Donnerstag, 19. November 2015

Gekreuzigte Welt

IL208-Z.21.2b

Was diesen Zustand charakterisiert, das ist das Bedürfnis zu opfern, der Hunger nach Leiden, der Durst nach Hingabe, an Kreuz und Leiden.
„Entweder leiden oder sterben!" -
das ist der laute Ruf der heiligen Theresia. 
„Nicht sterben, aber leiden," -
das ist der noch staunenswertere laute Ruf der heiligen Maria Magdalena von Pazzis. 
Die Seele will und kann nichts Geschaffenes mehr in ihr bestehen lassen, keine Anhänglichkeit mehr an die Geschöpfe, keine Anhänglichkeit mehr an sich selbst:  
Gott allein! - Gott allein!

Sie opfert sich, sie opfert alles, was sie hat, alles, was sie ist; sie vernichtet sich, um nur Jesus in ihr leben zu lassen. Ich lebe, doch nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir (Gal2,20). Sie ist mit Christus ans Kreuz geschlagen (Ebd.); für sie ist die Welt gekreuzigt, und sie der Welt (Ebd.6,14); sie ist gestorben, ihr eigenes Leben kommt nicht mehr zum Vorschein, sondern es ist ganz verborgen mit Jesus Christus in Gott  (Kol3,3).

(Dom François de Sales Polien, IL, 20151119)



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