Donnerstag, 7. April 2011

Kartäuserinnen, 5

Fragen im Sprechzimmer,2

Luftaufnahme der mitten im Wald liegenden Kartause D.-D- de Reillanne

Augenblicklich [1984] beherbergt die neue Kartause 28 Nonnen; mehrere Postulantinnen, selbst aus Amerika, haben sich angesagt. Der persönlichen Veranlagung entsprechend lebt man als Chor-, Konvers- oder Donatschwester. Während die Chorschwestern zu einem einsameren leben und auch zu längeren Offizien verpflichtet sind, ist die Einsamkeit der Konversen und Donaten weniger streng, die Handarbeit in ihrem tagesplan gewichtiger. Alle drei ergänzen sich gegenseitig; das vielgebrauchte Bild vom Leib und seinen Gliedern verdeutlicht die Notwendigkeit des Zusammenwirkens, wenn es dem Organismus gut gehen soll.

Kartäuserinnenhäuschen mit Garten

An das Leben in den Einsiedeleien haben sich die Chorschwestern rasch gewöhnt. Worunter man am meisten leidet, ist das Klima. Die extremen Außentemperaturen, im Sommer über 30 Grad plus, im Winter unter 20 Grad minus, sind in den Zellenhäuschen mit ihren dünnen Betonwänden stärker zu spüren als in den dicht nebeneinanderliegenden Zellen der ehemaligen Kartause.

Inneres der Zelle, das Cubiculum: Wohn-, Bet- und Schlafraum der Nonne

Im Lebensstil folgt man weitgehend dem der Patres. Wie sie beten die Chorschwestern zwei Offizien, neben dem Großen Offizium das marianische; wie sie unterbricht man um Mitternacht den Schlaf, und wie sie wahrt man die Einsamkeit der Zelle. Nur hierin gibt es eine Erleichterung: Nach der Messe nimmt man ein leichtes Frühstück ein, etwas Brot mit Milchkaffee.
(siehe Bösen, W., Auf einsamener Straße..., S. 138-149)  
 

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