Freitag, 5. Dezember 2014

Auflösung und Abbruch der Kartause Maria-Hain vor 50 Jahren - (9/10)

Am 17. November 1964 begann das Sprengunternehmen Schauf aus Langenfeld mit den Vorbereitungen zur Sprengung der Gebäude. Je zwei übereinanderliegende Sprenglöcher wurden in Mannshöhe in Abständen von einem Meter in das Mauerwerk gebohrt. Für die Kirche, die Brüderkapelle, den Kapitelsaal, das Refektorium und für Schloss Hain wurden etwa 1000 Sprenglöcher gebohrt. Die Sprengladungen sollten die Zwischenstücke der Mauern herausreißen, damit dann die Gebäude in sich zusammenfielen.

Am gleichen Tag erhielt die Firma Max Klessa den schriftlichen Auftrag zum Abbruch des Klosters. Damit gingen alle Gebäude und die Verantwortung für eventuelle Unfälle an die Firma über.

Zunächst hob ein Bagger mit einigen Griffen die Zellendächer am Großen Kreuzgang ab und brach die Decken und Mauern ein. Doch der Zellenabbruch mit dem Bagger nahm zu viel Zeit in Anspruch. Der Versuch, die Zellenhäuser mit einer Raupe und einem Seil einzureißen, scheiterte, weil die Mauern zu dick waren. Einige Zellenhäuser wurden zwar noch abgebrochen, aber in den nächsten Tagen wurde der Rest gesprengt. Dazu waren jeweils vier bis fünf Kilogramm Dynamit nötig. Weil die Mauern zu dick waren, wurde manchmal eine zweite Sprengung erforderlich.

Ab dem 21. November erfolgte nach und nach die Sprengung aller übrigen Gebäudeteile. Für die zuerst gesprengte Brüderkapelle kamen in 130 Sprenglöcher je 200 Gramm Dynamit. Der Schutt wurde, wie bei allen Gebäuden, sofort abgefahren. Das Patresrefektorium, die darüber befindliche Bibliothek und der Kapitelsaal folgten am 9. Dezember. Für die Sprengung der Kirche am 15. Dezember waren 100 Kilogramm Dynamit notwendig. Um 15.40 Uhr ließ ein Druck auf zwei elektrische Auslöser die schöne Klosterkirche in wenigen Sekunden in sich zusammensinken.
Das Priorat trotzte den ersten Sprengungen und brach erst bei der vierten zusammen.

Die letzte heilige Messe fand am 21. Dezember 1964 statt, und am darauffolgenden Tag, dem 22. Dezember, reisten die letzten Kartäuser aus Maria-Hain zu ihrer neuen Kartause ab.



Im Stadtmuseum Düsseldorf
erinnerte im Herbst 2014 eine
Installation von Friedr. Ludmann
an die Zeit der Düsseldorfer
Kartause Maria-Hain



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