Diese
Stufe, wie alle ihr folgenden, sind nicht durch die mehr oder weniger große
Zahl hervorgebrachter Akte charakterisiert, sondern durch die Einheit und
Vollkommenheit, die die Seelenverfassung erreicht. Die Seele kommt tatsächlich nur in dem Maß zu
einem bestimmten Zustand, als sie die Einheit der Disposition, die ihn
charakterisiert, erreicht. Ich weiß zwar, dass diese Seelenverfassung durch
Wiederholung der Akte erworben wird, doch die Wiederholung der Akte ist noch
nicht die Gewohnheit selbst, auch wenn sie zur Bildung der Gewohnheit beiträgt.
Die
Gewohnheit hat also ihre natürliche Wurzel in den Neigungen der Seele und ihre
übernatürliche Wurzel in den eingegossenen Gnaden. Und sie entwickelt sich
nicht allein aus meiner menschlichen Arbeit, sondern vor allem aus der Arbeit,
die Gott in mir vollbringt. Ich werde das im zweiten Teile sehen. Die
Wiederholung der Akte tritt also nur als vierter und letzter Faktor zur Bildung
der Frömmigkeit auf. Faktoren meines Lebens sind zuerst die natürlichen
Neigungen, dann die übernatürlichen Gnaden, ferner die Tätigkeit der Vorsehung
und endlich meine persönliche Tätigkeit. Die Frömmigkeit ist das
Schlussresultat dieser vier Faktoren.
(Dom
François de Sales Polien, IL, 20150702)
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