Donnerstag, 17. Juli 2014

Bruno der Kartäuser - Brief an Radolf, Propst in Reims (8/15)

Wenn ihn, Radulf, schon die Liebe nicht bewegt Gott anzuhangen, so ermahnt ihn Bruno, dann soll er doch wenigsten Gott fürchten, nämlich ihn zu belügen, dem Gelübde untreu zu sein, und die göttlichen Drohungen fürchten.

-XII- Daher ist es äußerst wichtig, dass Du Dein Vorhaben sorgfältig erwägst. Und wenn die Liebe zu Gott Dich nicht zu bewegen, wenn die Verheißung ungeheuren Lohnes Dich nicht herauszufordern vermag, so kann Dich vielleicht wenigstens das unweigerlich eintreffende schreckliche Strafgericht motivieren.

Schließlich weißt Du, welches verbindliche Versprechen Du abgelegt hast und wem Du es abgelegt hast. Schrecklich ist in seiner Allmacht er, dem Du Dich selbst als Gabe, die ihm Wohlgefallen soll, versprochen hast. Ihn darf und kann man nicht betrügen, er lässt sich nicht ungestraft zum Besten halten. 


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