Donnerstag, 6. Februar 2014

Vereinigung mit Gott

Der Mensch muss mit Gott selbst vereinigt sein, um seine Bestimmung zu erfüllen.

Wenn wir zum höchsten Wesen, zur göttlichen Erstursache des Alls emporsteigen können, dürfen wir uns dann noch vom Verlangen nach dem Niederen fesseln lassen? Um in unser Vaterland zu gelangen, müssen wir uns an das höchste Gut verlieren. Suchen wir von nun an mit all unserm Tun Gott. Dann kann unsere Seele endlich in ihrer eigentlichen Heimat leben.

In dem Maße aber, wie wir in allen Ereignissen den Willen Gottes erkennen und unser Wille sich Ihm unterwirft, vermindert sich in uns das Bedürfnis nach den geschaffenen Dingen, bis wir ihnen schließlich in voller Freiheit gegenüberstehen. Dann verlieren die vergänglichen Güter ihre Anziehungskraft vor dieser echten Freude, die auf dem Grund der Seele herrscht.

Denn das ewige Licht der göttlichen Wahrheit ermöglicht es uns, alle Dinge nach ihrem wahren Wert zu beurteilen. Hat die Seele so ihren göttlichen Mittelpunkt gefunden, so hört das Schwanken zwischen Sehnsucht und Furcht auf.

Sie ist ja zum sicheren Gleichgewicht der Liebe gelangt.
Sie weiß aber, dass die Vereinigung mit Gott nur im ruhigen, tiefen Schweigen des Eigenwillens möglich ist.

Darum meidet sie sorgsam sowohl Eilfertigkeit wie Nachlässigkeit.

„Der Herr ist nicht im Sturm“ (3 Kg 19,11).

(vgl. Sendung der Stille, Kartäuserschriften für Christen von heute, 1957)




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