Montag, 17. Februar 2014

Gehorsam

Der von Gott geleitete und erfüllte Geist findet in Gott nichts, was ihn hemmen könnte; er kann sich ungehindert in Gottes Tiefen versenken. Ohne Furcht überlässt er sich Seinem Gott: „Die Liebe hat mich ins Feuer gestürzt.“

Der Gehorsam gegenüber jeder Einsprechung Gottes führt die Seele ihrer ewigen Bestimmung zu. Dort schlägt sie schon in diesem Leben Wurzeln, die nicht mehr ausgerissen werden können, und wo sie nun stetig in der Liebe wachsen kann. Jedes derartige Wachstum in der Liebe schenkt dem Geist eine tiefere Gotteserkenntnis, und die Erkenntnis wiederum entflammt den Willen zu noch innigerer Liebe. Das wieder bewirkt neue Erleuchtung. Das Göttliche wird dann einer solchen Seele so vertraut, dass vor seiner Wirklichkeit alles Irdische verblasst. Wohl sieht sie die vergänglichen Dinge mit ihren leiblichen Augen. Doch sie erscheinen ihr wie fremde Dinge, während sie die göttliche Wahrheit ganz unmittelbar wie einen Gegenstand schaut, der mit ihr fortwährend verwachsen ist.

Die Liebe Gottes beleuchtet so das ganze seelische Leben des Menschen und schaltet jede Unruhe des Geistes und jede Verwirrung des Herzens aus.

„Er hat in mir die Liebe geordnet“ (HI 2, 4).

(vgl. Sendung der Stille, Kartäuserschriften für Christen von heute, 1957)



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