Donnerstag, 7. Juli 2011

Gott schauen, 105

(François Pollien, La pianta di Dio, Nr. 1040):
(1)
Mehr noch, 
Christus wollte das Altarsakrament nicht vom Opfer trennen, 
um uns unaufhörlich daran zu erinnern, 
dass unser Leben in seinem Tod begründet ist. 
Wenn der Gipfel der Liebe 
in der Hingabe des eigenen Lebens besteht (vgl. Joh 15,13), 
hat Christus diese noch überboten. 
Nicht damit zufrieden, einmal sein Blut am Kreuz vergossen zu haben, 
wollte er es täglich und an allen Orten vergießen, 
wo ein Priester das eucharistische Opfer feiert. 
Auf diese Weise wollte er seine Hinopferung vervielfältigen, 
damit in uns das Leben 
und in ihm der Tod wirksam ist.

Mittwoch, 6. Juli 2011

Gott schauen, 104

(François Pollien, La pianta di Dio, Nr. 1040):
(1)
 Im Altarsakrament 
vollzieht sich das Geheimnis unserer Eingliederung in Christus 
unter der Gestalt eines Mahles. 
Was wird in unserem Leben 
uns enger verbunden als die Nahrung, 
die in uns verwandelt wird? 
Ebenso wollte Jesus zwischen uns und sich 
eine solche Einswerdung hervorbringen, 
dass er unser Brot und unser Leben wird.

Dienstag, 5. Juli 2011

Gott schauen, 103

Eucharistie

„Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, 
bleibt in mir und ich in ihm“ (Joh 6,56).

(Landspergius, Sermo in Solemnitate Venerabilis Sacramenti, 
Opera omnia, 3,425):

Christus schenkt sich uns in der heiligen Eucharistie als Speise. 
Vielleicht klagt jemand, 
er sei auf den Empfang dieses Sakramentes nicht genügend vorbereitet. 
Gewiss! Doch tausend Jahre Vorbereitung wären nicht genug. 
Die Kommunion von heute 
soll dir als Vorbereitung für die morgige dienen. 
Bekenne nur aufrichtig, dass du schlecht vorbereitet und unwürdig bist, 
während du andererseits dieses Sakrament 
so nötig brauchst.

Montag, 4. Juli 2011

Gott schauen, 102

(Gabriel Maria Fulconis, Die hl. Seele, 386-387):

Eines der wesentlichsten Erkennungszeichen 
und Wirkungen der Liebe zu Jesus
ist das Verlangen, 
ihn nachzuahmen. 
Die treue Nachahmung der Tugenden des Herzens Jesu 
ist der kürzeste Weg zur Heiligkeit.

Sonntag, 3. Juli 2011

Gott schauen, 101

(Innozenz Le Masson, Semaine du Sacré Cœur de Jésus, 9):

Das Wesen der „Andacht 
zum heiligsten Herzen Jesu“ besteht darin, 
euer Herz von den ungeordneten Anhänglichkeiten 
an die Geschöpfe zu lösen und es zu befreien, 
damit ihr ungeteilt mit der Liebe und 
dem Verlangen des Herzens Jesu übereinstimmt. 
Jesus lässt sein Herz gern von der Braut verwunden, 
wie auch euer Herz durch ihn verwundet wird. 
Er zieht uns mit den Banden der Liebe an sich (vgl. Hos 11,4) 
und vereint uns mit sich. 
Um uns Eintritt in sein Herz zu verschaffen,
ließ er es durch einen Lanzenstoß verwunden.

Samstag, 2. Juli 2011

Gott schauen, 100

1.      Im Herzen Jesu

(Dominikus von Preußen, Semaine du Sacré Cœur de Jésus, 111):

Wenn du von deinen Sünden vollkommen gereinigt, 
von deinen ungeordneten Neigungen befreit 
und mit Gnaden reich beschenkt werden willst, 
dann lasse jede unnötige Beschäftigung 
und gib dich der ewigen Liebe hin. 
Deren Lehrer ist der Heilige Geist; 
werde also sein Schüler. 
Wiederhole deine Hingabe ohne sinnenhafte Bilder,
nur mit Verstand und Willen. 
Versenke dein Herz in das Herz Jesu, 
deines gekreuzigten Freundes. 
Dieses Herz ist ganz voll Liebe, 
„in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig“ (Kol 2,9). 
In seinem Herzen haben wir alle Zugang zum Vater 
in ein und demselben Geist.

Freitag, 1. Juli 2011

Gott schauen, 99

(Augustin Guillerand, Écrits spirituels, I,80):

Jesus hat um die Folgen der Sünden gewusst 
und ist darunter zusammengebrochen: 
„Vater, wenn es möglich ist, gehe dieser Kelch an mir vorüber!“ (Mt 26,39).
Dabei schwitzte er mit dem Antlitz zur Erde geneigt Blut, 
während seine Seele in Todesangst war. 
Jesus ist in die unergründlichen Tiefen 
meines Sündenelends hinabgestiegen, 
um mich daraus herauszuholen. 
Der Abgrund des Elends ruft den 
noch tieferen Abgrund der Barmherzigkeit herbei. 
Dieser ist so tief, dass nur Gott ihn ermessen kann. 
Die Erlösung ist das letzte Wort der Liebe, 
denn wiederaufrichten ist mehr als erschaffen.
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