Sonntag, 1. Dezember 2013

Ein Blick auf die jüngere Geschichte der Kartäuser in Deutschland aus der Sicht der Bevölkerung


Die „Düsseldorfer Jonges“ sind Mitglieder eines Heimatvereins der nordrheinwestfälischen Landehauptstadt. In deren Mitgliedszeitschrift „das tor“ (Heft 1, 2012) fand sich der nachstehende Bericht. Er erinnert an die ehemalige Düsseldorfer Kartause Maria Hain und die noch immer bestehenden Kontakte der (alten) Bevölkerung zu den Kartäusern in derem neuen Kloster Marienau.

Mönche lernten das Schustern und Schreinern bei der Feuerwehr

Erinnerungen an das frühere Düsseldorfer Kartäuserkloster sind bis heute lebendig

Mitglieder der Tischgemeinschaft 2. Löschzug haben die Verbindungen zum früheren Düsseldorfer Kartäuserkloster, das 1964 nach Marienau bei Bad Wurzach umgezogen Ist, stets weiter gepflegt.
1869 wurde das damalige Rittergut Hain vom Kartäuser Orden angekauft, das neu errichtete Kloster hieß dann „Kartause Maria Hain".

Da sich der Flughafenbetrieb in Lohhausen ausbreitete, wurden die Mönche in ihrer kontemplativen Lebensweise gestört. Daher verkaufte der Konvent die Klosteranlage und zog 1964 in die neue Kartause Marienau bei Bad Wurzach/Baden Württemberg. Wo damals das Kloster stand, finden sich heute im Flughafengelände eine Wartungshalle und Bauten für den Frachtverkehr.  An das Kloster erinnern noch einige Eichen und die Statue eines Mönchs im Kittelbachpark.

Warum haben Mitglieder des 2. Löschzuges die Verbindung zu den Mönchen gehalten? Rund zehn Jahre nach dem Umzug damals veröffentlichte die Rheinische Post einen Artikel mit der Frage „Was ist aus den Kartäusern geworden?“  Einen Lichtbildervortrag unter diesem Titel hielt Alfred Hundorf bei den Jonges in den 1980er Jahren. Dies nahmen damals sechs Feuerwehrleute, die teilweise der Tischgemeinschaft angehören, zum Anlass, sich nach einer Zugfahrt ab Koblenz auf die Fahrräder zu schwingen, um rund 450 Kilometer zu den Mönchen nach Marienau zu radeln.

Begonnen hatte die Freundschaft zu Düsseldorfer Zeiten, als die Mönche in die Feuerwache 3 in Derendorf kamen, um sich bei den Feuerwehrleuten, die ja alle ein Handwerk erlernt hatten, fachliche Kenntnisse beim Besohlen von Schuhen und Sandalen sowie im Schreinerhandwerk anzueignen. Seit also nunmehr fast vier Jahrzehnten bestehen die Verbindungen.

Im November 2011 waren die Jonges Alfred Hundorf und Josef Trost (beide ehemalige Feuerwehrleute) so wie Hans Aldenhoff wieder einmal zu Besuch in der Kartause Marienau, um Gemüse aus der hiesigen Region sowie eine größere Geldspende zu übergeben. Das Kloster ist in die Jahre gekommen, immer öfter werden Reparaturen notwendig.

Bruder Antonius an der Klosterpforte begrüßte die Gäste aus Düsseldorf herzlich. Ein kurzer Rundgang im Kloster gehört schon zum Ritual, wie auch das stille Anhalten auf dem Klosterfriedhof, wo sich in der Mitte ein großes Holzkreuz befindet, unter dem die Gebeine der verstorbenen Mönche der Kartause Maria Hain beigesetzt sind. Beim Umzug sind sie aus Düsseldorfer nach Marienau umgebettet worden.

Der Prior berichtet, dass zur Zeit 15 Priestermönche und 15 Laienbrüder im Kloster leben. Weiterhin befinden sich fünf Mönche in der Ausbildung zum Priester  - eine ungewöhnlich hohe Zahl von Mönchen, die man bei diesem Schweigekloster nicht erwartet.  Im nächsten Jahr wird wieder ein Kandidat zum Priester geweiht, der sich seit sieben Jahren dort in der Ausbildung befindet: ein ehemaliger Bankmanager, der seine ganzen Vermögenswerte (Haus, Autos und sogar ein Flugzeug) dem Kloster zur Verfügung stellte.

Zum ersten Mal erfuhren wir, dass in letzter Zeit immer mehr Menschen Rat und Trost bei den Mönchen an der Klosterpforte oder am Telefon suchen.
2014 sind dann die Kartäuser 50 Jahre in ihrem neuen Domizil. Wir werden sie weiterhin besuchen und natürlich auch unterstützen.

Unser herzlicher Abschied von den Mönchen war mit einem Besuch bei einem Winzer, Anton Kiefer, in Edenkoben (in der Pfalz bei Neustadt) verbunden. Er stellt den Mönchen als Spende Messwein zur Verfügung.

Hans Aldenboff / Alfred Hundorf                           

LINK zu der Quelle des Artkels: „das tor“




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