfen die Haare jedoch gemäß den Vorschriften des Ordens geschnitten werden.

Miek Pot suchte die Stille und die Schönheit. Sie verstand darunter beispielsweise auch ihre Weiblichkeit. So habe es im Kloster keinen Spiegel gegeben haben. Sie erbat sich dann einen und bekam tatsächlich eine Spiegelscherbe. Gerne hielt sie ihr Gesicht in die Sonne, um braun zu werden. In der Fastenzeit machten die Schwestern „Übungen“, bei denen sie sich „mit dem Gesicht nach unten zu Boden" warfen. Dies sei „einige Hundert Mal am Tag" geschehen. Ihr seien diese Übungen zwar „gegen den Strich" gegangen. Sie akzeptierte sie aber, weil sie aufgrund mangelnder Bewegung „vermutlich gesund und auch notwendig" gewesen seien. Sie verschweigt dabei, dass sowohl der Begriff „Metanoia", als auch die in ihrer Gemeinschaft gemachten Übungen, in Wirklichkeit dem östlichen Mönchtum entlehnt waren. Die Gläubigen werfen sich vor dem Kreuz oder vor Ikonen nieder, beziehungsweise sie verneigen sich vor ihnen und bekreuzigen sich. Es sind Zeichen der Anbetung oder der Buße.

Die Ehemalige Nonne wurde später wieder aus Südfrankreich zurück in das Ardennenkloster zurück versetzt. Von hier aus sollte sie, ob ihrer niederländisch-flämischen Muttersprache, den Orden mit unterstützen und eine Gründung im flämisch-sprachigen Belgien vorbereiten. Bei der Gründung eines Klosters gelte es, viele bürokratische und finanzielle Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Das fiel ihr nach eigenem Bekunden aber schwer und sie litt darunter. In jener Zeit seien auch die neuen Ordensstatuten bearbeitet worden und mussten jetzt im Alltagsleben umgesetzt werden. Miek Pot fühlte, dass dadurch ihre „bisherigen Bezugssysteme" zusammengebrochen seien. Ihr waren all diese Dinge zuwider und führten schließlich zu ihrem Entschluss, den Orden zu verlassen.

Die Lektüre des Buches ist stellenweise wirklich interessant, besonders im ersten Drittel. Doch tatsächlich kann der gewählte Untertitel dem Inhalt des Buches nicht gerecht werden, denn lediglich zwischen den Seiten 21 und 88 wird über das Klosterleben berichtet. Der Größte Teil ihres 235seitigen Werkes, das in seiner deutschen Ausgabe aus zwei im niederländischen original erschienene Bücher entstanden ist, widmet Miek Pot indes spirituellen Impulsen über das Sitzen, das Schweigen, die Stille oder die Kontemplation, wie man sie ähnlich in so vielen Werken auf dem esoterischen Buchmarkt finden kann. Substanzielles über den geistlichen Weg der Autorin ist dabei nicht zu entdecken. Auch, und das habe ich oben bereits angedeutet, vermisst der Leser etwas dezidiert „Katholisches" in einem Buch, das doch über zwölf Jahre Leben in einem katholischen Orden berichten möchte. Jedenfalls kommen Jesus Christus und Gott in dem Buch, außer als Randbemerkungen, nicht vor.

Außerdem finden manche Fachbegriffe eine unpräzise Verwendung. Die Priorin des Klosters wird einmal als „Beichtschwester" bezeichnet. Meistens aber wird sie im Buch „Starets" oder „Starezi" genannt. Pot meint damit ihren „persönlichen Coach", Richtig wäre „Starez" in der Bedeutung von „geistlicher Führer", nicht jedoch in der Bedeutung von „Beichtvater" zu wählen. Besonders in der Philokalie, einer Sammlung der Lehren des östlichen Mönchtums, wird der „Starez" als ein Lehrer des geistlichen Lebens beschrieben, der in der Darstellung des Jesusgebetes besondere Bedeutung gewann.

Miek Pot hat eine Chance vertan, zum Wesentlichen der Suche nach Stille vorzudringen, die kein Selbstzweck sein kann, weil sie für den Christen immer die Suche nach Gott beinhaltet. Aber vielleicht war dies auch nicht das Ziel des Buches.

Ja, ich bin sicher, es war nicht ihr Ziel. Vielmehr hat sie schnell erkannt, dass sie mit ihren „Erfahrungen“ Geld verdienen kann. Sie hat gespürt, dass sie damit Menschen anspricht, dass sie das Zeitgefühl dieser Dekade getroffen hat.  Miek Pot leitet und besitzt heute ein eigenes Meditationszentrum in den Niederlanden. Sie reist viel und schreibt über ihr Thema, auch in Deutschland und auch in katholischen Zeitschriften.

Aus katholischer Sicht ist sowohl von dem Buch als auch von anderen Aktivitäten um die Person von Miek Pot abzuraten.

Den Medien ist zu raten, dass sie nicht in weiten Teilen die Dummheit und Unwissenheit der Menschen voraussetzen, sondern besser recherchieren. Doch dies ist alleine mit „geschulten“ sondern nur mit gebildeten Mitarbeitern möglich.





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