„Wie Du, Vater, in Mir bist und Ich in Dir bin, so lass
sie in Uns sein“ (Joh 17,21).
Freitag, 24. Januar 2014
Vermählung der Seele mit Christus
Diese Vermählung der Seele
mit Christus vollzieht sich gleich vom Anfang an am Grund unseres Seins, um
sich im Laufe der Zeit immer inniger zu gestalten. Die Vorstellungen, die
unvollkommenen Verbindungen der Geschöpfe entlehnt sind, vermögen diese
unvergleichliche, sich stets erneuernde und vertiefende Einheit,
die die Liebe schmiedet, nicht auszudrücken.
(vgl. Sendung der Stille,
Kartäuserschriften für Christen von heute, 1957)
Donnerstag, 23. Januar 2014
Der neue Geist
Seitdem wir dem Sohn
Gottes eingegliedert sind, dürfen wir hoffen, zu einer innigen Vertrautheit mit
Ihm zu gelangen. Dies ist das Ziel unserer Wünsche und Anstrengungen. Er selber
wächst ja in uns und weitet unser Inneres, so daß wir jeden Tag fähiger werden,
die göttliche Gnade in uns aufzunehmen. Der von der Gnade umgestaltete Mensch
schöpft mit allen seinen Kräften aus den überreichen Schätzen des göttlichen
Wortes. Gleichzeitig löst er sich immer mehr von sich selber und hüllt sich in
die Heiligkeit Christi. Durch diese Eingliederung in Christus werden wir mit
immer neuen Gaben überschüttet, mit der Kraft des Heiligen Geistes, mit der
vergöttlichenden Macht der Gnade und mit der Herrlichkeit, von der dieses Leben
der Vereinigung geheimnisvoll erfüllt ist.
(vgl. Sendung der Stille,
Kartäuserschriften für Christen von heute, 1957)
„Als Auserwählte Gottes, als Heilige und Geliebte
zieht an herzliches Erbarmens Güte, Demut, Sanftmut und Geduld“ (Kol 3, 12).
„Mag auch unser äußerer Mensch aufgerieben werden,
unser innerer erneuert sich Tag für Tag“
(3 Kor 4, 16).
Mittwoch, 22. Januar 2014
Ein furchtsamer Glaube,
- wie er den meisten
Christen eigen ist, verkennt leicht die Bedeutung dieser Offenbarungen. Er
übersieht die unendliche Kraft der Gnade und die wunderbare Freigebigkeit der
Liebe, die uns einlädt, an Ihrem Leben teilzunehmen. Hier gilt kein
menschliches Maß, weder Zeit noch Raum begrenzen das Reich, in dem die
vollkommene Einheit herrscht. Hier sind die Gaben ohne Zahl. Hüten wir uns
davor, die göttlichen Verheißungen auf die gleiche Stufe zu stellen wie unsere
Kompromisse. Wer sie nicht mit einem hochherzigen, lebendigen Glauben annimmt,
bleibt in Wahrheit taub und unempfänglich für sie. Er kann allenfalls ihren
Wortlaut verstehen, aber es bleibt ihm versagt, ihren göttlichen Inhalt zu
erfassen.
„Der natürliche Mensch erfaßt nicht, was vom Geiste
Gottes kommt. Ihm erscheint es töricht, und er kann es nicht begreifen, weil es
geistig beurteilt sein will... Der Geist ergründet alles, selbst die Tiefen der
Gottheit“ (1 Kor 2,14.10).
(vgl. Sendung der Stille,
Kartäuserschriften für Christen von heute, 1957)
Dienstag, 21. Januar 2014
Näher zu den Quellen
Wir sind oft unfähig,
scheinbar leichte Verpflichtungen zu erfüllen, weil wir die erste erhabene
Aufgabe, die Gott uns zuweist, nicht annehmen. Wir müssen um unsere Bestimmung
wissen und sie anerkennen, uns als Miterben und Brüder Christi fühlen. Das ist
eine erste Vorbedingung für die Vereinigung mit Gott, und sogar schon für die
Läuterung, die zu dieser Vereinigung führt. Die Unterdrückung des Göttlichen in
unserer Seele ist Ursache unserer Schwäche und Zerfahrenheit. Lauschen wir dem
reinen Worte Gottes, dann verbleicht jedes irdische Wort und jedes menschliche
Wissen. Gottes Wort wird uns immer näher an die ewigen Quellen führen und ihr
Reichtum wird unser.
(vgl. Sendung der Stille,
Kartäuserschriften für Christen von heute, 1957)
„Aus Seiner Fülle haben
wir alle empfangen“ (Joh 1,16).
„So sollt ihr mit der ganzen Gottesfülle erfüllt
werden“ (Eph 3, 19).
Montag, 20. Januar 2014
Einfachheit
Möge ein Strahl der Quelle
unsere zersplitterten Herzen treffen und Ihnen die Einfachheit zurückgeben.
Möge die Liebe in jedem von uns Einheit und Friede schaffen. Das sind die
Voraussetzungen dafür, daß Zwietracht und Streit auf dieser gequälten Welt ein
Ende finden. Christus wünscht sehnlichst, daß wir durch Ihn in der Liebe des
Vaters vereint werden. Dieses Verlangen Christi ist unendlich groß wie Gott
selbst. Wenn Jesus uns den Namen Seines Vaters kundtat, so geschah es, damit
wir durch kindliche Dankbarkeit und brüderliche Liebe wahrhaft Seine Kinder
werden, daß wir sicher seien der Wohnung, die unser wartet, des Erbes, das uns
verheißen ist, des Zieles, das uns gesteckt ist. Denn diese Güter sind ganz und
gar unser, wenn der Mensch, der zum Gotteskind angenommen wurde, Gottes
heiligen Willen bejaht und tut.
(vgl. Sendung der Stille,
Kartäuserschriften für Christen von heute, 1957)
Sonntag, 19. Januar 2014
Priesterweihe des ersten einheimischen Kartäusers in Brasilien
Erstmals
wurde einem einheimischen jungen Brasilianer, der in die noch junge Kartause „Nossa Senhora Medianeira“ eingetreten
war, die Priesterweihe gespendet.
Pater Daniel
Oliveira wurde
in Teresina no Piauí, im Nordosten von Brasilien, geboren. Fast 8000 Kilometer
entfernt von seiner Heimat, trat er in die neugegründete Kartause, im
südlichsten Bundesstaat Brasiliens, Rio Grande do Sul, ein. Nach vielen Jahren der
Formung im Kartäuserleben und des Studiums der Theologie konnte er nun die
Priesterweihe empfangen. Gespendet wurde sie ihm durch den Erzbischof von
Santa Maria, in dessen Erzdiözese sich die Kartause befindet, Dom Hélio
Adelar Rubert. Die Weihehandlung fand Außerhalb der Kartause statt, damit recht
viele Angehörige und Freunde des Neupriesters daran teilnehmen konnten. Für sie
alle wäre in der Klosterkirche kein Platz gewesen und die Klausur hätte die
Teilnahme der weiblichen Angehörigen in der Klosterkirche nicht ermöglicht. So
verzichteten die Mönche der Kartause Meridianeira darauf, an der Priesterweihe
ihres Mitbruders teilzunehmen. Sie brachten das Opfer des Verzichtes auf, das
dem heutigen Menschen oft sogar lieblos erscheinen mag, aber darauf hindeutet,
dass es nicht um eine äußere Festlichkeit geht, sondern um eine größere Nähe zu
Gott.
Begleitet
vom Pater Prior der Kartause fand die Priesterweihe von Pater Daniel am wurde
am Samstag den 11. Januar 2013 in
der Wallfahrtskirche „Nossa Senhora de Saúde“ in der Stadt Silveira Martins,
einige Kilometer vom Kloster entfernt statt.
Ich
bitte alle Besucher dieser Seite um ein Memento für Pater Daniel, dass Gott ihm
stets seine Nähe zuwende und ihn glücklich mache in seinem Leben als Priester
und Kartäusermönch.
Fotos: cartusialover
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