Samstag, 11. Juni 2011

Gott schauen, 83

 (2)
Dazu ist es hilfreich, 
einige Stoßgebete zur Verfügung zu haben,
mit deren Hilfe man sich häufig zu Gott erheben kann. 
Diese kurzen Gebete nennt der heilige Augustinus Stoßgebete, 
weil sie wie glühende Pfeile vom menschlichen Herzen ausgehen 
und das Herz Gottes verwunden. 
Diese Liebespfeile kann man zu jeder Zeit 
und bei jeder Beschäftigung gebrauchen. 
Im Laufe der Zeit wird man dadurch 
mit der Gnade dahin gelangen, 
keine Gebetsformeln mehr nötig zu haben, 
sondern alles, was man sieht und hört und tut, 
wird zum Anlass, sich zu Gott zu erheben. 
Das ganze Leben wird nunmehr für die Gott liebende Seele 
zu einem einzigen Gebet.

Freitag, 10. Juni 2011

Gott schauen, 82

(Landspergius, Pharetra divini amoris, Praefatio, Opera omnia, 5,1-3):
(1)
Die Heiligen geben zwar verschiedene Wege an, 
um zur Vollkommenheit zu gelangen. 
Doch der leichteste und kürzeste Weg besteht darin, 
ständig uns mit glühenden Anmutungen zu Gott zu erheben 
und sich nach der Vereinigung mit ihm zu sehnen. 
Diesen Weg geht man nicht durch viele Bücher, 
sondern mehr mit dem liebenden Herzen 
als mit dem Verstand.

Donnerstag, 9. Juni 2011

Gott schauen, 81

(Dionysius der Kartäuser, De profectu spirituali, VI, Opera omnia, 40,479-480):


 Gewöhne dich daran, 
beständig dein Herz zu Gott zu erheben. 
Tue dir heilsame Gewalt an 
und verjage die nichtigen Zerstreuungen 
aus deinem Bewusstsein. 
Vor allem aber ist es die Liebe, 
die uns mit dem Geliebten vereint. 
„Wo dein Schatz ist, da ist dein Herz“ (Mt 6,21). 
„Wo die Liebe ist, da ist dein Auge! (Augustinus).
Wer sich also bemüht, 
von Tag zu Tag in der göttlichen Liebe zu wachsen, 
wird erfahren, dass es nicht nur möglich, 
sondern leicht und lieb ist, 
den Geist zu Gott zu erheben. 
So wird er sich ständig an Gott erinnern, 
wenn er arbeitet, isst oder schläft, 
sogar wenn er mit jemandem spricht. 
Wie das Feuer ständig nach oben steigt, 
so erhebt die Liebe den glühenden Geist zu Gott, 
in dem allein wir 
Ruhe und Frieden finden.

Mittwoch, 8. Juni 2011

Gott schauen, 80

3.  Das Herzensgebet

(Guigo du Pont, De contemplation, II,6):
Mündliches Gebet, 
das mit vielen Worten verrichtet wird,
genügt nicht. 
Das Gebet muss innerlich, 
mit dem Geist verrichtet werden. 
Ein solches Gebet erfasst das Herz 
und steigt mit der Zeit „wie eine Feuersäule“ auf (Hld 3,6), 
wie es in der Offenbarung heißt:
„Aus der Hand des Engels stieg Weihrauch zu Gott empor“ (Offb 8,4). 
Allmählich wird dieses Gebet 
zum demütigen und vertrauten Zwiegespräch mit Gott
und eines Tages zum beschaulichen Gebet, 
das uns durch Erkennen und Lieben 
Gott näher bringt.

Montag, 6. Juni 2011

Ein Film

Dokumentarfilm aus dem Französisch Fernsehen über das Kartäuserleben. 

In französischer Sprache mit englischem Untertitel.

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