Montag, 17. Juni 2013

Einsamkeit und Nähe

Seine Einsamkeit ist gar keine Einsamkeit mehr, da er in seinem Schweigen die Nähe Gottes erlebt und sich nicht allein in seiner Zelle fühlt. Er spürt die Gegenwart Gottes in seinem intensiven Gebet, dem er beinahe ununterbrochen in der Klause obliegt. In nichts anderem als im Beten üben sich diese Mönche, das für sie eine ganz andere Realität ist als für den Ungläubigen, der darin nur ein dummes Selbstgespräch erblickt.

Fürwahr, diese Mönche können mit Gott reden und erleben denn auch nach jahrelanger Konzentration im Gebet eine starke und unaussprechliche Freude, die unverwechselbar mit allen Gefühlsergüssen ist.

Nur von diesem mystischen Hintergrund sind diese Männer des Gebetes überhaupt zu verstehen, und ohne diese erlebte Gottesfreude bliebe die ganze Einrichtung heller Wahnsinn.

Der Kartäuser kennt nu r das eine Ziel der unekstatischen Vereinigung mit Gott, dem alles unterstellt wird.

Walter Nigg (Bruno und die Kartäuser in Geheimnis der Mönche, Zürich 1953)



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