Sonntag, 12. Juni 2011

Die Regierung des Kartäuserordens, 1


(1)
Die Beschreibung der internen Organisation des Kartäuserordens ist gut dokumentiert. Der heilige Bruno schrieb ja selbst keine Regel, gerade so, wie Christus nicht die Evangelien schrieb.
Erst Guigo, der fünfte Prior der Großen Kartause, notierte 1127 erstmals die Gebräuche, so wie die Mönche in der Grand Chartreuse lebten und wie es in der Erinnerung an Bruno überliefert wurde. Die Regel wird erstmals 1133 vom Papst zugelassen. Im Jahre 1142 wird das erste Generalkapitel gehalten, an dem alle Prioren der Kartausen teilnahmen. Sie folgten dem Bedürfnis, sich über ihr Leben auszutauschen und wichtige Dinge gemeinsam zu besprechen und festzulegen. Es wurde erstmals entschieden, dass der Prior der Grande Chartreuse immer der Generalprior sein soll.
Im Jahre 1301 beschloss das Generalkapitel die Aufteilung der Klöster in Provinzen, damit diese leichter miteinander verkehren konnten, aber auch um sie besser visitieren zu können. Aus zunächst fünf Provinzen wurden 18 im Jahre 1369. In den späteren Jahrhunderten, als die Zahl der Kartausen wieder abnahm, wurden die Anzahl der Provinzen reduziert. Seit 2003 werden die Klöster in drei Provinzen organisiert: Frankreich, Italien und Spanien. Alle anderen Ordenshäuser wurden den Gruppen zugeteilt. In den neun Jahrhunderten der Geschichte des Kartäuserordens, in denen die Ordensdisziplin immer mit großer Aufmerksamkeit beobachtet wurde, hat sich das bekannte Wort über den Orden weit verbreitet: 

Stat Crux – Dum Volvitur Orbis.
Das Kreuz steht, während die Welt sich dreht.


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