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Donnerstag, 17. Dezember 2015

Wenn du mit deinem Bruder redest

Sei ein Vorbild des Glaubens und der Liebe
im brüderlichen Gespräch.
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(freie Übersetzung)


Freitag, 2. Oktober 2015

Eine Berufungsgeschichte zum Kartäusermönch

„Berufungsgeschichten“ berühren mich schon seit frühester Kindheit. Ich habe sie stets aufgesaugt und verband sie immer mit der Berufung zum Priestertum oder zum Ordensleben. Besonders haben mich dabei immer die Berufungen interessiert, von denen man eher wenig erfährt: denen in „strenge Orden“. Zweifellos fallen jene in den Kartäuserorden darunter. Heute will ich von einer dieser Berufungen berichten. Es handelt sich um eine recht junge Berufung, denn sie wurde erst in den letzten Monaten besiegelt.

Der Mönch um den es hier geht, nennen wir ihn Marianus, erhielt erst am 27. Juni 2015 in seinem Kloster, einer französischen Kartause, die Priesterweihe. Damit ist nach menschlichem Ermessen seine klösterliche Laufbahn vollendet. Nur seine Oberen und Gott können ihm nun noch weitere Aufgaben im Orden zuteilen. Somit ist die Priesterweihe wohl auch der letzte Hinweis, die letzte Spur, die von einem Kartäusermönch in der Welt hinterlassen wird. Denn irgendwer wird sicher auf diese Priesterweihe hinweisen, sei es die Familie, alte Freunde, die Herkunftspfarrei oder das Bistum, wenigstens aber das Bulletin des Bischofs, der die Weihehandlung vorgenommen hat. Danach wird es wieder still um den Mönch. Seine Erinnerung wird bei vielen Menschen verblassen. - So will ich an dieser Stelle festhalten, was ich über die Geschichte der Berufung unseres Pater Marianus erzählen kann.

Marianus wurde in einem osteuropäischen Land noch zu Zeiten des Eisernen Vorhang geboren. Nach der Grundschule lernte er einen handwerklichen Beruf und besuchte eine Fachschule in Abendkursen um die Hochschulreife zu erwerben. Mit 19 Jahren wollte er dem Ruf des Herrn folgen, verließ jedoch die Ausbildung und wurde Benediktiner. Doch schon nach kurzer Zeit merkte er, dass dies nicht sein Ort war und kehrte wieder zurück; er sagte „meine Motivation war nicht genug durchdacht." Er beendete seine Ausbildung und begann ein Hochschulstudium mit den Schwerpunkten Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre. Dazu arbeitete er in verschiedenen Tätigkeitsbereichen. Aber, er arbeitete auch an seiner Berufung. Er spürte, dass Gott ihn rief, dass er ihn etwas schmecken ließ, so, als ob Gott ihn in seine große Gnade anrührte.

Marianus hatte eine Freundin, aber sie konnte ihm nicht das Gefühl vermitteln, das sein Herz ersehnte. Er fühlte sich allein. Nur Gott konnte ihn überwältigen. In dieser Zeit kehrte er wieder in sein erstes Kloster zurück. Doch diesmal wurde im klar, dass es nicht das Leben der Benediktiner war, das er suchte, es war das kontemplative Leben, das sicher sein Herz befrieden könnte. Er suchte ein Kloster, in dem eine strenge Regel das kontemplative Leben unterstützt und fördert und fand es in Frankreich im Orden der Trappisten.

Nun lernte Marianus mit Hilfe von Büchern und Kassetten französisch und wurde im Alter von 26 Jahren Trappist, - um doch wieder nur zu erfahren, dass er immer noch nicht an dem Ort angekommen war, an dem Gott ihn haben wollte. Nach einem Jahr schickten ihn seine Oberen in seine Heimat zurück. Das Leben unter den Trappistenmönche lehrte ihn viel; vor allem die Nächstenliebe, diese kleinen Gesten, die sich im lächeln oder kleinen Verdemütigungen und Zuwendungen verstecken können. Marianus  übernahm in seiner Heimat eine Arbeit, der er einige Jahre nachging, ohne seine Berufung zu vergessen. Er hat oft an seine Trappistenbrüder denken müssen und zögerte sogar, vielleicht doch wieder zu ihnen zurückzukehren.

Aber sein Herz suchte die Einsamkeit und fand, dass die Ehe ihm ein gutes Beispiel dafür gäbe. Er sah das Eheleben so, dass sich die zwei Liebenden nicht ständig unterhalten und reden, sondern dass auf einer Bank in einem Park sitzen, nicht sprechen, beieinander sind, ohne etwas zu sagen, weil sie lieben, sie schweigen. Marianus verfügt nun über die Gewissheit, dass es diese Person ist - und Gott.

Im November 2005 ging Marianus wieder nach Frankreich und trat in ein Kloster der Kartäuser ein, er wurde Novize, - er war angekommen.   

Am 30. Mai 2008 legte er die zeitlichen Gelübde ab. Danach konnte er mit dem Studium der Philosophie und der Theologie beginnen, damit er irgendwann zum Priester geweiht werden könnte. Marianus durfte am 7. Juni 2013 die Ewigen Gelübde ablegen; er wurde am 28. September 2014 zum Diakon geweiht.


Sonntag, 12. Juli 2015

„Sehfrau" in der Kartause

Im Sommer ist üblicherweise auch die Zeit, in der „Sehmänner" und „Sehfrauen" einen ersten Besuch in einer Kartause machen dürfen. Auf diesem Bild sehen wir eine „Sehfrau", die beim wöchentlichen Spaziergang zum erstenmal Kartäuserinnen kennen lernen darf.


Foto © La Croix


Freitag, 19. Juni 2015

Priesterweihe am Fest des Heiligsten Herzens Jesu

Vor genau einer Woche, am 12. Juni 2015, 
dem Fest des Heiligsten Herzens Jesu, 
wurde Pater Michael Maria, 
Mönch der Kartause Pleterje in Slowenien, 
die Priesterweihe erteilt.
 * * * * * * *
Um ein Gebetsgedenken wird gebeten.


Freitag, 12. Dezember 2014

Der Kartäuser als Gefangener Christi -4/4-

Das Gelübde der Beharrlichkeit (- in unserer Welt).

Das hesychastische Verständnis der Beschauung (ruhen, in der Zelle sitzen) ist eng verknüpft mit dem kartusianischen Verständnis der Beharrlichkeit. Beides steht im Widerspruch zur heutigen Leistungsgesellschaft. So werden Krankheit, Alter und Tod tabuisiert; sie werden nicht mehr als eine Chance gesehen, sich in die kontemplative Dimension der menschlichen Existenz einzuüben, wo der Sinn, das Spielerisch-Schöpferische (vielleicht das Kindliche) den Vorrang haben, vor dem unmittelbar Nützlichen.

Sicher besteht ein tiefer Zusammenhang zwischen dieser Tabuisierung und Abwertung des Beschaulich-kontemplativen einerseits, und andererseits mit dem anwachsen der verschiedenen Zwänge, unter denen wir heute leiden: Managerkrankheit, Stress, Drogen, Gewalt, Pornographie, unmenschliche Arbeitsbedingungen, usw.

Der Kartäuser als Gefangener Christi möchte durch sein ganzes Leben auch diesen Menschen nahe sein und einen Weg der Befreiung vorleben.

(vgl. Hollenstein)


Donnerstag, 11. Dezember 2014

Der Kartäuser als Gefangener Christi -3/4-

Das Gelübde der Beharrlichkeit (- die Statuten).

„Deshalb bin ich, Paulus, der Gefangene Christi Jesu für euch Heiden" (vgl. Eph 3,1; 2 Kor 11,23).

Das Leben eines Mönches, eines Einsiedlers oder Reklusen, ist eine Analogie zum Leben des hl. Paulus.

Die Statuten sagen:
„Der Mönch kann seine volle Hingabe an Gott nur verwirklichen, wenn er das ganze Leben hindurch in seiner Berufung ausharrt. Dazu verpflichtet er sich in Freiheit mit den feierlichen Gelübden. Darum ist die Profess unwiderruflich, und darum soll der Mönch sich vor seinem Gelöbnis zuerst hinsetzen und überlegen, ob er sich in der Tat Gott für immer übereignen will. Kraft der Profess wird der Mönch in die Gemeinschaft als eine ihm von Gott geschenkte Familie eingereiht; in der er mit Leib und Seele Wurzel fassen soll. Jeder, der in seinem Stand geweiht wurde, ob Pater oder Bruder (oder Schwester), bleibe also in der Berufung, zu der er gerufen wurde, und zeichne sich darin aus, zur reicheren Heiligkeit der Kirche und zur größeren Ehre der einen und ungeteilten Dreifaltigkeit."

(vgl. Hollenstein)


Mittwoch, 10. Dezember 2014

Der Kartäuser als Gefangener Christi -2/4-

(Biblische Grundlegungen)

In der Hl. Schrift werden alle Zwänge dieses Lebens: Sklaverei, Süchte, Krankheit, Tod, im Letzten als Folge der Sünde gesehen. Die Geschichte des Gottesvolkes ist eine Geschichte der Befreiung, die in Jesus ihren Höhepunkt erreicht hat. Er wurde mit uns solidarisch, bis in den Tod.
Er stieg hinab in das Reich des Todes "und predigte den Geistern im Kerker", und "er stieg hinauf zur Höhe und erbeutete Gefangene und gab den Menschen Geschenke" (1 Petr. 3,18-4,6; Eph 4,8; 2 Kor 2,14).
Jesus führt in seinem Siegeszug Gefangene mit, um sie an seinem Siege teilnehmen zu lassen.

Nach Paulus wird der von der Sünde Befreite, 
ein Gefangener Christi:
„Frei von der Sünde seid ihr Knechte der Gerechtigkeit geworden" (Röm 6,12-23; 1 Kor 7,22).
„Der im Herrn berufene Sklave ist ein Freigelassener des Herrn;
ebenso ist der als Freigeborener Berufene, ein Sklave Christi".

(vgl. Hollenstein)


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