Sonntag, 18. Dezember 2011

Das Gebet der Einfachheit, 15

Man könnte nun fragen, ob die Kartäuser nur auf ihr eigenes Heil bedacht sind und kein Auge und Ohr haben für die Nöte ihrer Mitmenschen. Die Statuten der Kartäuser geben darauf die Antwort: "Mit der Wahl des verborgenen Lebens erfüllen wir eine Aufgabe in der Kirche, wo das Sichtbare auf das Unsichtbare, die Tätigkeit auf die Beschauung hin geordnet ist. Wenn wir Gott wirklich anhängen, verschließen wir uns nicht in uns selbst. Im Gegenteil: unser Geist wird offen und unser Herz wird weit. Durch die äußere Trennung werden wir eins mit allen, damit wir stellvertretend für alle vor dem lebendigen Gott stehen. Diese Absicht zielt, soweit wir als Menschen dazu in der Lage sind, unmittelbar und ununterbrochen auf Gott (unser aller Endziel. Dadurch allein schon üben wir nach der Mahnung des zweiten vatikanischen Konzils eine Zeichen-, eine Hinweisfunktion aus.) Sie verbindet uns aber auch in besonderer Weise mit Maria, der seligen Jungfrau, die wir die einzigartige Mutter der Kartäuser zu nennen pflegen" (Erneuerte Statuten 1971, Buch 4, Kap. 34, 1-2; vgl. auch 3-4). Der Wert des rein beschaulichen Lebens kann auf jeden Fall nur im Glauben erfasst werden.

P. Bruno Burgener, P. Hubert Blüm, Kartäuser

Cist-Chron 137, 1977-3

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