Montag, 8. April 2013

Berufung zur Kartäuserin

Die Berufung oder der Ruf Gottes ist die unumgängliche Bedingung für ein Ordensleben!

Für die Berufung zur Kartäuserin sind weitere Bedingungen zu beachten. Denn gewisse persönliche Eigenschaften sind notwendig um ein Ideal, ein Ziel, erreichen zu können.

Neben dem starken Wunsch sich Gott in einem einzig gottgeweihten Leben zu schenken, bedarf es eines großen Gebetsgeistes und eines tiefen Glaubens. Es ist eine fast übernatürliche Zuneigung zur Einsamkeit und zum Stillschweigen notwendig. Aber gleichzeitig sollte die Bewerberin auch eine fröhliche, gemeinschaftsfähige Person sein, mit einer natürlichen seelischen Ausgeglichenheit. Notwendig ist außerdem die Liebe zum Göttlichen Offizium und die Bereitschaft zum Gehorsam.
Desweiteren sollte  die Bewerberin eine gute Gesundheit haben und einen guten Schlaf, denn das mitternächtliche Chorgebet, das den Schlaf unterbricht, kann eine große Herausforderung für Schlaf und Gesundheit darstellen.

Vor allem jedoch bedarf es eines großen Gottvertrauens und einer großen Liebe zum Heiland, dem Erlöser, und zu den Menschen, die man niemals fliehen kann.

Um das Leben der Kartäuser herum haben sich im Laufe der Jahrhunderte viele falsche, übertriebene und malerische Legenden gebildet, die der Wahrheiten meist nicht standhalten können.

Darin zeigt sich eine große Unwissenheit über diesen Orden, auch unter den Priestern und anderen Ordensmitgliedern.

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Die Kartäuser führen ein Leben des Gebetes und der
Arbeit. Von der inneren Freiheit fasziniert, haben sie
die Einsamkeit gewählt, wo sie freiwillig große
Beschränkungen auf sich nehmen, einzig und allein,
um für das Absolute offen zu sein. Indem sie abseits
von der Welt arm und einfach leben und in Ehelosigkeit,
um für die brüderliche Gemeinschaft verfügbarer zu sein,
erfahren sie ständig im Gebet und in der Meditation
den Ruf, mehr zu sein und besser zu handeln.
Das Wort Gottes erfüllt ihre Stille.
Durch die Arbeit sind sie solidarisch mit allen, die sich
abmühen, wo immer es sei. Die Tiefe ihrer Seele
zieht es zu immer weiteren Horizonten, wo sich
schließlich das Bild Gottes im Antlitz seines gekreuzigten
und auferstandenen Christus abzeichnet.
So sind sie, mitten in der Menschheit und doch
vor der Welt verborgen, die unausrottbare Erinnerung daran,
dass der Mensch von Gott kommt, der ständige Hinweis darauf,
dass er auf Gott hin ausgerichtet ist,
der Schutz der persönlichen Freiheit, die heute immer mehr
bedroht wird, die brennende Sehnsucht nach dem Ewigen,
die Gewähr, dass ein innerer Fortschritt trotz äußerer
Einschränkungen möglich ist.
So sind sie der Zelle verpflichtet,
um sich in Gott zu entfalten.

(Ein Mönch der Kartause Montrieux, Südfrankreich, Quelle: Kartäuserland.at)


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