Samstag, 21. November 2015

Die letzten Reste

IL208-Z.21.4

Ich begreife die Freude, das Berauscht-sein voll Wonne der Heiligen und der Märtyrer bei ihren unermesslichen Schmerzen. Je mehr das Leiden in ihnen wirkt, um so mehr bricht ihre Freude hervor, weil sie unter den Schmerzesschlägen die letzten Reste des Geschaffenen allmählich in ihnen fallen sehen.

Sie sehen, wie endlich Gott ihr ganzes Sein einnimmt, sie sehen den Tod verschlungen im Siege (1 Kor 15,54). Sie sehen in sich jenen höchsten Traum der Liebe verwirklicht, wo Gott alles in allem ist (Ebd. 15,28); und so oft ein Stück der Trennungsmauer fällt (Eph 2,14); triumphieren sie in neuer Freude. Ihr Schmerz ist ihre größte Freude. Selig die Armen, selig die Trauernden, selig, die ein reines Herz haben, selig, die Verfolgung leiden, selig die Verfluchten, die Verfolgten, die Verleumdeten (Mt 5,3-11).

Der Herr hat es gesagt und sie kosten es aus.
Alle diese Seligkeiten sind in ihnen.
O höchstes Glück der Heiligen!
O unaussprechliche Lust des Leidens!
O heilige Seligkeit des Todes! - Beati mortui! –
Wer nicht ein wenig davon gekostet hat, 
kennt die Freude nicht und versteht nicht das Glück.

(Dom François de Sales Polien, IL, 20151121)

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