Donnerstag, 20. Juni 2013

Liturgie – Leidenschaft für Gott

In der Liturgie der Kartäuser,
der Mönche wie der Nonnen,
wird ihr ganzes Leben zusammengefasst:

es ist Einsamkeit,
Strenge,
Loslösung von eigenen Leidenschaften
und Anbetung Gottes.

Einfachheit und Gleichmaß
sollen den Gesang prägen;
dies geschehe in Würde

doch voller Eifer und
Leidenschaft für Gott.


Kartäuserinnen im Chor
Santa María de Benifasar




Mittwoch, 19. Juni 2013

Im Offizium der Nacht

. . . - herrscht in der Kartause eine besondere Atmosphäre:

Im Halbdunkel der Kirche ist der zurückgenommene Gesang der Nonnen zu vernehmen, - ohne das Spiel einer Orgel, die es in Kartäuserkirchen niemals gibt.

Nur die kleinen Lampen in den Chorstallen leuchten jetzt und hüllen die Kirche in ein geheimnisvolles Licht, welches aber ausreichend hell ist, um die Notation und die großen Buchstaben in den schweren Chorbüchern erkennen zu können.

Während die Kartäuserinnen die Seiten der großen liturgischen Bücher umblättern und singen; scheinen sie fast schwerelos. Sie agieren in der vorgeschriebenen Ordnung. Sich ganz zurücknehmend und voller Ehrfurcht bewegen sie sich, - ganz bereit, dem Bräutigam zu folgen.

Die Nonnen folgen schweigend und konzentriert den Lesungen der geistlichen Texte; man nimmt den Geruch vom Wachs der Kerzen wahr, deren Knistern in der Nacht die Stille durchbricht. - Barmherzigkeit.


Kartäuserinnen beim Chorgebet in der Kirche
während der Nacht (Matutin)





Dienstag, 18. Juni 2013

Die Nacht: Sünde und Heil

Der liturgische Tag der Kartäuserin beginnt gegen Mitternacht in der Einsamkeit ihrer Zelle mit dem Offizium De Beata (Muttergottesoffizium). Danach folgen in der Kirche die Metten (die Vigilien, Nachtwachen), gefolgt von der Laudes des kanonischen Offiziums.


Kartäuserin beim Gebet in ihrer Zelle

Die Metten werden, wie alle Offizien in der Kartause, in einer strengen, aber einfachen und doch feierlichen Schönheit begangen. Und doch ist das Nachtoffizium hier eine bevorzugte, eine gesegnete Zeit. Unter dem Gesang der Hymnen und Psalmen, sowie den Lesungen aus der Heiligen Schrift und Texten der Katholischen Väter werden diese Nachtstunden geheiligt, während in dieser Zeit „draußen“ die Sünden zahlreich sind.





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