Dienstag, 23. Dezember 2014

Sich der Gnade ausliefern

Mich langsam dieser Gnade ausliefern, 
mich hinein gleiten lassen, 
sie mich erobern lassen, 
aber vermeiden, 
mich ihr mit deutlicher Gier auszuliefern 
– mich an ihr in Einfachheit erfreuen, 
aber ohne spirituelle Schwelgerei.

(Dom Jean-Baptiste Porion, Kartäuser;
Die Spiritualität der Großen Stille, Münsterschwarzach 2014)


Montag, 22. Dezember 2014

Gottes Licht

Dieses Licht demütig empfangen, 
als eine meiner Schwäche geschuldete Hilfe; 
vermeiden, 
mich daran zu hängen oder 
es zu einem Ding der Selbstliebe zu machen, 
diese Gnade dazu haben, 
mich lebhaft die Nichtigkeit des Geschaffenen 
und die Totalität Gottes spüren zu lassen, 
um mich von all dem Übrigen 
zu lösen und 
mich zu ihm hin 
ziehen zu lassen.

(Dom Jean-Baptiste Porion, Kartäuser; 
Die Spiritualität der Großen Stille, Münsterschwarzach 2014)


Sonntag, 21. Dezember 2014

Gottes Licht

Wenn Gott sein Licht auf eine Art gibt, 
dass ich unmissverständlich 
das Gefühl seiner Gegenwart 
und seiner Tat in mir verspüre:
Dann mich bereithalten, 
bald dabei zu sein 
und nie mehr davon abzulassen 
– so es seinem Willen entspricht – 
für seinen höchst großen Ruhm.

(Dom Jean-Baptiste Porion, Kartäuser;
Die Spiritualität der Großen Stille, Münsterschwarzach 2014)



Samstag, 20. Dezember 2014

Wenn ein Funke springt;

...mich in einer Erwartungshaltung halten 
und in einer sehr viel größeren Passivität.
 
Nur ein einfacher Blick des Glaubens, 
demütig und ruhig im Grund meiner Seele, 
kann vielleicht das Aufblühen begünstigen 
– den Wunsch nach einem lebendigeren Licht lenken. 

Auf der anderen Seite hieße 
in Tätigkeit zu verfallen, um auf diese Weise 
die Flamme des Lichtes anzuheizen 
und zu beleben 
womöglich, 
sie auszulöschen.

(Dom Jean-Baptiste Porion, Kartäuser;
Die Spiritualität der Großen Stille, Münsterschwarzach 2014)


Freitag, 19. Dezember 2014

Was Not tut

Oft sind diese Ablenkungen eine Gelegenheit, 
eine zu starke menschliche Bindung 
an irgendeine Tätigkeit oder ein bestimmtes Ding 
zu erkennen; 
also deshalb Beschlüsse fassen 
und mein Herz reinigen, 
indem ich mich im einfachen Wunsch 
nach dem „einen, was Nottut“ 
festige.

(Dom Jean-Baptiste Porion, Kartäuser;
Die Spiritualität der Großen Stille, Münsterschwarzach 2014)

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Wenn mein Geist abgelenkt ist:

Jedes Mal, wenn ich dessen bewusst werde, 
ihn mit Ruhe und Demut sammeln 
zu ihm, von dem ich weiß und glaube, 
dass er trotz allem da ist, 
ganz aufmerksam auf meine Liebe; 
mich darüber hinaus in den Armen von Maria 
ganz klein machen 
– aus meinem Elend einen Anspruch 
auf seine unendliche Barmherzigkeit ableiten.

(Dom Jean-Baptiste Porion, Kartäuser;
Die Spiritualität der Großen Stille, Münsterschwarzach 2014)


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