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Samstag, 8. Juni 2013

Deutsche Kartäuser und das „Herz Jesu“, 3

Auch im Kartäuserorden findet die Herz-Jesu-Verehrung einen günstigen Boden im deutschen Mittelalter. Für Deutschland lassen sich aus den Kartausen von Köln, Erfurt, Trier, Nürnberg, Strassburg, und anderen bis zum 16. Jahrhundert wenigstens zwölf Mönche nennen, die nicht bloß selbst den Weg zum Herzen des Herrn gefunden, sondern auch andere zum Herzen Jesu geführt haben.

Die Satzungen Guigos (+ 1137), dem fünften Prior der großen Kartause, verbot den Mönchen mit dem „Munde zu predigen“, aber er empfahl fromme Bücher zu schreiben, um so den Menschen mit „Sehnsucht nach dem himmlischen Vaterlande“ zu entflammen. So haben die deutsche Söhne des heiligen Bruno im 15. und 16. Jahrhundert für die Verbreitung der Herz-Jesu-Verehrung gewirkt.

Ludolph von Sachsen (um 1300 – 1377) ist der erste von den deutschen Kartäusern, der über das Herz Jesu schreibt. Er hebt die asketische Bedeutung der Verehrung des Erlöserherzens für ein innerliches Leben hervor. Ludolph hatte fast dreißig Jahre lang gleichzeitig mit Meister Eckart, Tauler und Seuse dem Dominikanerorden angehört. Seine Herz-Jesu-Frömmigkeit ist ohne Zweifel dort geprägt worden.

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Das Herz Christi ist von der Wunde der Liebe zu uns verwundet worden, damit auch wir hinwiederum vermittelst der Liebe durch die Öffnung seiner Seite zu seinem Herzen eingehen und dort all unsere Liebe mit seiner göttlichen Liebe zu einer Liebe vereinigen können, wie das glühende Eisen eins ist mit dem Feuer.

Darum soll der Mensch um jener Wunde willen, die Christus für ihn am Kreuze empfing, als der Pfeil unüberwindlicher Liebe sein süßes Herz durchdrang, all seinen Willen mit dem göttlichen gleichförmig machen.

Um sich aber dem Leiden des Herrn gleichförmig zu gestalten, betrachte man, welch überaus erhabene Liebe Christus in der Öffnung seiner Seite uns bewiesen, indem er uns durch sie den weiten Zugang zu seinem Herzen gegeben hat. Es beeile sich also der Mensch, einzutreten in das Herz Christi; er sammle all seine Liebe und vereinige sie mit der göttlichen Liebe.

Durch die Verwundung des Herzens Christi, aus dessen Innern wie aus einer Quelle der Preis der Erlösung reichlich geflossen ist, wird auch unser Herz mit Recht zum Mitleid und zur Liebe verwundet. Gerade hier hat es sich gezeigt, wie überreich bei ihm die Erlösung ist.


(gefunden bei dicebatdismas)


Freitag, 7. Juni 2013

Deutsche Kartäuser und das „Herz Jesu“, 2

Mit erhabenem Gebetsleben und außergewöhnlichen mystischen Gnaden findet sich bei Dionysius dem Kartäuser (1402-1471) eine staunenswerte Gelehrsamkeit und literarische Fruchtbarkeit vereinigt. Neben Albertus Magnus gilt Dionysius als der größte Theologe, den Deutschland im Mittelalter hervorgebracht hat. Nicht minder groß ist er als Mystiker. In seinen Schriften kommt seine Herz-Jesu-Verehrung zum Ausdruck. In ihnen leitet er die Novizen an, im bitteren Leiden des Herrn auf die Gesinnung seines liebreichen Herzens zu achten.

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Man führte den Heiland ins Präsidium, um ihn zu geißeln.
Er lässt diese Marter freiwillig und ohne Widerstreben zu, mit einem Herzen voll Liebe, das danach verlangt, um unseretwillen eine so schmachvolle Strafe zu leiden.
Auf dem Kalvarienberg reißen ihm die Henker in grausamer Weise die Kleider von seinem heiligen Leibe. O, wie musste hierbei das göttliche Herz Jesu wiederum leiden, dieses so unschuldige, so schamhafte, so keusche Herz.

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O mein Herr und mein Gott,
es reuet mich, dich beleidigt,
deine heilsamen Ermahnungen
und inneren Einsprechungen verachtet
und dich nicht über alles geliebt zuhaben.
O gib mir die Gnade, dass mein Herz
davon ergriffen werde und ich
den Rest meines Lebens diese,
 meine Undankbarkeit, beweine.
Warum vermag doch meine Liebe und
mein Schmerz nicht alle meine Blutstropfen
in dein heiligstes Herz auszugießen,
um sie dir mit meinen Tränen aufzuopfern?
O mein Jesus, ich verlange weder
Leben noch Tod von dir.
Was ich wünsche, ist einzig und allein,
dass in allem nach deinem Wohlgefallen
dein heiliger Wille sich an mir erfülle.


(gefunden bei dicebatdismas)


Donnerstag, 6. Juni 2013

Deutsche Kartäuser und das „Herz Jesu“, 1

Wie im 13. Jahrhundert das Kloster zu Helfta, so war die Kölner Kartause im 16. Jahrhundert eine besondere Stätte der Herz-Jesu-Verehrung. Auch von hier stammen viele neue Schriften für die Verbreitung der Herz-Jesu-Frömmigkeit, die sich weit über ihre Zeit und die Grenzen Deutschlands erstreckten.

Es ist der Kartäuser Johannes Landsberger, auch Landspergius, (1490 – 1539) den man den Apostel der altdeutschen Herz-Jesu-Verehrung nennen kann. Sein Verdienst besteht darin dass er viel Schönes aus der deutschen Vorzeit in seinen Schriften zusammengefasst und zu wahren gewusst hat:

O welches Glück, alles Gute aus der
unerschöpflichen Quelle
des Herrn Jesu schöpfen zu können!
Wie trostreich, an dieser Quelle der reinsten
und süßesten Freuden sich nach Belieben
laben zu dürfen!
Wie überaus kostbar, ja unvergleichlich ist
der Wohlgeruch deiner Vollkommenheit, o Jesu!

Jesus ladet ein, hinzutreten zu diesem Altar,
zu diesem Heiligtum seines Herzens,
ja er zieht, wie von selbst, die er einladet, an sich heran.
Er ist der Führer derer, die er anzieht,
er stärkt sie so sehr, dass sie fürder, ohne Gefahr zu ermatten,
im Frieden seines Herzens ausruhen können.

O Liebe, unermessen groß,
Die uns aus Jesu Herzen fließt!
O süßes Herz,
Du öffnest weit die Allmacht deiner Güte,
Um uns zu retten um des Lebens Preis. 

(gefunden bei dicebatdismas)

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