Die erste
Priesterweihe eines Kartäusermönchs in Lateinamerika
Am 11.
Dezember 2011, dem zweiten Adventsonntag, wurde erstmals einem Mönch der jungen
brasilianischen Kartause „Nossa Senhora
Medianeira“ die Priesterweihe
gespendet. Der Neupriester Pater Juan Diego Correa Valencia stammt aus
Kolumbien. Wegen der Bedeutung dieses wichtigen Ereignisses fand die
Priesterweihe in einer Kirche der benachbarten Stadt Ivora statt. Die Kirche
war überfüllt, als der Erzbischof der neuen Erzdiözese Santa Maria, Dom Adelar
Rubert Helio, in einem festlichen Gottesdienst die Ordination vornahm. Über einen großen Bildschirm konnten viele
Gläubige, die keinen Platz in der Kirche fanden, im nahen Gemeindezentrum die
Veranstaltung mit verfolgen. In seiner Predigt betonte der Erzbischof die
Bedeutung des kontemplativen Lebens der Kartäuser und dieses wichtigen
Ereignisses für die Gesellschaft und die katholische Kirche Brasiliens.

Der neue
Kartäuserpriester, Pater Juan Diego, trat im Jahr 2000 in das Kloster ein. Er verließ
seine Familie, seine Freunde, seinen Arbeitsplatz und seine muttersprachliche Heimat,
um sich ganz Gott auszuliefern. Dazu ging er vom spanischsprechenden Kolumbien in
den Süden Brasiliens (wo portugiesisch gesprochen wird), um das strenge klösterliche Leben in einer Kartause zu
beginnen. Die Bereitschaft seiner Hingabe an Gott, die er während seiner Ausbildungszeit immer
mehr zu vertiefen und zu bejahen lernte, vollendete sich nun mit seiner Weihe zum
Priester. Sicher ist die Priesterweihe eines Kartäusers ein großes Zeichen für viele junge
Menschen Lateinamerikas, dass es lohnt, ALLES zu verlassen, um im Erlernen des
geistlichen Reichtums der Kartäuser, die Nachfolge Christi anzutreten.
Der Name des jungen Mönchspriesters hat eine ganz besondere Bedeutung für den Katholizismus Südamerikas. Denn
er erinnert an den jungen Indio Juan Diego (Heiligsprechung 2002 durch Papst
Johannes Paul II.), dem am 9. Dezember 1531 in Mexiko die „dunkelhäutige Liebe
Frau“ erschien, nämlich „Unsere Liebe Frau von Guadalupe“.
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Cartuxa Nossa Senhora MEDIANEIRA
98160 - 000 - IVORÁ - RS – Brasilien |
Die brasilianische Bischofskonferenz entschied sich 1983 unter dem Vorsitz des
bekannten deutschstämmigen Kardinals Ivo Lorscheiter für den Bau einer Kartause
bei IVORA im Bundesstaat Rio Grande. Einige
Kartäusermönche aus verschiedenen Häusern Europas, darunter auch ein junger Bruder aus Marienau, kamen
am 21. November 1984. Unverzüglich wurde mit den Bautätigkeiten begonnen.
HIER habe ich schon einmal über diese Kartause berichtet.
HIER geht es zu einem Video. Es zeigt ein Interview mit dem Erzbischof, dem Neupriester und dem Prior der Kartause nach der Priesterweihe.
Sollte ein Leser meines Blogs in der Lage sein, das portugiesische Interview gut zu verstehen und ggf. für mich zu übersetzen, wäre ich sehr dankbar.