Mittwoch, 19. Juni 2013

Im Offizium der Nacht

. . . - herrscht in der Kartause eine besondere Atmosphäre:

Im Halbdunkel der Kirche ist der zurückgenommene Gesang der Nonnen zu vernehmen, - ohne das Spiel einer Orgel, die es in Kartäuserkirchen niemals gibt.

Nur die kleinen Lampen in den Chorstallen leuchten jetzt und hüllen die Kirche in ein geheimnisvolles Licht, welches aber ausreichend hell ist, um die Notation und die großen Buchstaben in den schweren Chorbüchern erkennen zu können.

Während die Kartäuserinnen die Seiten der großen liturgischen Bücher umblättern und singen; scheinen sie fast schwerelos. Sie agieren in der vorgeschriebenen Ordnung. Sich ganz zurücknehmend und voller Ehrfurcht bewegen sie sich, - ganz bereit, dem Bräutigam zu folgen.

Die Nonnen folgen schweigend und konzentriert den Lesungen der geistlichen Texte; man nimmt den Geruch vom Wachs der Kerzen wahr, deren Knistern in der Nacht die Stille durchbricht. - Barmherzigkeit.


Kartäuserinnen beim Chorgebet in der Kirche
während der Nacht (Matutin)





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