mit Novizinnen und Aspirantin
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Sonntag, 22. Juni 2014
Freitag, 6. Juni 2014
Zeugnis einer Kartäuserin-Aspirantin (5/5)
Eine junge Frau beantwortete einige Fragen zu ihrer
Berufung als Kartäuserin. Der Text wurde zusammengefasst und anonymisiert.
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Jetzt sind sie
wieder zuhause, was werden sie nun tun?
Nach drei Monaten kehrte ich mit schmerzerfülltem
Herzen zu meiner Familie zurück. Aber ich kam wieder, in der festen
Überzeugung, so schnell wie möglich in die Kartause zurückkehren zu können.
Alle meine Verwandten und Freunde begrüßten mich herzlich; sie veranstalteten
sogar ein Fest, aber ich war nervös und niedergedrückt, weil diese Menschen
mich nicht verstehen konnten, auch nicht, dass ich unter der Trennung von der
Kartause litt. Mir fehlte die Stille; ich fühlte mich wie ein Fisch ohne Wasser;
ich hatte das Gefühl, nicht mehr zu dieser Welt zu gehörten. Jetzt werde ich warten
müssen, Geduld haben und beten. Gott wird mir ein Zeichen geben, um mich endgültig
zu entscheiden. Die Kartäuserinnen werden mir ihre Antwort geben. Alle
Anzeichen dafür, dass der Herr mich senden will, stehen gut. - Ich will bereit
sein, mich IHM ganz zu schenken, seiner Liebe.
++++++
Bald durfte die junge Aspirantin wieder nach Europa
reisen um Kartäuserin zu werden.
Donnerstag, 5. Juni 2014
Zeugnis einer Kartäuserin-Aspirantin (4/5)
Eine junge Frau beantwortete einige Fragen zu ihrer
Berufung als Kartäuserin. Der Text wurde zusammengefasst und anonymisiert.
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Wie weit entfernt
von der Realität des Lebens in der Kartause waren ihre Vorstellungen und
welches Resümee ziehen sie nach diesen drei Monaten?
Die Kartause war ganz anders, als ich gedacht hatte, besondere
in dem Sinne, dass es ein viel besseres Leben
ist als das allgemeine bürgerliche Leben! Ich hatte ein wenig Angst vor der
Steifheit und Strenge der Regel. Doch das Kartäuserleben ist zwar karg und
nüchtern in jeder Hinsicht, aber es ist nicht starr sondern es sind eine durchdringende
Freude und Diskretion spürbar. Alles, was sie tun, machen die Kartäuserinnen in
Liebe.
Vom Schweigen wurde ich mehr und mehr angezogen. Viele denken
bei der Kartause an vielfältige Bußübungen, ein absolutes Schweigen und an eine
große Einsamkeit, aber in Wirklichkeit ist dies nicht so. Die Kartause ist eine
einsame Gemeinschaft Gottes. Es gibt wirklich viel Schweigen und Einsamkeit,
aber es ist gibt auch das Gemeinschaftsleben. Wenn jemand irgendwelche wichtigen
Mitteilungen zu machen hat, kann sie das mit einem Zettel tun, der in den
Schalter gelegt wird, der auch dazu da ist, den Schwestern die Mahlzeiten in
ihre Zellen zu bringen.
Ich schlief sieben Stunden in der Nacht, in der Stille
und Einsamkeit meiner Zelle. In den drei Monaten bei den Kartäuserinnen ging
ich zweimal in der Woche um Mitternacht zur Matutin und ich durfte an den
Konferenzen im Noviziat teilnehmen. An dem gemeinsamen Kapitel am Sonntag, mit
der Lesung der Statuten nahm ich ebenso teil wie am gemeinsamen Essen im
Refektorium und am gemeinsamen Spaziergang. - Am Anfang ist die äußere
Einsamkeit nicht so stark, weil man so viele Dinge zu lernen hat und noch eingewiesen
werden muss.
Mittwoch, 4. Juni 2014
Zeugnis einer Kartäuserin-Aspirantin (3/5)
Eine junge Frau beantwortete einige Fragen zu ihrer
Berufung als Kartäuserin. Der Text wurde zusammengefasst und anonymisiert.
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Wie wurden Sie
aufgenommen und wie war das Leben bei den Kartäuserinnen?
Ich wurde in Europa von einigen freiwilligen Helfern
der Kartäuserinnen am Flughafen begrüßt und zum Kloster gebracht. Zuerst fühlte
ich mich ein wenig verloren. Die Priorin und die Schwestern begrüßten mich aber
mit Freude und Liebe. Obwohl ich noch nicht ihre Sprache konnte, haben sie mich
sofort beruhigt. Ich durfte zunächst für eine Frist von drei Monaten bleiben
und mit den Kartäuserinnen mitleben. Es gab zwölf Schwestern; ich war nun die
jüngste mit 21 Jahren, während der älteste im 94. Lebensjahr stand.
Das Leben als Aspirantin war ganz anders, als ich es
mir vorgestellt hatte. Es war nicht so streng, nicht so still und einsam, wie erwartet.
In meinen Gedanken dachte ich, die Stille und das Schweigen seien umfassend und
absolut. Ja, es gab große Zeiten der Stille, aber auch Momente, wo miteinander
gesprochen wurde. - Ich lebte in einem Zellenhäusschen wie alle anderen Nonnen,
und ich tat fast alles, was sie auch taten.
Für alle gab es eine Menge Arbeit, auch außerhalb der
Zelle. Jede Nonne wird langsam, Schritt für Schritt, an das neue Leben in der
Kartause gewöhnt. Man nimmt nicht schon von Anfang an an allen Konferenzen des
Noviziats teil, auch nicht in jeder Nacht an der Matutin. Es gibt Abstufungen
bei den Kartäusern um nach und nach in die monastischen Praktiken hineinzuwachsen.
Zwar gibt es gemeinsame Konferenzen im Noviziat, aber die
Ausbildung findet nicht in der Gruppe statt, hautsächlich ist sie ganz
individuell und wird jeder einzelnen Schwester angediehen. Die Novizenmeisterin
besucht regelmäßig die Novizinnen, Postulantinnen und Aspirantinnen in ihrer
Zelle, so dass diese Begegnungen der persönlichen geistlichen Schulung dienen. Diese
Treffen finden nach der feierlichen Profess nicht mehr statt, aber ich denke,
dass die Ausbildung im klösterlichen Leben niemals endet, wie ja auch das
christliche Leben eine tagtägliche Schulung ist, die erst mit dem Tod endet. - Wir
müssen in jedem Fall zulassen, dass der Herr es ist, der uns führen und formen
will.
Dienstag, 3. Juni 2014
Zeugnis einer Kartäuserin-Aspirantin (2/5)
Eine junge Frau beantwortete einige Fragen zu ihrer
Berufung als Kartäuserin. Der Text wurde zusammengefasst und anonymisiert.
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Was sagte ihre
Familie zu ihrer Entscheidung?
Als ich beschloss, trotz einiger Befürchtungen und
Ängste nach Europa und in die Kartause zu gehen, sagte ich meinen Eltern, dass ich
eine drastische Entscheidung getroffen hätte. Ich litt, aber nicht für mich, sondern
für sie, denn ich wollte nicht sehen, dass und wie sie leiden. Ich war bereit
zu gehen. Meine Mutter war sehr erschrocken und reagierte verbittert; besonders
als sie von der Einsamkeit der Kartäuserinnen hörte. Mein Vater fühlte Groll
gegen den Glauben, weil er ihr seine Tochter wegnahm. - Mein Vater brachte mich
aber zum Flughafen.
Montag, 2. Juni 2014
Zeugnis einer Kartäuserin-Aspirantin (1/5)
Eine junge Frau beantwortete einige Fragen zu ihrer
Berufung als Kartäuserin. Der Text wurde zusammengefasst und anonymisiert.
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Wie kamen sie mit
Kartäuserinnen in Kontakt? Wie erkannten sie, dass sie eine geistliche Berufung
haben und ob ihnen der Lebensstil in der Einsamkeit der Kartause zusagen
könnte?
Zuerst nahm ich zum Prior der Kartause in meinem Heimatland
Verbindung auf. Er erzählte mir vom Kartäuserleben; er war sehr nett. Wir
redeten miteinander, auch über mögliche Sprachbarrieren, die in einem fremden Erdteil
auf mich zukommen würden. Pater Prior brachte mich in Kontakt mit der Priorin
eines Kartäuserinnen-Kloster in Europa. Dann war es ganz leicht miteinander zu
kommunizieren. Ich fühlte in mir sofort eine starke Anziehungskraft zu diesem
Kartäuserinnen-Kloster. Aber ich zögerte zunächst noch, weil ich dachte, alles
wäre vielleicht nur so eine Art Schwärmerei, wie eine Sehnsucht nach der großen
Liebe. Davor hatte ich Angst, ebenso davor, dass ich für diese Berufung auf
einen anderen Kontinent gehen musste. Ich betete viel um Klarheit. Eines Tages bat
mich mein geistlicher Führer, ich solle mich prüfen und meine Berufungsentscheidung
vor die Wahl stellen: Karmel oder Kartause. Ich wählte die Kartause. Die
Berufung zur Stille, zum Schweigen und zur Einsamkeit, dieses Leben, nur für
Gott da zu sein, ganz in ihm zu leben, und natürlich für allen Menschen, - das
wollte ich. In der Kartause sind Stille und Einsamkeit sehr stark ausgeprägt.
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