Montag, 9. Mai 2011

Gott schauen, 65

(Augustin Guillerand, Écrits spirituels, I,45-46):

Zwiegespräch und Schweigen 
schließen sich nicht aus. 
Was das Schweigen bricht, 
ist die Vielfalt der Worte. 
Lippenworte sind die Sprache des Nichts. 
Darum bedarf es vieler Worte, 
um das Nichts zu tarnen. 
Dem göttlichen Sein genügt ein einziges Wort,
um seine Fülle auszudrücken. 
Dieses Schweigen erstreben wir, 
wenn wir uns in Gott einschließen. 
Darin bestand das Schweigen der langen Nächte,
die Jesus auf irgendeinem Berg im Gebet verbrachte. 
Darin bestand auch das Schweigen von Getsemani und Kalvaria, 
das nur von wenigen 
an uns gerichteten Worten 
unterbrochen wurde.

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