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Samstag, 25. Oktober 2014

Charakterskizzen des heiligen Bruno (15/15)

Brunos Charakterzüge lassen sich in drei Koordinaten einzeichnen:

Auf der Weisheit 
beruhte sein kontemplatives Leben, seine Gelehrigkeit in der Schule des Heiligen Geistes, seine Ausgewogenheit und Ausgeglichenheit. 

Auf der Güte 
beruhten seine Liebe und Treue zu Gott, beruhten Gehorsam und Freude, liturgischer Kult und andere monastische Übungen. 

Auf der Einfachheit 
gründeten das Trachten nach dem einzig Notwendigen, nach Schweigen und eremitischer Einsamkeit, Beständigkeit und Armut.

Dieses Profil der Heiligkeit ragt heraus und kommt in der Intimität seiner Briefe zum Vorschein.

(Vgl. Gerardo Posada, Der heilige Bruno, Kapitel: Güte - Weisheit – Einfachheit, 157ff)


Freitag, 24. Oktober 2014

Charakterskizzen des heiligen Bruno (14/15)

Verzichten und Gestalten

Es folgte eine zweite Periode des Suchens, des Verlangens und der Gestaltung der monastischen Observanz. Eine neue Prüfung schnitt dieses Ringen ab: der unumgängliche Ruf des Papstes. Eine Reihe von Verzichten (Chartreuse, Rom, Reggio) krönten und formten sein Charisma.

In einer letzten Etappe, ohne besonders auffällige Widerwärtigkeiten, lebte er intensiv seine kontemplative Berufung und bereitete sich auf den endgültigen Ruf zur ewigen Heimat.

(Vgl. Gerardo Posada, Der heilige Bruno, Kapitel: Güte - Weisheit – Einfachheit, 157ff)


Donnerstag, 23. Oktober 2014

Charakterskizzen des heiligen Bruno (13/15)

Dynamisches Wachstum

All diese Charaktereigenschaften waren gewiß nicht auf einmal da. Es mußte ein dynamisches Wachstum gegeben haben, durchwebt von Reinigungen, Anrufen des Geistes und Auslieferung der Seele, von denen wir allein den Widerschein wahrnehmen.

In einer ersten Etappe, es sind zwanzig Jahre Lehramt, erwarb er sein tiefes biblisches Wissen. Der Fall des Manasse übte und belebte seinen kirchlichen Sinn. Die Verfolgung läuterte die Liebe. Ein plötzlicher Einbruch des Geistes rief ihn zur Wüste und seine großmütige Antwort beendete diese Phase.

(Vgl. Gerardo Posada, Der heilige Bruno, Kapitel: Güte - Weisheit – Einfachheit, 157ff)


Mittwoch, 22. Oktober 2014

Charakterskizzen des heiligen Bruno (12/15)

Bruno besaß die seltene Gabe wirklicher Einfachheit.

Die Vollkommenheit des Geschöpfes ist in sich geteilt; in dem Maße, wie es sich Gott nähert, vereinfacht und vereint es auf IHN hin alle Affekte und Potenzen. Mit aufrichtigem Glauben umfaßte er das Mysterium: Trinität, Eucharistie, Inkarnation; gab er den Lehrstuhl, Ämter und Reichtümer auf, um Christus nachzufolgen; floh er entschlossen vor Würden, die dem  Herzen schmeicheln; war er dem Papst gehorsam ohne zu zögern, indem er seine Gründung im vollen Feuer des Wachstums verließ; war er so sehr von zeitlichen Geschäften losgelöst, um nicht einmal eine Regel zu schreiben. Diese Einfachheit stieg aus seinem Herzen auf, in dem Gott allein herrschte. Obgleich wir bei Bruno nicht sagen können, Gott habe hier das Einfältige vor der Welt gewählt, um die Weisen zu beschämen, wurde doch in seinem Fall die Weisheit einem von Herzen einfachen Menschen verliehen. Seine Einfachheit war das beste Erbe, das er seinen Nachfolgern hinterließ.

(Vgl. Gerardo Posada, Der heilige Bruno, Kapitel: Güte - Weisheit – Einfachheit, 157ff)


Dienstag, 21. Oktober 2014

Charakterskizzen des heiligen Bruno (11/15)

In diesen Tagen nach dem Rücktritt des bisherigen und der Wahl eines neuen Reverendus Pater (Kartäuser-General und Prior der Grande Chartreuse) erscheint es fast prophetisch, den Charakter des heiligen Bruno zu betrachten. Sind es doch alles Eigenschaften, die von einem Ordensoberen erwartet werden.

So wollen die Freunde des Ordens der Kartäuser noch intensiver für die Mönche und Nonnen beten und dafür, dass sie am 3. November eine Wahl nach dem Herzen Jesu treffen.

+ + +

„Von oben“

Dazu kam seine Treue zur kirchlichen Reform, seine herrliche Hingabe an den göttlichen Ruf und das anhaltende Gebet, in welchem er Stufen der Kontemplation erreichte, die der Gabe der Weisheit zugerechnet werden.

Bruno war kein Büchergelehrter. Was er ersehnte, lebte und lehrte, war die echte Kunst, auf das Höchste Gut hin zu leben, also eine Weisheit, die ‚von oben‘ kommt.

(Vgl. Gerardo Posada, Der heilige Bruno, Kapitel: Güte - Weisheit – Einfachheit, 157ff)


Montag, 20. Oktober 2014

Charakterskizzen des heiligen Bruno (10/15)

Lebens - Weise

Sein doktrinales und sittliches Lehramt wurde in Frankreich und darüber hinaus hoch geschätzt. Denken wir auch an seine Gründungen, zu denen ihm seine stets ergebene Schüler folgten, an seine monastische Schöpfung und an sein beispielhaftes Leben.

Es war eine Lebensweisheit, die Bruno durch das Studium der menschlichen Wissenschaften und des Wortes Gottes, in dessen Einsicht er hervorragte, erworben hatte.

(Vgl. Gerardo Posada, Der heilige Bruno, Kapitel: Güte - Weisheit – Einfachheit, 157ff)


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