Sonntag, 4. Dezember 2011

Das Gebet der Einfachheit, 1

„Kartäusergebet“

"Nicht vom Brot allein lebt der Mensch" (Mt 4, 4). Trotz materieller Sättigung und vielleicht Übersättigung, trotz aller sozialen Hilfen und Erleichterungen fühlen sich viele, besonders junge Menschen, innerlich leer. Sie hungern und dürsten nach innerer Erfüllung, ohne zu wissen, worin sie besteht. Um diese zu finden, spielen sie die verschiedensten Möglichkeiten durch und bleiben enttäuscht.

Warum suchen so viele Menschen dort, wo es keine wirkliche Erfüllung gibt? Warum suchen sie nicht mehr in der so reichen christlichen Spiritualität ihren seelischen Hunger zu stillen? Liegt es vielleicht daran, dass man ihnen Steine statt Brot darreicht? Liegt es vielleicht daran, dass man in den theologischen Vorlesungen an unseren Hochschulen gar nicht mehr zum Worte Gottes vorstößt, sondern auf dem Wege dorthin bei den wissenschaftlichen Methoden stehen bleibt? Sollte das Ziel allen theologischen Arbeitens nicht darin bestehen, zum Dialog mit dem sich uns mitteilenden, sich uns schenkenden Gott hinzuführen? Ist aber unsere heutige theologische Arbeit nicht viel mehr als bloß "sitzende Theologie statt kniende Theologie" (H. Urs von Balthasar), die "die Dimensionen des Mysteriums vergisst? 

P. Bruno Burgener, P. Hubert Blüm, Kartäuser
Cist-Chron 137, 1977-3

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