Dienstag, 18. November 2014

Der heilige Kartäuser und Bischof Hugo von Lincoln – auch Hugo von Avalon genannt

Hugo stammte aus Avalon in Burgund, wo er um 1140 geboren wurde. Er war der jünste Sohn des Herrn von Avalon. Doch lebte er hier nur wenige Jahre. Er wuchs im Kloster der regulierten Chorherren auf, wo er auch eine gediegene Ausbildung erhielt. Mit etwa zwanzig Jahren lernte er die Große Kartause kennen, und obwohl er bereits bei den Chorherren seine Gelübde abgelegt hatte, war sein innerer Drang, in die Einsamkeit zu gehen, so groß, dass er aus seinem Kloster floh und  in der Grande Chartreuse eintrat. Im Jahre 1165 wurde er dort zum Priester geweiht. Bald betraute man ihn mit dem Amt des Prokurators.

Sein guter Ruf verbreitete sich in ganz Frankreich. Auch König Heinrich II. von England wurde auf ihn aufmerksam und berief ihn, die Kartause Witham in Somerset zu reformieren und als Prior zu leiten.

Die Kartäusergemeinschaft blühte kräftig auf. Prior Hugo genoss die Liebe und das Zutrauen aller ihrer Mönche. Er wirkte einige Jahre segensreicher in seiner klösterlichen Familie.

Der bischöfliche Stuhl von Lincoln war schon 18 Jahre verwaist.  Nachdem der König dem Domkapitel das lange vorenthaltene Wahlrecht zurückgab, fielen die Stimmen der Kapitulare einmütig auf Prior Hugo. Obwohl er sich weigerte Bischof zu werden, erhielt er am 21. Sept. 1186 vom Erzbischof Balduin von Canterbury die Bischofsweihe.

Altarbild aus der Kartause  
Thuison-les-Abbeville, Frankreich,
Hl. Hugo von Lincoln mit Schwan
Hugo wird in der Kunst immer zusammen mit einem Schwan dargestellt, quasi als Attribut. Dies geht auf eine Begebenheit zurück, die sich am Tag des Einzuges Bischof Hugos in Lincoln ereignet haben soll. – Auf einem Weiher, der sich in der Nähe befand, habe sich ein Schwan eingefunden, der größer als die übrigen Schwäne war. Er habe alle anderen Schwäne getötet, bis auf ein weibliches Tier. Niemand konnte sich dem großen Schwan nähern, ohne dass dieser mit seinem Schnabel und seinem Flattern seine Angriffslust gezeigt hätte. Nur Bischof Hugo konnte sich ihn nähern. Aus seiner Hand nahm er sogar kleine Brotstückchen an. Er hielt sich immer in der Nähe des Bischofs auf, gleichsam zur Wache und zur Schutzwehr. Nur wenn der Bischof wieder in sein Haus ging, sei der Schwan wieder auf das Wasser gegangen.

Christus am Kreuz mit den Heiligen
Bruno, Hugo von Lincoln und Hugo von Grenoble
Öl auf Leinwand, um 1600
(Kölner Kartause St. Barbara ?)
Der hl. Hugo als Bischof fühlte und erkannte seine eigene Schwäche und Unwürdigkeit. Er war ein Freund der Aussätzigen, besuchte sie oft und küsste ihre Wunden. Als ihm Jemand vorhielt, der hl. Martin habe einen Aussätzigen durch einen Kuss geheilt, er aber heile die Wunden nicht, die er küsse, gab Hugo zur Antwort: „Der Kuss des hl. Martin heilte den Aussätzigen, der Kuss aber, den ich einem Aussätzigen gebe, heilt meine Seele.“ - Bischof Hugo zog sich in jedem Jahr wenigstens einmal in seine, von ihm so innig geliebte, Kartause von Witham zurück.

Anstatt bei Übertritten von Gesetzen und anderen Missbräuchen Geldstrafen, wie es andere taten, zu verlangen,  verordnete er Strafen geistlicher Natur. Dies sollte dem Zwecke der Religion besser entsprechen. Ebenso sorgte er für die Würde des Gottesdienstes und vollendete den Bau seiner Kathedrale. Sie steht noch heute und ist eines der schönsten Denkmäler aus der katholischen Zeit.

Unter dem Könige Johann musste Hugo eine politische Gesandtschaft übernehmen, um am Hofe des Königs Philipp August von Frankreich zwischen beiden Mächten den Frieden zu vermitteln. Als er zurückkam, befiel ihn ein sehr heftiges Fieber. Er konnte nicht mehr weiterreißen und musste in London bleiben.

Im Vertrauen auf die göttliche Gnade, die er stets anrief, sah er hier getrost und freudig seinem Ende entgegen. Am Feste des hl. Matthäus empfing er die Sterbesakramente. Auf dem mit Asche bestreuten Boden liegend, starb er endlich (vermutlich) am 17. Nov. 1200  mit den Worten: „Nun lässt du, o Herr, deinen Diener im Frieden scheiden“.

Bischof Hugo wurde in seiner Kathedrale in Lincoln beigesetzt. Drei an Gicht Leidende und einige andere Kranke fanden beim Gebet an seinem Grabe Genesung. So wurde er 1222 durch Papst Honorius III. heilig gesprochen.

Im Römischen Martyrologium wird seine Gedenktag am 17. November geführt.




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