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Montag, 25. August 2014

Lanspergius - Spott gegen die Mönche

„Ob es heute wenige Mönche gibt oder viele,
ich fürchte, dass diejenigen Mönche,
die sich der Kutte entledigt und
das klösterliche Leben aufgegeben haben,
niemals echte Mönche sein wollten.

Um Mönch zu sein muss man sich Mühe geben.
Wo wir also am Klosterleben festhalten,
und doch von euch mit jenem Namen verspottet werden,
da verfolgt man uns, nur weil wir Mönche sind;
wir werden also nur darum verhöhnt,
weil wir ein frommes Leben führen. „

Johannes  Justus Lanspergius, Kartäuser in Köln - (1488-1539)



Sonntag, 24. August 2014

Lanspergius - Schriften

„Ein edels Schatzbüchlein der göttlichen Liebe“  - ist einer jener Titel, die in deutscher Sprache erschienen sind. Es sind dies Auszüge aus dem großen Werk des Lanspergius „Pharetra Divini Amoris“.

Dieses Buch des Lanspergius war ein großer Erfolg in der Aszetisch-mystischen Literatur des späten Mittelalters bis in das zwanzigste Jahrhundert.

Jesus redet selbst zu der Seele; es ist dies ist eine ursprüngliche, eine ganz persönliche Art, wie dieser Kartäusermönch den Umgang mit seinem Herrn und Meister gepflegt hat - im tiefen, persönlichen Gespräch – und im lauschen. Jesus Christus redet in diesem Buch zu seinem Leser, zu seiner Seele.

Lanspergius drängt uns, die Einladung Jesu mit dem eigenen entblößten Herzen einfach aufzunehmen. Er will, dass die treue Seele bei ihm einkehrt und bleibt; er spricht: Bleibe bei mir, lass den Moment mit mir zur Ewigkeit werden, denn meine Ewigkeit ist deine Zukunft.

„Pharetra Divini Amoris“ ist eine reiche Sammlung von Gebeten und Texten und kann zu verschiedenen Gelegenheiten herangezogen werden, um das geistliche Leben zu inspirieren.

„Jeder Mensch, dessen Seele sich nach der Liebe und zu Gott sehnt, muss sich bemühen, sein Leben zu ändern und jede seiner Handlungen zu einem kontinuierlichen und beständigem Gebet werden lassen.“









Samstag, 23. August 2014

Lanspergius - Ohne Übung ermattet der Geist

Zur Erneuerung der Religion oder des geistigen Lebens ist es notwendig, Übungen des Geistes zu halten.
Wenn nämlich dem Geist die Übung fehlt, wenn ihm die Pflege mangelt, dann ermattet und vergeht jeder gute Vorsatz.

Damit aber dieser genährt und erwärmt werde,
tun dem Geiste Übungen not.
Solche sind: mündliches Gebet,
in Gemütsbewegung übergehende Betrachtung,
oder sonst irgendeine Art von Übung,
die den Geist erweckt,
ihn umschmelzt und entflammt,
und dies alles gemäß dem Verständnis,
dem Stande, der Gnade und dem Vermögen
eines jeden einzelne.

Johannes  Justus Lanspergius, Kartäuser in Köln - (1488-1539)


Freitag, 22. August 2014

Lanspergius - Unfromm leben ist kein Laster mehr, sondern Tugend

Lanspergius ging es um die Frömmigkeit. Tief ist er erschüttert von dem Verfall des kirchlichen Lebens. 
Wiederum lässt er Jesus Christus sprechen:

„Wie jammervoll heute die Gestalt der Kirche ist,
wie groß ihre Entstellung, ist allen sichtbar.
Überall liegt die Frömmigkeit darnieder,
allenthalben herrschen die Läster.
Unfromm leben ist kein Laster mehr, sondern Tugend.

Christi Evangelium wird zwar oft im Munde geführt,
im Leben aber erscheint es nirgendwo.
Die Menschen vergehen in ihren Schlechtigkeiten,
die Welt scheint in Brand zu stehen
durch die Bosheit der Menschen.

Was sollen da diejenigen tun, die sich quälen über den
unwiederbringlichen Verlust der Seelen,
die von Schmerz erfüllt sind über die Verachtung Gottes
und die der Eifer für Gottes Haus verzehrt?
Sicherlich keinerlei Versuch zu machen,
aus aller Kraft so großen Übeln sich entgegenstemmen,
das wäre eines Christenmenschen unwürdig.

Diese Überlegung hat mich dahin geführt,
etwas zu unternehmen, um den elenden und
verblendeten Menschen, die sich blindlings
in den Abgrund stürzen, ein Heilmittel darzubieten,
und, wenn auch nicht vielen,
so doch einigen wenigen zu nützen.

Nichts will ich für mich, nichts nehme ich für mich;
aber weil ich Christ bin, muss ich Schmerz empfinden
über den Untergang so vieler Seelen,
über die Not und die Entstellung der
von Tag zu Tag immer mehr
ermattenden Kirche."

Johannes  Justus Lanspergius, Kartäuser in Köln - (1488-1539)



Donnerstag, 21. August 2014

Lanspergius - Seelen gewinnen und zu MIR führen

Von dem ausgesprochenen Gedanken, dass die Orden zwar dem einen Evangelium gemäße, aber doch nur durch die Not der Zeit bedingte Formen der Frömmigkeit darstellen, kommt Landsberg dazu seine aszetischen Gedanken zu einem neuen  „Canon“, einer neuen ,,Regula"  zusammenzustellen. Das soll zwar keine Ordensregel sein, doch zielt das Ganze auf  ein frommes Gemeinschaftsleben hin.
Lanspergius legt weiter dem Heiland in den Mund:

„Wer diese Bruderschaft oder Regel annehmen
und sich ihr gemäß üben will,
der beuge die Knie vor dem Bilde meines Leidens
und bitte, dass er von mir zum Jünger aufgenommen
und von meiner Gnade übergossen und gekräftigt werde
und dass der gute Wille in ihm erstarke,
durch den er sich entschließt,
standhaft und unbeugsam
nach einer von diesen Regeln zu leben.

Er belehre auch andere
und gewinne mir Seelen und führe sie mir zu.
Wenn aber in einem Kloster oder in einer Stadt
mehrere dieses Vorsatzes leben,
so können sie sich gegenseitig in mir
aufmuntern und eine Bruderschaft bilden,
die nicht von den andern sich lostrennt,
sondern durch die Gleichheit des Vorhabens
in der Liebe geeint ist.

Sie sollen aber in diese nicht alle aufnehmen,
nämlich solche nicht, von denen man
nicht hoffen kann, dass ihr Geist standhaft ist
oder ihre andächtige Gesinnung ausharrt,
damit nicht die Leichtfertigkeit und Unbeständigkeit
derjenigen, die sich nicht bestehen,
das übernommene Vorhaben auch auszuführen,
auch das Vorhaben der anderen
schwächen und untergehen lassen."

Johannes  Justus Lanspergius, Kartäuser in Köln - (1488-1539)



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