Donnerstag, 5. November 2015

Zur größeren Ehre Gottes

IL202-Z.19.3

Doch die Heiligkeit ist ein Zustand. Ein Zustand wird durch eine Gewohnheit gebildet, und die Gewohnheit ist charakterisiert durch die Leichtigkeit und Geneigtheit, die diesem Zustande eigenen Akte zu verrichten. Die Heiligkeit besteht also in der Leichtigkeit und Geneigtheit, in allem das zu sehen, zu lieben und zu wählen, was zur größeren Verherrlichung Gottes beiträgt. Diliges ex toto - Wenn alle Kräfte, Verstand, Herz und Sinne diese Leichtigkeit erworben haben; wenn bei allem mit Geneigtheit und Leichtigkeit auf die größere Ehre Gottes gesehen wird; wenn sie geliebt und festgehalten wird, dann ist die Heiligkeit in der Seele eingezogen.

Die entsprechende Arbeit, durch die sich dieser Zustand verwirklicht, besteht darin, bei den Geschöpfen nicht nur einfach auf die Ehre Gottes zu sehen - das ist die Aufgabe der drei vorhergehenden Stufen -, sondern darauf zu achten, in welchem Ausmaß jedes Geschöpf zu dieser Verherrlichung beiträgt, und jene auszuwählen, die dazu am meisten beitragen. Die Devise des heiligen Ignatius zur größeren Ehre Gottes ist das Rezept für diese Arbeit. Man kann sich dazu mit dem sogenannten Gelübde des Vollkommeneren verpflichten, wie es viele Heilige abgelegt haben, unter anderen die heilige Theresia, die heilige Johanna von Chantal, der heilige Alfons von Liguori.

(Dom François de Sales Polien, IL, 20151105)

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