Montag, 6. Oktober 2014

Fest des heiligen Bruno

„Fugitiva relinquere et aeterna captare”

Die flüchtigen Wirklichkeiten aufgeben und versuchen, 
das Ewige zu ergreifen.

In diesem Satz aus dem Brief, den euer Gründer an den Propst von Reims, Rodolphe, geschrieben hat, ist der Kern eurer Spiritualität enthalten (vgl. Brief an Rodolphe, 13):
das starke Verlangen, in die lebendige Vereinigung mit Gott einzutreten, während alles Übrige, alles, was diese Gemeinschaft behindert, aufgegeben wird und man sich von der unendlichen Liebe Gottes ergreifen läßt, um nur von dieser Liebe zu leben.

Liebe Brüder, ihr habt den verborgenen Schatz gefunden, die wertvolle Perle (vgl. Mt 13,44–46); ihr habt mit Radikalität auf die Aufforderung Jesu geantwortet: „Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkauf deinen Besitz und gib das Geld den Armen; so wirst du einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach!“ (Mt 19,21).

Jedes Kloster – Männer- wie Frauenkloster – ist eine Oase, in der unablässig der tiefe Brunnen ausgehoben wird, um daraus das „lebendige Wasser“ zur Stillung unseres tiefsten Durstes zu schöpfen.

Aber die Kartause ist eine besondere Oase, wo das Schweigen und die Einsamkeit mit besonderer Sorgfalt gehütet werden, gemäß der vom hl. Bruno begonnenen und durch die Jahrhunderte hindurch unverändert gebliebenen Lebensform. „Ich wohne mit Brüdern zusammen in der Wüste“ ist der zusammenfassende Satz, den euer Gründer schrieb (Brief an Rodolphe, 4).

Der Besuch des Nachfolgers Petri in dieser historischen Kartause will nicht nur euch, die ihr hier lebt, sondern den ganzen Orden in seiner Sendung bestärken, die in der heutigen Welt äußerst aktuell und bedeutsam ist.




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