Donnerstag, 5. Juni 2014

Zeugnis einer Kartäuserin-Aspirantin (4/5)

Eine junge Frau beantwortete einige Fragen zu ihrer Berufung als Kartäuserin. Der Text wurde zusammengefasst und anonymisiert.

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Wie weit entfernt von der Realität des Lebens in der Kartause waren ihre Vorstellungen und welches Resümee ziehen sie nach diesen drei Monaten?

Die Kartause war ganz anders, als ich gedacht hatte, besondere in dem Sinne, dass es ein viel besseres Leben ist als das allgemeine bürgerliche Leben! Ich hatte ein wenig Angst vor der Steifheit und Strenge der Regel. Doch das Kartäuserleben ist zwar karg und nüchtern in jeder Hinsicht, aber es ist nicht starr sondern es sind eine durchdringende Freude und Diskretion spürbar. Alles, was sie tun, machen die Kartäuserinnen in Liebe.

Vom Schweigen wurde ich mehr und mehr angezogen. Viele denken bei der Kartause an vielfältige Bußübungen, ein absolutes Schweigen und an eine große Einsamkeit, aber in Wirklichkeit ist dies nicht so. Die Kartause ist eine einsame Gemeinschaft Gottes. Es gibt wirklich viel Schweigen und Einsamkeit, aber es ist gibt auch das Gemeinschaftsleben. Wenn jemand irgendwelche wichtigen Mitteilungen zu machen hat, kann sie das mit einem Zettel tun, der in den Schalter gelegt wird, der auch dazu da ist, den Schwestern die Mahlzeiten in ihre Zellen zu bringen.

Ich schlief sieben Stunden in der Nacht, in der Stille und Einsamkeit meiner Zelle. In den drei Monaten bei den Kartäuserinnen ging ich zweimal in der Woche um Mitternacht zur Matutin und ich durfte an den Konferenzen im Noviziat teilnehmen. An dem gemeinsamen Kapitel am Sonntag, mit der Lesung der Statuten nahm ich ebenso teil wie am gemeinsamen Essen im Refektorium und am gemeinsamen Spaziergang. - Am Anfang ist die äußere Einsamkeit nicht so stark, weil man so viele Dinge zu lernen hat und noch eingewiesen werden muss.


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