Montag, 17. November 2014

Kartäuserinnen in Italien (8/8)

Der Tag einer Kartäuserin

In der Kartause der Dreifaltigkeit sind neben der strengen Tagesordnung auch persönliche Anpassungen, die in Übereinkunft mit der Priorin getroffen werden, möglich.

Die Kirche

Im Allgemeinen gilt folgendes: Die Gebets- bzw. Tageszeiten  des göttlichen Offizium unterscheiden sich Matutin, Laudes, Prim, Terz, Sext, Non, Vesper und Komplet. Jeder dieser Tagezeiten geht das Offizium der seligen Jungfrau Maria voraus, oder es folgt danach.

Noviziat und Juniorat

Jeder Tag beginnt in der Mitte der Nacht, wenn um 0:15 Uhr in die Kirche die Matutin und die Laudes gesungen werden. Nach ca. 1 ½ Stunden gehen die Schwestern in ihre Zellen zurück um nach dem Marienoffizium den zweiten Teil ihrer Nachtruhe zu beginnen. Um 7 Uhr wird in daselbst die Prim gebetet, wonach sich die Nonne der geistlichen Lesung widmet. Bei der Heiligen Messe, die um 8 Uhr beginnt und im Kartäuserritus zelebriert und im gregorianischen Choral gesungen wird, sind alle Kartäuserinnen anwesend. Im Gehorsam geht anschließend jede Schwester ihrer Arbeit nach, sei es in ihrer Zelle, im Garten, in der Wäscherei, in der Küche oder bei einer anderen Aufgabe.
Refektorium

Am Mittag bekommt die Kartäuserin von der diensthabenden Schwester eine einfache Nahrung in ihre Zelle gebracht. Das Essen besteht, entsprechend den Bedürfnissen jeder einzelnen Schwester,
aus einer Suppe, Nudeln, Reis oder Kartoffeln, und Gemüse; manchmal gibt es Fisch, Eier und Milchprodukte, immer wird Obst gereicht. Auf Fleisch und Fleischspeisen wird verzichtet. Die Ernährung ist gesund und ausreichend. In der Zeit von Kreuzerhöhung bis Ostern, die als traditionelle Fastenzeit der Mönche gilt, gibt es Einschränkungen bei der Nahrungsaufnahme. Besonders in der Quadragesima und in der Adventszeit wird gefastet. - Nach der Vesper kann in der Zelle noch eine kleine Mahlzeit eingenommen werden.

Kapitelsaal

Nach dem Mittagessen kann jede Schwester sich der Lesung hingeben, in ihrem Garten spazieren gehen oder etwas arbeiten. Dazwischen wird durch den Ruf der Glocke immer wieder zum Gebet gerufen. Die Vesper wird in der Kirche gemeinsam gesungen. Anschließend ist in der Zelle freie Zeit bis zur Komplet. Spätestens um 20 Uhr beginnt die Nachtruhe.


Blick über die Klostermauer


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