Samstag, 1. Juni 2013

Unbedingtheit christlichen Daseins

[Es ist] ein beispiellos hartes Leben, das sich innerhalb den Mauern eines Kartäuserklosters vollzieht. Die geringste Weichheit ist verpönt. Die Sache des Kartäusertums wird nur erfaßt, wenn es mit der ihr eigenen Nüchternheit geschildert wird.

Nur keine rhetorische Überschwänglichkeit, die zum Schweigen der weißen Mönche in schroffem Widerspruch steht. Ihre unbestechliche Sachlichkeit ist aller Beweihräucherung abhold.

Je weniger der Berichterstatter von sich aus hinzufügt, um so getreuer gibt er einen der allerstärksten religiösen Eindrücke wieder, denen sich ein Mensch überhaupt aussetzen kann. In der Kartause wird ein christliches Dasein von einer Unbedingtheit gelebt, das sich dem Besucher als unauslöschliche Erinnerung einprägt.

Walter Nigg (Bruno und die Kartäuser in Geheimnis der Mönche, Zürich 1953)



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