Sonntag, 24. November 2013

Spaziamentum

– in Erinnerung an den Sommer

Die Kartäuser unternehmen wöchentlich einen mehrstündigen Spaziergang. Dabei unterhalten sich die Mönche; aber nicht wild durcheinander, sondern geordnet, jeweils zu zweit. Von Zeit zu Zeit wird das nebeneinander gehende Pärchen durch ein Zeichen des Oberen getrennt und die Gesprächspartner finden sich neu zueinander.

Einmal im Jahr wird aus dem Spaziergang eine ausgedehnte Wanderung. Sie erstreckt sich nicht nur über einige Stunden am Nachmittag, sondern einen ganzen Tag sind die Mönche unterwegs. Dabei können auch schon einmal 50-60 KM zusammenkommen.

Die Kartäuser von Serra San Bruno unternahmen eine Wanderung bis zum Ionischen Meer. Hoch über dem Meeresfelsen rasteten sie und beteten miteinander. Dann kehrten sie um und begaben sich wieder auf den Heimweg.



(Photo Cartusialover)


Samstag, 23. November 2013

Was verflucht war wird heilig

Selbst die Finsternis vermochte nicht gegen Sein Licht aufzukommen. Was die Sünde verunstaltet hatte, wird wieder rein und wahr, was verflucht war, wird geheiligt, und die Kinder der Finsternis werden Kinder des Lichtes, wenn sie schlicht und einfach die Gabe Gottes annehmen. Das ewige Wort ergießt die Strahlen Seines lebenspendenden Lichtes über sie. Darum betete der Herr zum Vater:

„Wie Du Mich in die Welt gesandt hast, so habe auch Ich sie in die Welt gesandt. Für sie weihe Ich Mich, damit sie in Wahrheit geweiht seien“ (Joh 17, 18-19).

(vgl. Sendung der Stille, Kartäuserschriften für Christen von heute, 1957)




Freitag, 22. November 2013

Gottes Sohn

Darum ist der Sohn Gottes auf die Erde herab gekommen, darum wurde Er der Demütigste und Gehorsamste der Menschen, darum entäußerte Er Sich allen Glanzes und aller Herrlichkeit.

„Er, der in Gottesgestalt war, erachtete Sein gottgleiches Sein nicht für ein Gut, das Er mit Gewalt festhalten sollte“ (Phil 2,6).

(vgl. Sendung der Stille, Kartäuserschriften für Christen von heute, 1957)




Donnerstag, 21. November 2013

Die Ehre des Vaters

Der Gottessohn, der in uns lebt, stieg mit Seiner verklärten Menschheit zum Vater empor. Seine Aufgabe auf Erden ist vollbracht. Nun sendet Er uns Seinen Geist, damit Er immer bei uns bleibe. Darum betete Er zum Vater:

„Ich habe Dich auf Erden verherrlicht, Ich habe das Werk vollbracht, das zu vollbringen Du Mir aufgetragen hast“ (Joh 17,4).

Dieses Werk setzt sich in unserm Leben fort, da Jesus unaufhörlich in uns den Vater verherrlicht. Das ist das Ziel Seiner Menschwerdung, deshalb „entäußerte Er Sich, nahm Knechtsgestalt an und wurde den Menschen gleich“ (Phil 2, 7).

Nicht Seine Ehre hat Er gesucht, sondern einzig die Ehre des Vaters. Damit sich diese Absicht Jesu verwirkliche, muß jeder von uns Kind vor Gott sein und dem Vater mit Jesus die geschuldete Fülle der Liebe und Dankbarkeit erzeigen.

„Darum beuge ich meine Knie vor dem Vater unseres Herrn Jesus Christus, von dem jegliche Vaterschaft im Himmel und auf Erden stammt“ (Eph 3, 14-15).

(vgl. Sendung der Stille, Kartäuserschriften für Christen von heute, 1957)




Mittwoch, 20. November 2013

Dein Wille geschehe

Das heiligste und wirksamste aller Gebete sei oft auf unsern Lippen und immerdar in unserm Herzen: 

„Dein Wille geschehe wie im Himmel also auch auf Erden.“

Gott will - das ist Sein höchster Wunsch, und darin findet Er Seine Verherrlichung -, daß wir jetzt schon beginnen, Ihm hier so zu dienen wie im Himmel, damit wir der Einladung des Evangeliums folgend dem Worte Gottes gleichförmig und so vergöttlicht werden. Das Wirken der Gnade in der Seele geht so tief und ist so machtvoll, daß es schon in dieser Zeit und trotz dieser Zeit die ewigen Pläne des Vaters verwirklichen kann.

„Das ewige Leben besteht darin, daß sie Dich, den allein wahren Gott, erkennen, und den Du gesandt hast, Jesus Christus“ (Joh 17, 3).

(vgl. Sendung der Stille, Kartäuserschriften für Christen von heute, 1957)




Dienstag, 19. November 2013

Ziel des geistlichen Lebens

Durch unser Gebet und unser tägliches Bemühen wollen wir nicht erreichen, daß Gott unsern Willen tue. Es sei vielmehr unser Verlangen, daß Sein Wille an uns und in uns verwirklicht werde, mag es auch unser Herzblut kosten.

Das ist Sinn und Ziel des geistlichen Lebens.

(vgl. Sendung der Stille, Kartäuserschriften für Christen von heute, 1957




Montag, 18. November 2013

Mit dem Staunen eines Kindes

Jeden Liebenden beglückt es, den Geliebten besser kennenzulernen und dadurch um so mehr befähigt zu werden, seinen Wünschen zu entsprechen und sich im Geiste inniger mit ihm zu vereinen.

So sollte der Lärm der Welt in uns verstummen, wir sollten unsere Natur meistern, um die Stimme des göttlichen Gastes in unserm Herzen zu vernehmen und keine Seiner Willensäußerungen zu überhören. Mit dem Staunen eines Kindes, das die Welt entdeckt, werden wir dann dort, wo unser geistiges Auge kurz zuvor noch nichts zu unterscheiden vermochte, das Wirken und die Ordnung Gottes täglich klarer erkennen.

„Darum ist mein Gebet; euere Liebe möge immer mehr zunehmen an Erkenntnis und jeglichem Verständnis, damit ihr die richtige Entscheidung treffen könnt. Dann werdet ihr am Tage Christi lauter und ohne Tadel dastehen“ (Phil 1, 9).

(vgl. Sendung der Stille, Kartäuserschriften für Christen von heute, 1957)




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