Montag, 9. Juni 2014

Dom Gabriel Maria di Lorenzi, OCart

Dom Gabriel Maria di Lorenzi, eine äußerst interessante Persönlichkeit des Kartäuserordens, starb vor 10 Jahren in Evora.

Vito Lorenzi wurde am 1. Mai 1914 in Deutschland, im sächsischen Plauen, geboren.  Am 2. April 1938 wurde er nach seinem Theologiestudium in Trient zum Priester  geweiht. Danach wurde er Jesuit. Nach seinen Erlebnissen als Militärgeistlicher im 2. Weltkrieg beschloss er, seinen Lebensstil zu ändern.

Wie ernst er dies meinte zeigte sich, als er im Jahre 1959 bei den Kartäusern in Farneta (Italien) um Aufnahme bat. Am 8. Dezember 1964 wurde Pater Gabriel Maria als feierlicher Professe volles Mitglied seines Ordens. Er wurde in seinem Kloster bald Novizenmeister und später Prior. 

Die Ordensoberen schickten Dom  Gabriel, bewährt als Führungspersönlichkeit, im Jahre 1985 nach Serra San Bruno in Kalabrien, wo er als Prior eingesetzt wurde. Man kann sagen, dass er in Italien sogar außerhalb des Ordens sehr bekannt wurde, als er sich 1988 als Prior der Kartause von Serra von Bruna gegen die ausufernde Gewalt der Mafia in Kalabrien wandte. Anlässlich der Feier des 900. Jahrestages (1991) der Gründung des 2. Klosters des hl. Bruno in Kalabrien erhielt Dom Gabriel einen Brief von Papst Johannes Paul II.

Im Jahre 1993 kam er in die Kartause Scala Coeli in Evora-Portugal, wo er bis zum Tag seines Todes 2004 lebte. Zeitlebens war Dom Gabriel ein großer Verehrer der Muttergottes von Fatima.

Gabriel Maria di Lorenzi - 1993

Dom Gabriel beschreibt das Kartäuserleben, 
basierend auf drei Grundelementen:

- Das erste Merkmal des Ordens ist die harmonische Verschmelzung von Einsiedlerleben und zönobitischem Leben. Dadurch haben sowohl der Orden als auch die Glieder des Ordens ihre Vitalität erhalten. Es erlaubt den Mönchen, das strenge Leben eines Einsiedlers vom jugendlichen Alter an bis hinein ins hohe Alter anzunehmen und durchzuhalten.

- Der zweite Hinweis gilt der besonderen Architektur der Kartausen, die sich nicht nur deutlich von anderen Klöstern unterscheidet. Diese Architektur hat auch einen Einfluss auf das Alltagsleben im Kloster und auf das Verhalten der Mönche untereinander.

- Die dritte Eigenschaft ist die innere Struktur der Kartause, die sowohl die Priester als auch die Laienbrüder gleichermaßen als Kartäusermönche sieht. Ohne die Brüder könnte die Lebensweise der Patres als Einsiedler nicht aufrecht erhalten werden. Und ohne die Patres währen die Brüder ihrer Berufung beraubt. Diese Gruppe von Mönchen gab es von der Gründung der Kartause an. Es gab immer die Verbindung von Einsiedlerleben und Gemeinschaftsleben. Diese kontemplative Dimension ist der einzigartigen Charakter der Kartäuser, der einen besonderen Einfluss auf das Gleichgewicht ihres Lebens im Kloster. 

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Von Dom Gabriel Maria di Lorenzi gibt es dieses Büchlein in deutscher Sprache, das ich gerne empfehle und aus dem in diesem Blog schon mehrfach zitiert wurde. Es ist noch antiquarisch zu erhalten.

Gabriel di Lorenzi, Gott schauen.
Kartäusermönche beschreiben den Weg zur Kontemplation.
Aus dem Ital. übertragen von Mönchen der Kartause Marienau.
Echter-Verlag, 1996, 85 S., ISBN 3-429-01758-0

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Dom Gabriel im Garten seiner Zelle
Dom Gabriel wird in das Grab gelegt
Dom Gabriel in seinem Grab
Dom Gabriels Grab wird zugeschaufelt

Namenlose Gräber

 

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