Mittwoch, 11. November 2015

Unverweslichkeit

IL207-Z.20.3

„Aber," sagt der heilige Franz von Sales, „wir sprechen in unserer französischen Sprache mit einer ganz seltsamen Eigentümlichkeit vom Tod der Menschen, denn wir nennen ihn den Hinübergang, und die Toten die Hinübergegangenen, und wir wollen damit sagen: Der Tod unter den Menschen ist nur ein Gang von einem Leben ins andere, und Sterben ist nichts anderes, als die Grenzen dieses sterblichen Lebens überschreiten, um zum ewigen zu gehen." (Franz von Sales, Abhandlung von der Liebe Gottes, 9. Buch, 13. Kap.). 

Der Leib geht nicht zu Grunde, aber er wird umgestaltet, und damit er umgestaltet werden kann, geht er hindurch durch eine allmähliche Auflösung und durch jene Art Vernichtung, die der Tod ist. Alles, was menschlich, sterblich ist, alles, was zur Verweslichkeit gehört, zur Unehre, zur Schwachheit, zum tierischen Wesen im Menschen, unterliegt diesem Gesetze. All das ist verurteilt, hinabzusinken und zu sterben, um umgestaltet zu werden und aufzuerstehen in Unverweslichkeit, in Ehre, in Kraft und in einem ganz geistigen Wesen.

So verschwindet die menschliche Befriedigung allmählich, um zu sterben und in der Ehre Gottes wieder aufzuerstehen, Ich habe bereits gesehen, wie diese Befriedigung in eine Entkräftung fällt, die dem Tode vorausgeht. Das Vergessen und die Gleichgültigkeit, die eines der Merkmale der Heiligkeit ist, ist nichts anderes, als der Verlust der Kräfte und der Verfall, den die natürlichen Befriedigungen beim Hinübergang durchmachen. Ich werde bald sehen, wie dieser Hinübergang sich vollzieht.
       
(Dom François de Sales Polien, IL, 20151111)

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