Mittwoch, 3. Dezember 2014

Auflösung und Abbruch der Kartause Maria-Hain vor 50 Jahren - (7/10)

Es blieben am 11. Oktober 1964 der Prior und vier Brüder zurück, um zu verhindern, daß sich Fremde in der Kartause niederlassen konnten. Die letzte heilige Messe feierten die Kartäuser am 16. Oktober 1964. Das Allerheiligste wurde anschließend in die benedizierte Kapelle an der Pforte übertragen.

Mittlerweile holten andere Klöster und Kirchengemeinden Chorgestühle, Tische, Holzvertäfelungen und Parkettböden ab. Fast das gesamte kirchliche Mobiliar fand wieder kirchliche Verwendung. Es wurde aber nicht verkauft, weil die Klöster oder anderen Abnehmer zu arm waren oder es als Andenken vergeben wurde.

Am Allerseelentag, dem 2. November, erfolgte die „exsecratio altaris", die Entweihung des Altares, und die Herausnahme der Reliquien aus der Altarplatte. Sie befanden sich in einer mit einem roten Band umhüllten starken Blechbüchse. Auf der Rückseite war eingeritzt, welche Reliquien sich darin befanden:

„Reliquiae inclusae: S. Evergesli, S. Ewaldi Albi, S. Sodalium, S. Ursulae XXVI August 1891, Petrus Steinberg, secret. archiepiscopi."

Der Steinmetz Felix Schmitz aus Düren nahm dann den Hochaltaraufsatz ab. Im Hohlraum des Aufsatzes fand er eine Blechbüchse, die eine amerikanische Fünf-Cent-Briefmarke, eine Medaille des Ökumenischen Konzils 1869 mit dem Bild von Papst Pius IX. und eine Reliquie der heiligen Margareta Maria Alacoque enthielt, die heute in der Kartause Marienau aufbewahrt wird.

Die Marmorverkleidung bewahrte die Firma Schmitz im Auftrag des Generalvikariats von Köln auf, bis sie in einer anderen Kirche Verwendung fand. Die Firma Fritsch aus Krefeld holte ebenfalls für das Generalvikariat das Chorgestühl ab, das später in der Kreuzherrenkirche in Düsseldorf aufgestellt werden sollte.


Darniederliegender Dachreiter der Kirche

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