Dienstag, 9. April 2013

Buße im Kartäuserleben

Natürlich sind die Mitglieder im Kartäuserorden keine außerordentlichen Büßer, sondern sie sind kontemplative Ordensmänner und Ordensfrauen. Man tritt in die Kartause ein um Gott zu lieben und nicht um in Bußwerken aufzugehen. Die Seele lebt von der Liebe und nicht von geistiger Athletik. Dies bedeutet jedoch nicht, dass es im Leben der Kartäuser keine aszetischen Übungen gäbe, aber die materiellen Härten nicht so bedeutend, wie sie gemeinhin angenommen werden.

Die Einfachheit dieses Lebens selbst -als Kartäuser und Kartäuserin- ist gar keine kleine Abtötung und reinigt die Sinne mehr als die großen Bußwerke.

Manche, die einige Zeit des klösterlichen Lebens der Kartäuser erlebten, meinten hinterher, wie leicht es doch gewesen sei; denn es schien ihnen so, als würde man  dem vermeintlichen Ideal der Strenge der Kartäuser nicht nachkommen sein. Die heroische Strenge in der Kartause ist das einfache Leben selbst. Die strikte, aber doch ausgewogene Tagesordnung, die Einsamkeit in der Zelle, das Fasten, die Nachtwachen. Das Leben in der Kartause ist zugleich unbedeutend und einfach, wie auch hart und streng.

Doch die einfache Seele, die Gott in diesem Leben in der Kartause sucht, braucht nicht zu erschrecken, sie braucht nur ein wenig großzügig zu sein und offen.

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Bußübungen werden nicht gelehrt.
Keiner von uns darf sie ohne Wissen und Zustimmung
des Priors vornehmen. Aber auch dann, wenn der Prior will,
dass sich jemand mehr Speise, Schlaf oder etwas anderes
gönnt, oder wenn er ihm etwas Hartes und Schweres
auferlegt, haben wir kein Recht zu widerstehen.

(aus den Kartäuser-Statuten)


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