Dienstag, 10. Juni 2014

500 Jahre Heiligsprechung Bruno von Köln (1/4)

Am 19. Juli 2014 jährt sich zum 500. Mal der Tag der Heiligsprechung des Gründers der Grande Chartreuse und damit des Ordens der Kartäuser. Papst Leo X. sprach ihn am 19. Juli 1514 heilig.

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Zunächst ein kurzer Blick auf den heiligen Bruno.

Bruno wurde in Köln um 1030 geboren. Er ging zum Studium an die Kathedralschule von Reims, die im ganzen christlichen Europa bekannt war. Dort schloss Bruno sein Studium ab und wurde Domherr des Domkapitels von Reims.

Aussagen ehemaliger Studenten bezeugen ihm eine hohe Qualität der Lehre und einen großen geistigen Einfluss auf sie. Sein Wissen, seine Integrität und seine Freundlichkeit waren berühmt. Bruno war ein großer geistlicher Lehrer und lebte im Zölibat.

Er hatte aber nicht die Priesterweihe empfangen, was aber in dieser Zeit nichts Außergewöhnliches war; denn es gab Regularkanoniker und Laien-Kanoniker. Selbst Papst Urban II., ein ehemaligen Schüler Brunos wurde erst acht Tage nach seiner Wahl zum Papst am 22.02.1088, am 02.03.1088 zum Priester geweiht.

Nach verschiedenen Auseinandersetzungen am Hof des Erzbischofs von Reims sah Bruno eine günstige Gelegenheit seiner inneren Neigung zu folgen. Mit einigen Gefährten führte er weit ab von Reims (Seche-Fontaine, Molesme) ein monastisches Leben. Das Besondere an Brunos Gründung war die Verbindung zwischen Eremitentum und Zönobitentum.

Bald (1084) aber verließ er mit sechs Freunden Burgund und machte sich auf den Weg nach Grenoble.  Bischof Hugo hatte kurz vorher einen Traum: er sah sieben Sterne, die den Weg zur Chartreuse zeigten. Als die sieben Gottsucher zu Bischof Hugo kamen, erkannte dieser, dass sie es sein mussten, die er im Traum sah, für die er ein Haus in der Wüste der Chartreuse bauen sollte. Hugo empfing die sieben Einsiedler mit großer Freundlichkeit und führte sie zu jener Einöde, die er gesehen hatte. Hier ließen sie sich die Sieben nieder. Sie begannen ein Leben voller Gebet und Kontemplation in Stille und Einsamkeit in den Bergen der Chartreuse. Bischof Hugues blieb sein ganzes Leben lang ihr Freund und Beschützer. 

Nur sechs Jahre waren seit der Ankunft in der Chartreuse vergangen, als im Frühjahr 1090 Papst Urban II., einer seiner ehemaligen Schüler (s. o.), Bruno als Berater zu sich nach Rom beorderte. Gebrochenen Herzens gehorchte er. Seine Brüder fühlten sich nach seiner Abreise entmutigt, ihre Berufung wankte. Doch nach kurzer Zeit rauften sie sich zusammen und setzten ihre Leben als Mönche fort, in der Zuversicht, dass Gott sie weiter führen werde.

Papst Urban spürte Brunos Sehnsucht nach der Einsamkeit. Er war bereit ihn wieder ziehen zu lassen, nach dem dieser selbst das Amt eines Erzbischofs ausgeschlagen hatte. Mit der Erlaubnis des Papstes durfte Bruno den päpstlichen Hof verlassen, aber nicht um in die Chartreuse zurückzukehren. In einer Einöde in Kalabrien (La Torre, Kloster „Maria dell` Eremo“) nahm Bruno das einsame kontemplative Leben wieder auf; und bald fanden sich wieder Begleiter um ihn, denen er ein Lehrer des geistlichen Lebens wurde.

Am 6. Oktober 1101 verließ Bruno diese vergängliche Welt, um voll und ganz in die Intimität mit Gott einzutauchen und sein Antlitz zu schauen.

Hl. Bruno, Basilika Sankt Peter, Rom



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