Dienstag, 21. Dezember 2010

Kartusianische Lebensbilder (2)

Wie in anderen, auch kontemplativen, Orden, bedeuten die feierliche Gelübde nicht zwangsläufig, dass der Professe auch tatsächlich bis zu seinem Lebensende im Kloster lebt. Ein Beispiel:

Pater Suso Maria Knupfer OCarth.

Pater Suso wurde am 11. November 1907 in Kluftern am Bodensee geboren. Am 6. Oktober 1927 trat er in die Kartause Hain bei Düsseldorf ein. Seine Priesterweihe erhielt er im Dom zu Köln am 27.6.1934.
Im Januar 1942 wurde er als Sanitäter in den Zweiten Weltkrieg einberufen. In Stalingrad wurde er gefangen genommen und war von Januar 1943 bis November 1949 in russischer Gefangenschaft, aus der er schwerkrank zurückkehrte.
Am 2. Februar 1962 kam er unter Pfarrer Bitterlich nach Galtür im Paznauntal (Tirol) um in den Pfarreien Galtür und Mathon mitzuarbeiten. Er wirkte hier nicht nur als Seelsorger sehr segensreich, sondern er betätigte sich auch als Maler, Restaurator und Gärtner äußerst erfolgreich. An Pater Suso erinnern sich die Galtürer noch an Reste, der von ihm liebevoll angelegten Gartenanlagen. Was in der Gemeinde weiterlebt, sind auch die Erinnerungen an den Schöpfer so mancher Landschaftsgemälde und der unverkennbaren Weihnachtskrippe in der Pfarrkirche.
Am 17.8.1978 zog Pater Suso nach Dörrebach bei Bingen am Rhein, wo er bei einer Familie ein Zuhause fand. Hier wirkte er noch als Seelsorger in protestantischer Umgebung in mehreren katholischen Pfarreien. In Dörrebach feierte er auch im Juli 1984 sein Goldenes- und im Juli 1994 sein Diamantenes Priesterjubiläum. Beim Goldenen Jubiläum sagte er in einer Ansprache: "wenn ihr mich weiterhin noch ertragen wollt und es Gottes Wille ist, möchte ich noch einige Zeit bei euch sein", was Gott ihm gewährte.
Am 3. Januar 2001 hat der Herr seinen treuen Diener im gesegneten Alter von 93 Jahren zu sich gerufen.
Quelle: http://.galtuer.gv.at/chr-2001.htm

Keine Kommentare:

Kommentar posten

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...