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Dienstag, 25. November 2014

Selige Beatrix (Beatrice de Ornacieux)

Heute feiert der Kartäuserorden das Fest der Kartäusernonne Beatrix (oder Beatrice). Sie wurde in dem Dorf Ornacieux an der Isère, in der Dauphiné geboren. Sie trat in die Kartause Parmenien ein und gründete 1300 das Kloster von Eymeux (Drôme), wo sie am 25. November 1303 (oder 1309) in bitterer Armut entschlief.

1869 wurde sie von Papst Pius IX. seliggesprochen.

Das Leben der seligen Beatrix wurde von einer anderen Kartäuserin, von Marguerite Oingt, festgehalten. In dieser Lebensbeschreibung wird besonders ihre glühende Liebe zu Jesus dem gekreuzigt Heiland hervorgehoben.

O Gott, du hast der seligen Jungfrau Beatrix gewährt,
in der Nachahmung des Leidens deines Sohnes
unseres Herrn, Jesus Christus,
ein Opfer der Liebe zu sein.
Laß uns ihm,
 durch ihre Führsprache und ihr Beispiel
 in seinem Leiden folgen. Amen.



Die selige Beatrix,
dargestellt mit dem Kreuz
und den Marterwerkzeugen.
Außerdem trägt sie die Stola,
eine besondere Auszeichnung,
die Kartäuserinnen
bei der Jungfrauenweihe erhalten.

+

Collecta – Tagesgebet
Deus, qui beátam Beatrícem vírginem in imitatióne Passiónis Dómini nostri Iesu Christi caritátis víctimam effecísti:
da nobis, ut eius intercessióne et exémplo, eiúsdem Fílii tui Passiónibus communicántes in terris / ad ætérnam glóriam perveníre mereamur in caelis: Per Dominum.

Dienstag, 18. November 2014

Der heilige Kartäuser und Bischof Hugo von Lincoln – auch Hugo von Avalon genannt

Hugo stammte aus Avalon in Burgund, wo er um 1140 geboren wurde. Er war der jünste Sohn des Herrn von Avalon. Doch lebte er hier nur wenige Jahre. Er wuchs im Kloster der regulierten Chorherren auf, wo er auch eine gediegene Ausbildung erhielt. Mit etwa zwanzig Jahren lernte er die Große Kartause kennen, und obwohl er bereits bei den Chorherren seine Gelübde abgelegt hatte, war sein innerer Drang, in die Einsamkeit zu gehen, so groß, dass er aus seinem Kloster floh und  in der Grande Chartreuse eintrat. Im Jahre 1165 wurde er dort zum Priester geweiht. Bald betraute man ihn mit dem Amt des Prokurators.

Sein guter Ruf verbreitete sich in ganz Frankreich. Auch König Heinrich II. von England wurde auf ihn aufmerksam und berief ihn, die Kartause Witham in Somerset zu reformieren und als Prior zu leiten.

Die Kartäusergemeinschaft blühte kräftig auf. Prior Hugo genoss die Liebe und das Zutrauen aller ihrer Mönche. Er wirkte einige Jahre segensreicher in seiner klösterlichen Familie.

Der bischöfliche Stuhl von Lincoln war schon 18 Jahre verwaist.  Nachdem der König dem Domkapitel das lange vorenthaltene Wahlrecht zurückgab, fielen die Stimmen der Kapitulare einmütig auf Prior Hugo. Obwohl er sich weigerte Bischof zu werden, erhielt er am 21. Sept. 1186 vom Erzbischof Balduin von Canterbury die Bischofsweihe.

Altarbild aus der Kartause  
Thuison-les-Abbeville, Frankreich,
Hl. Hugo von Lincoln mit Schwan
Hugo wird in der Kunst immer zusammen mit einem Schwan dargestellt, quasi als Attribut. Dies geht auf eine Begebenheit zurück, die sich am Tag des Einzuges Bischof Hugos in Lincoln ereignet haben soll. – Auf einem Weiher, der sich in der Nähe befand, habe sich ein Schwan eingefunden, der größer als die übrigen Schwäne war. Er habe alle anderen Schwäne getötet, bis auf ein weibliches Tier. Niemand konnte sich dem großen Schwan nähern, ohne dass dieser mit seinem Schnabel und seinem Flattern seine Angriffslust gezeigt hätte. Nur Bischof Hugo konnte sich ihn nähern. Aus seiner Hand nahm er sogar kleine Brotstückchen an. Er hielt sich immer in der Nähe des Bischofs auf, gleichsam zur Wache und zur Schutzwehr. Nur wenn der Bischof wieder in sein Haus ging, sei der Schwan wieder auf das Wasser gegangen.

Christus am Kreuz mit den Heiligen
Bruno, Hugo von Lincoln und Hugo von Grenoble
Öl auf Leinwand, um 1600
(Kölner Kartause St. Barbara ?)
Der hl. Hugo als Bischof fühlte und erkannte seine eigene Schwäche und Unwürdigkeit. Er war ein Freund der Aussätzigen, besuchte sie oft und küsste ihre Wunden. Als ihm Jemand vorhielt, der hl. Martin habe einen Aussätzigen durch einen Kuss geheilt, er aber heile die Wunden nicht, die er küsse, gab Hugo zur Antwort: „Der Kuss des hl. Martin heilte den Aussätzigen, der Kuss aber, den ich einem Aussätzigen gebe, heilt meine Seele.“ - Bischof Hugo zog sich in jedem Jahr wenigstens einmal in seine, von ihm so innig geliebte, Kartause von Witham zurück.

Anstatt bei Übertritten von Gesetzen und anderen Missbräuchen Geldstrafen, wie es andere taten, zu verlangen,  verordnete er Strafen geistlicher Natur. Dies sollte dem Zwecke der Religion besser entsprechen. Ebenso sorgte er für die Würde des Gottesdienstes und vollendete den Bau seiner Kathedrale. Sie steht noch heute und ist eines der schönsten Denkmäler aus der katholischen Zeit.

Unter dem Könige Johann musste Hugo eine politische Gesandtschaft übernehmen, um am Hofe des Königs Philipp August von Frankreich zwischen beiden Mächten den Frieden zu vermitteln. Als er zurückkam, befiel ihn ein sehr heftiges Fieber. Er konnte nicht mehr weiterreißen und musste in London bleiben.

Im Vertrauen auf die göttliche Gnade, die er stets anrief, sah er hier getrost und freudig seinem Ende entgegen. Am Feste des hl. Matthäus empfing er die Sterbesakramente. Auf dem mit Asche bestreuten Boden liegend, starb er endlich (vermutlich) am 17. Nov. 1200  mit den Worten: „Nun lässt du, o Herr, deinen Diener im Frieden scheiden“.

Bischof Hugo wurde in seiner Kathedrale in Lincoln beigesetzt. Drei an Gicht Leidende und einige andere Kranke fanden beim Gebet an seinem Grabe Genesung. So wurde er 1222 durch Papst Honorius III. heilig gesprochen.

Im Römischen Martyrologium wird seine Gedenktag am 17. November geführt.




Samstag, 3. Mai 2014

Martyrium der englischen Kartäuser

Am 4. Mai ist der Jahrestag des schrecklichen Martyriums der ersten drei von achtzehn englischen Kartäusermönchen, die zwischen 1535 und 1537 ihr Leben für Kirche und Wahrheit hingaben. 

Die Kartäuser wurden vor dem Staat schuldig, weil sie der traditionellen Lehre der treu blieben und nicht bereit waren, den Forderungen des Staates zu gehorchen. Vorausgegangen war die Errichtung der Kirche von England durch ihre Trennung vom apostolischen Stuhl (Schisma). König Heinrich VIII. verleibte sich die englische Kirche unter, und damit sich selbst als Herrscher des Staates, und er wurde somit zum obersten Religionsführer. Der Ausgangspunkt war die Weigerung der rechtmäßigen römisch-katholischen Kirche, König Heinrichs bestehende Ehe zu scheiden damit er ein weiteres mal heiraten durfte. 

Die Mönche und unzählige gläubige Laien starben also, weil sie das Eheband verteidigten und nicht der Wiederverheiratung nach einer Ehescheidung zustimmten.

Die ersten drei Mönche die gemartert wurden waren die Heiligen John Houghton, Robert St. Lawrence und Augustine Webster, die alle zu Tyburn, London, am 4. Mai 1535 ihr Leben lassen mussten.

Der heilige John Houghton wurde 1486 geboren. Er studierte er an der Universität Cambridge und beschloss danach Kartäuser zu werden. Im Jahre 1515 trat er in die Kartause London, wo er im Jahr 1523 zum Priester geweiht wurde. Vorübergehend lebte er in der Kartause von Beauvale. Im Jahre 1531 kehrte er in die nach London, in seine Kartause zurück, wo er von den Mönchen zum Prior gewählt wurde. Im Jahre 1534 wandte er sich gegen die Forderungen von König Heinrich VIII., und wurde verhaftet und wieder frei gelassen. Im folgenden Jahr, 1535, wurde er mit seinem Mitbrüdern ins den Kerker geworfen, wo er bis zu seiner Hinrichtung in Tyburn am 4. Mai 1535  bleiben musste.

Der heilige Robert Lawrence war Prior des Klosters von Beauvale. Auch er wurde nach seiner Verhaftung und dem Todesurteil in Tyburn am 4. Mai 1535 erhängt und sein Leib zerschlagen. Er wurde im Jahr 1970 heilig gesprochen.

Der heilige Augustine Webster studierte in Cambridge . Er wurde Kartäuser und im Jahre 1531 Prior des Klosters von Axholme. Auch er wurde verhaftet, verurteilt und gehängt sowie gevierteilt, am 4. Mai 1535. Seine Heiligsprechung erfolgte 1970.

Der Maler Vicente Carducho (1576/1578 - 1638) erinnert in einer Serie von Gemälden an diese beschämende Episode des Martyriums der Kartäuser. Der Vorfall, auf der Leinwand festgehalten, zeigt das Gefängnis, in dem die Prioren der Klöster von London, John Houghton, von Beauvale (Nottingham), Robert Lawrence und Augustine Webster von Axholme gefangen waren.

Zum vergrößern: BILD ANKLICKEN

Das Gemälde besteht aus zwei Szenen:

Im Vordergrund sehen wir die drei an Säulen angekettete Kartäusermönche in dem berüchtigten Gefängnis „Tower of London“. Fast gleichgültig gegenüber ihrem Todesurteil scheinen sie fast einen Ausdruck von Gelassenheit auszustrahlen. Ihre Gesichter sehen wir in tiefer Frömmigkeit versunken.

Im Hintergrund links, zeigt uns der Maler die Szene der Hinrichtung. Die zum Tode verurteilten wurden aus dem Gefängnis an den Ort ihres Martyriums nach Tyburn geschleppt. Ihre am Galgen hängenden Leiber wurden, zum Teil noch lebend, vom Galgen genommen und verstümmelt.

Denn die Wut der Schergen war brutal. Nach dem Erhängen der drei armen Kartäuser wurden sie von den heftigen Schlägen der Äxte regelrecht niedergeschlachtet. Ihre Köpfe aber wurden angekettet und den übrigen Gefangen vorgeführt.


Donnerstag, 24. April 2014

Roselina de Villeneuve, selige Kartäuserin

Die Selige Roselina (1263 - 17. Januar 1329) wurde in die heute noch existierende Familie der ‚de Villeneuve‘, in Südfrankreich hineingeboren. Bereits im Mädchenalter machte sie ein privates Gelübde der Jungfräulichkeit.

Als sie 16 Jahre alt war, wollte sie Kartäuser-Nonne werden. Sie wusste ein wenig vom Leben in einer Kartause, da eine ihrer Tanten Priorin in einem nahegelegenen Kloster war. Dort gab es aber kein Noviziat, so dass Rosaline 1280 in die Kartause Saint André de Ramires bei Gap in den französischen Alpen eintrat. Im Jahre 1288 erhielt sie die Jungfrauenweihe aus den Händen des Bischofs von Fréjus. Es wird berichtet, diese Gnade hätte sie in einen Zustand der Ekstase versetzt, die den ganzen Tag andauerte.




Roselina war für ihre Neigung zur Askese bekannt. Sie reduzierte ihren Schlaf und lebte nur von Wasser und Brot den Tagen, an denen sie nicht zur Kommunion ging. In ihrem Kartäuserinnenleben war das Gebet war für sie am wichtigsten. Jede Nacht verbrachte sie lange Stunden im Gebet. Aufgrund ihrer Herzensreinheit gewährte ihr Gott, dass sie in den Herzen der Menschen lesen konnte.

Im Jahre 1300 wurde Roselina Priorin und blieb dies 29 Jahre. Sie starb im Alter von sechsundsechzig Jahren in großer Heiligkeit. Sofort gab es Wunder: Blinde konnten wieder sehen und viele Kranken wurden geheilt. Fünf Jahre nach ihrem Tod, im Jahre 1334, ordnete Papst Johannes XXII. an, ihr  Grab zu öffnen. Ihr Körper war völlig unverwest. Dieser Zustand besteht bis zum heutigen Tag.

Im Jahre 1851 bestätigte Papst Pius IX. ihre „Heiligkeit“, die ihr das Volk schon längst zubilligte, und erlaubte die Feier ihres Festes für die Diözese Fréjus, und im Jahre 1857 für den ganzen Kartäuserorden.

Heute begeht der Kartäuserorden ihren Festtag am 6. Juli, der besonders für die Kartäuserinnen ein besonders begangen wird.

Unverwester Leichnam der seligen Roselina


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