Freitag, 30. Mai 2014

Ein Kartäuserleben - (2/4)


Der Eintritt

In der Klausur betrat er eine Welt,
die er bis dahin so nicht wirklich kannte.
Indem sie die Geräusche strikt verbannte,
war sie dem Vorhang ähnlich, wenn er fällt.

Er war nun ganz auf sich allein gestellt,
damit er sich bewusst nach innen wandte
und nur für Gott in seiner Seele brannte,
der sich den Sinnen meist verborgen hält.

Die große Stille legte wie ein Kleid
sich um ihn, der im Dunkel saß und lauschte.
Und immer tiefer nahm die Einsamkeit

von ihm Besitz, derweil die Zeit verrauschte.
Ihm war es recht. Denn er begehrte nichts
als einen Widerschein vom Quell des Lichts.

© Arnd Herrmann

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