Mittwoch, 18. Dezember 2013

Gott und der Nächste

Wenn man bei allem Tun Gott zugewandt ist, so besagt das durchaus nicht, dass man den Nächsten vernachlässigen, die Wirklichkeit, die uns umgibt, übersehen müßte.

Die höchste Pflicht schließt die Treue in der Erfüllung zweitrangiger Aufgaben nicht aus. Im Gegenteil, sie drängt dazu. Menschen, die ganz eins sind mit Gott, sind gern und freudig bereit, die niedrigsten Arbeiten auf sich zu nehmen. Sie finden darin ebensosehr eine Ausstrahlung der göttlichen Herrlichkeit wie in einem Wirken, das die Welt edel oder wichtig nennt. Sie vergessen niemals das Wort Christi:

„Wahrlich, Ich sage euch: was ihr einem Meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr Mir getan“ (Mt 25, 40).

„Wer einem von diesen Geringsten hier nur einen Becher frischen Wassers zu trinken reicht, weil er Mein Jünger ist, fürwahr, Ich sage euch, er wird seines Lohnes nicht verlustig gehen“ (Mt 10,42).

(vgl. Sendung der Stille, Kartäuserschriften für Christen von heute, 1957)




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