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Dienstag, 17. April 2012

Lieber noch weniger

Aus den Consuetudines - (Kap. LXXIX)

2. Und wenn unsere Nachfolger aus uns unbekannten Gründen an diesem Ort nicht mehr das zum Leben Notwendige für eine doch so beschränkte Anzahl von Religiosen haben sollten, ohne die lästigen Bürden des Bettelns und des Vagabundierens, sollten sie unserem Rat folgend diese Anzahl auf eine Zahl beschränken, die sie ohne die vorgenannten Gefahren ertragen können. Denn wir, die hier zurzeit leben, wünschten obgleich wir so wenige sind-, lieber noch weniger zu sein, als zu jenen Übeln unter Aufrechterhaltung oder Vermehrung unserer Zahl zu gelangen.

Montag, 16. April 2012

Selbstschutz

Aus den Consuetudines - (Kap. LXXIX)

1. Wir sind aus demselben Grund dazu gezwungen, nur eine beschränkte Zahl aufzunehmen, wie wir uns nicht um die Reittiere der Gäste (vgl. Kp. 19) kümmern können, und wie wir kein Haus zur Verteilung von Almosen haben. Der Grund ist folgender: Falls wir zu größeren Ausgaben gezwungen würden, als dieses Haus tragen kann, würden wir anfangen zu betteln und zu vagabundieren. Und davor haben wir einen Abscheu.

Sonntag, 15. April 2012

Bewohner

Aus den Consuetudines - (Kap. LXXVIII)

2. Die Zahl der Laienbrüder, die wir Konversen nennen, ist auf 16 begrenzt. Im Augenblick sind es mehr, denn einige von ihnen sind alt und gebrechlich und können nicht mehr arbeiten. Darum waren wir gezwungen, mehr aufzunehmen. Wir werden folglich, sobald die, welche jetzt gebrechlich sind, sterben, keine anderen mehr aufnehmen.

Samstag, 14. April 2012

Zahl der Bewohner

Aus den Consuetudines - (Kap. LXXVIII)

1. Die Zahl der Bewohner dieser Einsiedelei ist auf 13 Mönche begrenzt. Es ist nicht so, dass wir immer so viele sind, denn zur Zeit sind wir es nicht, sondern dass wir nur so viele aufnehmen, falls Gott sie schickt. Doch wenn einer um Aufnahme bitten würde, dessen Nutzen und gutes Verhalten derart ist, dass man kaum einen solchen wiederfinden würde, fügen wir ihn als vierzehnten hinzu, freilich wenn man hofft, dass die Einnahmen des Hauses es zu erlauben scheinen.

Freitag, 13. April 2012

Früchte und Salat

Aus den Consuetudines - (Kap. XXXIII)

7. Was an Brot und Wein übriggeblieben ist, geben wir am Samstag zurück. Wenn wir im Refektorium speisen, fügt man dem Gemüse oder den Hülsenfrüchten Käse oder eine ähnliche Pitanz * (= Zugabe) hinzu und, falls vorhanden, beim Abendessen entweder Früchte oder Salat.

* Der Ausdruck Pitanz kommt vom Lateinischen pieras (= Frömmigkeit) und meint eine zusätzliche Speise.

Donnerstag, 12. April 2012

Wein

Aus den Consuetudines - (Kap. XXXIII)


6. Wein trinken wir nur zum Mittag- oder Abendessen. *

* Außerhalb der beiden einzigen Mahlzeiten ist das Weintrinken verboten.

Mittwoch, 11. April 2012

Vergessen der Welt

Aus den Consuetudines - (Kap. LXXIX)

3. Man soll nicht mit Geschenken rechnen, die uns eventuell geschickt werden. Denn wir dürfen nicht sichere Lasten um unsicherer Wohltaten willen auf uns nehmen, die wir weder annehmen noch ohne große Gefahr einlösen können. Vielmehr muss man in Rechnung stellen, was diese Einöde, in der wir leben, durch Ackerbau oder Weidewirtschaft erbringen kann. Wenn man das beachtet, vermag die genannte Anzahl von Personen hier zu leben, doch unter der Bedingung, dass sie mit der gleichen Hingabe wie bisher an der Demut, Armut, Nüchternheit in Nahrung und Kleidung und den anderen Dingen zum gemeinsamen Gebrauch festhalten und so schließlich im Vergessen der Welt und in der Liebe zu Gott, für den alles ertragen und getan werden muss, von Tag zu Tag voranschreiten.

Montag, 9. April 2012

Ostermontag

Aus den Consuetudines - (Kap. IV, Liturgie)

31. Wir feiern diese vier ganzen Tage auf feierliche Weise: Am Montag, Dienstag und Mittwoch werden zur Laudes zwei Leuchter angezündet und es wird inzensiert. Am Mittwoch ziehen sich die Laienbrüder zurück. * Am Donnerstag, Freitag und Samstag singen wir in der Kirche die Sext und speisen im Refektorium. An den vier ersten Tagen der Oster- und Pfingstwoche wird kein (anderes) Fest gefeiert. Wenn an den drei anderen Tagen ein Fest mit drei Lesungen fällt, machen wir nur eine Erwähnung (Commemoration); wenn es ein Fest mit zwölf Lesungen ist, wird es ganz gefeiert. Die Oster-Responsorien singen wir vierzig Tage lang.

* Die Laienbrüder kehrten am Mittwoch ins untere Haus zurück und nahmen am folgenden Tag ihre Arbeit wieder auf.

Sonntag, 8. April 2012

Ostersonntag

Aus den Consuetudines - (Kap. IV, Liturgie)

29. Am heiligen Ostertag kommunizieren alle Laienbrüder, soweit es ihre Dienste und Werkstätten erlauben, zwischen Metten und Prim. Die Messe wird mit der den Sonntagen eigenen Feierlichkeit gesungen. Zwei oder drei Mönche assistieren dem Priester. *

30. In der Hauptmesse kommuniziert die Klostergemeinde ** und die Laienbrüder, die noch nicht kommuniziert haben.

* Ein Priester bedient den Zelebranten und singt das Evangelium. Ein anderer, gewöhnlich der Prokurator, liest die Epistel.
** Im 12.Jahrhundert kommunizierten auch die Priester am Ostertag. Dieser Brauch hatte sich bis 1949 erhalten.

Samstag, 7. April 2012

Karsamstag

Aus den Consuetudines - (Kap. IV, Liturgie)


28. Nachdem man am Samstag in der Zelle Sext und Non gebetet hat, während der Priester sich ankleidet, versammeln wir uns in der Kirche. Zuerst kommen vier Lesungen mit drei Traktus und die abgekürzte (Allerheiligen)Litanei. Dann beginnen wir mit dem Kyrie eleison feierlich die Messe. Wir singen das Gloria in excelsis; zünden (auf dem Altar) zwei Kerzen an und empfangen den Friedenskuss. Kein Weihrauch. Nach Beendigung der Messe läutet man die Glocke und wir singen in feierlicher Weise nach monastischem Ritus die Vesper.

Freitag, 6. April 2012

Karfreitag

Aus den Consuetudines - (Kap. IV, Liturgie)

26. Am Karfreitag knien wir (zu den Fürbitten) und beten das Miserere (Psalm 51).

27. Während dieser drei Kartage betet jeder die Fürbitten des Stundengebetes schweigend. Dabei benutzen wir stets dieselbe Oration [...], fast ganz nach dem Ritus der Kleriker. Andere Beschäftigungen unterlassend beten wir eifrig das Psalterium. Der Sakristan putzt mit Unterstützung der Laienbrüder die Kirche. Auf ein Zeichen, [...], beten wir Sext und Non in der Zelle unmittelbar nacheinander; [...]. Auf ein neues Zeichen hin versammeln wir uns in der Kirche und feiern den traditionellen Karfreitagsgottesdienst. [...]. Es folgt eine zweite Lesung mit Traktus. Dann die Leidensgeschichte [...].  Nach ihr die Fürbitten. Sobald diese beendet sind, legt der Priester das Messgewand ab. Wir ziehen Schuhe und Strümpfe aus und küssen ehrfürchtig das vom Diakon dargereichte Kreuz. Dabei betet jeder leise für sich:
 „Wir beten dich an, Christus, und preisen dich, denn durch dein Kreuz hast du die Welt erlöst.“

Inzwischen singt die Gemeinschaft die Antiphon Nos autem gloriari oportet und
die Responsorien Popule meus und Expandimanus. Danach bringt man das Kreuz an seinen Platz zurück. Der Priester wäscht sich die Hände und legt das Messgewand wieder an. Der Diakon reicht ihm den Kelch mit Wein und sodann den Leib des Herrn. [...]. [...]. Man singt kein Agnus Dei.  Auch nicht am Samstag. Nachdem der Priester den Leib des Herrn konsumiert hat, rezitieren wir (barfuß) zu zwei und zwei mit halblauter Stimme die Vesper.

Donnerstag, 5. April 2012

Fußwaschung

(Siehe Consuetudines Kap. IV, Liturgie)

Nach dem Essen versammeln sich alle Mönche
im Kapitelsaal zum Mandatum, der Fußwaschung.
Der Prior wäscht und küsst allen die Füße.
Ihm selber werden sie vom Ältesten der Gemeinschaft gewaschen. 

Foto: R. Leser, Kartause Marienau, Gründonnesrstag 1974, Fußwaschng
(Bildquelle: Das Fotoarchiv von R. Leser mit seinen Fotos der Kartause Marienau, befindet sich in Stuttgart im "Haus der Geschichte Baden-Württemberg".)

Gründonnerstag

Aus den Consuetudines - (Kap. IV, Liturgie)

19. Der Gründonnerstag ist Festtag. Wir haben aber nur neun Lesungen wie die Kleriker. Zum Benedictus wird das ewige Licht ausgelöscht, um in diesem Detail den Brauch der Kirche nachzuahmen.

20. Zur Prim versammeln wir uns in der Kirche; nach dem Kapitel beten wir sodann in der Zelle die Terz. Jeder wäscht sich und betet die Sext ebenfalls in der Zelle. In der Kirche feiern wir Non, Messe und Vesper.

21. In der Messe wird eine ganze Hostie des Leibes des Herrn aufbewahrt, um am Karfreitag vom Priester konsumiert zu werden.

22. Nach dem Essen versammeln sich alle Mönche und Laienbrüder, soweit als möglich, im Kapitelsaal zum Mandatum. * Hier wäscht und küsst der Prior oder der, dem er es aufgetragen hat, allen die Füße. Ihm selber werden sie vom Ältesten der Gemeinschaft gewaschen. Dabei singen die übrigen geeignete Antiphonen. Nachdem alle die Hände mit dem Wasser gewaschen haben, das der Prior über sie gießt, zündet man eine Kerze an und liest das Evangelium (Johannes Kp. 13-17). Bis zu den Worten „Nachdem er wieder Platz genommen" (Jo 13,12) bleiben alle stehen.

23. Von diesem Satz ab hören wir die Lesung sitzend bis zu den Worten „Stebt auf, wir wollen weggehen von hier“ (Jo 14,31). Unter dem Vortritt des Diakons begeben wir uns ins Refektorium, wo wir den Rest der Lesung sitzend anhören. Sobald sie beendet ist, wird jedem von den Konversbrüdern Wein vorgesetzt. ** Der Priester spricht den Segen. Wir trinken aus und ziehen uns zurück. Nachher wird der Altar entblößt. ***

24. Nach dem Essen oder nach dem Mandatum bereiten die Mönche an diesem Tag die Lesungen und Responsorien der beiden folgenden Tage vor, denn sie kehren erst am Samstag nach dem Essen ins Klaustrum zurück.

* Die Zeremonie der Fußwaschung wird nach dem ersten Wort der begleitenden Gesänge „Mandatum“ genannt: vgl. Jo 13,34.
** Eine Tasse Wein. Weingläser gab und gibt es für die Mönche nicht.
*** Die Kerzen und Altartücher werden weggeräumt: Symbol für die Entblößung Christi am Kreuz.

Mittwoch, 4. April 2012

Pitanz

Aus den Consuetudines - (Kap. XXXIII)

5. Für das Abendessen oder, falls wir nur einmal essen, für das Mittagessen, erhalten wir Salat oder Früchte, falls vorhanden sind. Wir bewahren einen kleinen Vorrat davon auf und erhalten von derselben Art nichts mehr, solange wir noch genug davon haben. Doch Käse, Fisch, Eier oder etwas Ähnliches, was wir Pitanz * nennen, bekommen wir nur einmal täglich. Was übrigbleibt, geben wir zurück.

* Der Ausdruck Pitanz kommt vom Lateinischen pieras (= Frömmigkeit) und meint eine zusätzliche Speise.

Dienstag, 3. April 2012

Zwei Mahlzeiten

Aus den Consuetudines - (Kap. XXXIII)


4. Von Ostern bis zu dem vorgenannten Tag essen wir am Dienstag, Donnerstag und Samstag zweimal.

Montag, 2. April 2012

Nur eine Mahlzeit

Aus den Consuetudines - (Kap. XXXIII)


3. Von den Iden des September (= 15. September) bis Ostern essen wir nur einmal am Tag, ausgenommen an Hochfesten.

Sonntag, 1. April 2012

Palmsonntag

Aus den Consuetudines - (Kap. IV, Liturgie)


17. Nachdem am Palmsonntag die Terz gesungen, der Priester das Messgewand angelegt und man das Confiteor gesprochen hat, werden die Palmzweige gesegnet, mit Weihwasser besprengt und vom Priester jedem einzelnen gereicht. Dabei singt man die Antiphon Collegerunt. Es folgt das Dominus vobiscum und die Oration Omnipotens sempiterne Deus.

Samstag, 31. März 2012

"Bessere Speisen"

Aus den Consuetudines - (Kap. XXXIII)

2. Am Dienstag, Donnerstag und Samstag kochen wir selber unsere Hülsenfrüchte oder etwas Ähnliches. Vom Koch erhalten wir Wein und am Donnerstag Käse oder eine bessere Speise. *

* Fisch, Eier, Milchspeisen.

Freitag, 30. März 2012

Fasten und Essen

Aus den Consuetudines - (Kap. XXXIII)

1. Nun haben wir vom Fasten und von den Mahlzeiten zu sprechen:
Am Montag, Mittwoch und Freitag begnügen wir uns mit Wasser und Brot, und falls einer es wünscht, mit Salz.

Donnerstag, 29. März 2012

In der Kirche

Aus den Consuetudines - (Kap. XXIX)


6. Im Allgemeinen beten wir nur Metten und Vesper in der Kirche und die Komplet immer in der Zelle. Sonst kommen wir, außer an Festtagen oder Vigilien oder Tagen von Jahresgedächtnissen, nicht zur Kirche.

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