Donnerstag, 4. April 2013

Die Zurückgezogenheit der Kartäuserinnen

Die Kartäuser-Nonnen sind, wie die Söhne des heiligen Bruno, von demselben Ideal und Geist beseelt. Sie weihen ihr Leben ausschließlich Gott und unterwerfen sich ihm durch ihre Lebensweise in großer Einsamkeit. So verwirklichen sie ihren besonderen Dienst an der Kirche, indem sie ihre Tätigkeit der Kontemplation unterordnen.

Die Einsamkeit, sicher das eindrucksvollste Merkmal der kartusianischen Observanz, wird zwar auch von den Kartäuser-Nonnen beobachtet, doch wurde sie in der Vergangenheit nicht so deutlich nach außen hin sichtbar, wie dies bei den Klöstern der Mönche offenbar ist.

Die frühen Verfasser der Gebräuche für die Kartäuserinnen versuchten, deren Lebensform dem weiblichen Temperament anzupassen, so, wie man sie vor einigen hundert Jahren allgemeinhin verstanden hat. So meinte man etwa auch, man könne die strenge Einsamkeit der Mönche einer Frau nicht zumuten. Deshalb lebten die Kartäuserinnen nicht in gesonderten Einsiedeleien wie die Mönche und sie hatten auch häufigere Begegnungen mit ihren Mitschwestern innerhalb der Kommunität.

In den Klöstern der Kartäuserinnen waren die Nonnen-Zellen wie bei den Benediktinerinnen angeordnet. Jedoch nicht wie bei den Zisterzienserinnen, die in einem oder in mehreren Schlafsälen schliefen. Die Kartäuserinnen wohnten von jeher räumlich voneinander getrennt, in eigenen Zimmern, die sich entlang eines Flures oder Kreuzganges befanden. Dazu hatte jede Kartäuser-Nonne in ihrer Zelle eine separate Schlaf- und Betecke. Die meiste Zeit des Tages hielt sich die Kartäuserin in ihrer Einsiedler-Zelle auf. Darin fand sie sie auch -und dadurch unterschied sie sich von einer Benediktinerin-  die notwendigen Bücher um ihren Geist zu nähren, sowie die Gegenstände, die sie benötigte um eine einfache Arbeit zu verrichten, ohne die Zelle verlassen zu müssen.

Das sichtbare Zeichen ihres Lebensraumes als Trennung von der Welt zeigt sich aber heute in einer anderen Form. Ähnlich wie die Mönche leben die Nonnen in den für den Kartäuserorden typischen Klosterbauten: eine Kartause ist eine Klosteranlage mit vielen einzelnen Häusern.

Zellengang (zu den Zimmern)
Kartäuserinnen Benifaçà, Spanien


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