Donnerstag, 2. Juli 2015

Wiederholung ist noch nicht Gewohnheit

IL132-Z.12.4b

Diese Stufe, wie alle ihr folgenden, sind nicht durch die mehr oder weniger große Zahl hervorgebrachter Akte charakterisiert, sondern durch die Einheit und Vollkommenheit, die die Seelenverfassung erreicht.  Die Seele kommt tatsächlich nur in dem Maß zu einem bestimmten Zustand, als sie die Einheit der Disposition, die ihn charakterisiert, erreicht. Ich weiß zwar, dass diese Seelenverfassung durch Wiederholung der Akte erworben wird, doch die Wiederholung der Akte ist noch nicht die Gewohnheit selbst, auch wenn sie zur Bildung der Gewohnheit beiträgt.

Die Gewohnheit hat also ihre natürliche Wurzel in den Neigungen der Seele und ihre übernatürliche Wurzel in den eingegossenen Gnaden. Und sie entwickelt sich nicht allein aus meiner menschlichen Arbeit, sondern vor allem aus der Arbeit, die Gott in mir vollbringt. Ich werde das im zweiten Teile sehen. Die Wiederholung der Akte tritt also nur als vierter und letzter Faktor zur Bildung der Frömmigkeit auf. Faktoren meines Lebens sind zuerst die natürlichen Neigungen, dann die übernatürlichen Gnaden, ferner die Tätigkeit der Vorsehung und endlich meine persönliche Tätigkeit. Die Frömmigkeit ist das Schlussresultat dieser vier Faktoren.

(Dom François de Sales Polien, IL, 20150702)


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