Freitag, 7. Juni 2013

Deutsche Kartäuser und das „Herz Jesu“, 2

Mit erhabenem Gebetsleben und außergewöhnlichen mystischen Gnaden findet sich bei Dionysius dem Kartäuser (1402-1471) eine staunenswerte Gelehrsamkeit und literarische Fruchtbarkeit vereinigt. Neben Albertus Magnus gilt Dionysius als der größte Theologe, den Deutschland im Mittelalter hervorgebracht hat. Nicht minder groß ist er als Mystiker. In seinen Schriften kommt seine Herz-Jesu-Verehrung zum Ausdruck. In ihnen leitet er die Novizen an, im bitteren Leiden des Herrn auf die Gesinnung seines liebreichen Herzens zu achten.

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Man führte den Heiland ins Präsidium, um ihn zu geißeln.
Er lässt diese Marter freiwillig und ohne Widerstreben zu, mit einem Herzen voll Liebe, das danach verlangt, um unseretwillen eine so schmachvolle Strafe zu leiden.
Auf dem Kalvarienberg reißen ihm die Henker in grausamer Weise die Kleider von seinem heiligen Leibe. O, wie musste hierbei das göttliche Herz Jesu wiederum leiden, dieses so unschuldige, so schamhafte, so keusche Herz.

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O mein Herr und mein Gott,
es reuet mich, dich beleidigt,
deine heilsamen Ermahnungen
und inneren Einsprechungen verachtet
und dich nicht über alles geliebt zuhaben.
O gib mir die Gnade, dass mein Herz
davon ergriffen werde und ich
den Rest meines Lebens diese,
 meine Undankbarkeit, beweine.
Warum vermag doch meine Liebe und
mein Schmerz nicht alle meine Blutstropfen
in dein heiligstes Herz auszugießen,
um sie dir mit meinen Tränen aufzuopfern?
O mein Jesus, ich verlange weder
Leben noch Tod von dir.
Was ich wünsche, ist einzig und allein,
dass in allem nach deinem Wohlgefallen
dein heiliger Wille sich an mir erfülle.


(gefunden bei dicebatdismas)


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